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Weltraumverteidigung: Bundeswehr plant allein 12 Milliarden für Kommunikation ein

In den nächsten Jahren sollen die militärischen Fähigkeiten im Weltall verstärkt werden. Ohne die USA dürfte das nicht gelingen.
/ Mario Petzold
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Ein Bundeswehrsoldat baut in Kinshasa, Demokratische Republik Kongo, Antennen zur Satellitenkommunikation auf. (Bild: AFP via Getty Images/Michael Kappeler)
Ein Bundeswehrsoldat baut in Kinshasa, Demokratische Republik Kongo, Antennen zur Satellitenkommunikation auf. Bild: AFP via Getty Images/Michael Kappeler

Der Newsletter Table Briefings Space(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) berichtet mit Berufung auf Unterlagen der Bundeswehr, dass die Hälfte der bis 2030 eingeplanten 35 Milliarden Euro für Fähigkeiten im Orbit bereits verteilt sind. Fast ein Drittel davon soll in die Kommunikationsfähigkeit fließen.

Demnach wird die vierte Stufe von SatcomBw(öffnet im neuen Fenster) , dem Satellitenkommunikationsnetzwerk der Bundeswehr, mehr als 10 Milliarden Euro kosten. Derzeit läuft noch die Beschaffung der dritten Stufe, die mit 2 Milliarden Euro beziffert wird.

Das scheint auch dringend nötig zu sein, denn die zweite Stufe des Kommunikationssystems befindet sich seit 16 Jahren im All, bei einer ursprünglich geplanten Betriebsdauer von 15 Jahren.

Nicht ohne die USA

Offensive Systeme, mit denen zum Beispiel gegen feindliche Satelliten vorgegangen werden kann, besitzt die Bundeswehr aktuell nicht. Zum Einsatz kommen soll das System Meadowlands .

Es soll aus den USA beschafft werden und kann Satelliten vom Boden aus gezielt, aber vorübergehend deaktivieren. Munition kommt nicht zum Einsatz, sondern es werden sämtliche Frequenzen so stark gestört, dass der Satellit sozusagen blind wird.

Die Bundeswehrbrigade in Litauen soll zuerst damit ausgerüstet werden. Zukünftig ist dem Bericht zufolge zudem geplant, eigene offensive Systeme zu entwickeln. Einsatzbereit sind diese in den nächsten fünf Jahren aber nicht.

Milliarden noch zu vergeben

Rund die Hälfte des Budgets, 17 bis 18 Milliarden Euro, muss noch vergeben werden. Und die möglichen Betätigungsfelder sind nicht gerade klein.

Eigene Fähigkeiten besitzt die Bundeswehr derzeit nur bei der Kommunikation und Beobachtung. Laut dem Bericht von Table Briefings sollen zusätzlich die Signalaufklärung, die Befähigung zu eigenen Raketenstarts zum Erreichen des Orbits, Frühwarnsysteme zu Raketenstarts und die Überwachungsmöglichkeit der Weltraumlage aufgebaut werden.

Damit dürften die Milliarden relativ schnell verplant sein, von denen auch viele hiesige Unternehmen profitieren werden, wobei die Entwicklung von Offensivfähigkeiten noch gar nicht in der Aufzählung auftaucht. Wie weit deren Ausbau vorangetrieben werden soll und ob hier eventuell eine gemeinsame europäische Lösung gefunden werden kann, soll erst noch geklärt werden.


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