Den Effekt gibt es auch, ohne selbst ins All zu fliegen

Ganz realistisch und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Blick durch ein Teleskop auf die Krater des Mondes, die Ringe des Saturn, die Überreste einer Supernova, einen Kugelsternhaufen oder ferne Galaxien verbunden mit dem Gedanken an das, was dort zu sehen ist, den gleichen Effekt haben kann, genauso wie das bloße konzentrierte Nachdenken über die Größenverhältnisse im Universum oder die Zahl der Menschen auf der Erde.

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Aus zuverlässiger Quelle ist auch bekannt, dass eine ausreichende Dosis LSD im richtigen Setting das Gleiche bewirkt, wie im Fall des Mitgründers der Long Now Foundation, Steward Brand.

LSD führte (auch) zur Umweltschutzbewegung

Mit Hilfe von LSD kam er 1966 auf einem Strand in San Francisco zu der Erkenntnis, dass man der Menschheit die Begrenztheit der Erde und die Wichtigkeit ihrer Erhaltung dadurch näherbringen könnte, dass endlich einmal Fotos der Erde als Ganzes veröffentlicht würden. Trotz der fast 10 Jahre Raumfahrt war das noch nicht geschehen und so startete er eine Kampagne, um die Nasa dazu aufzufordern.

Als 1968 die Bilder der Erde während des Mondfluges von Apollo 8 die Erde erreichten, galt das als einer der wichtigsten Momente des Starts der Umweltschutzbewegung. Das geschah nicht, weil drei Leute ein religiöses Erlebnis hatten (die Astronauten von Apollo 8 lasen nicht ohne Grund aus der Bibel vor). Es geschah, weil alle Menschen auf der Erde an einem Blick auf ein Bild des wüsten Mondes und der blauen Erde teilhaben konnten.

Amerikanische Wüste ist kein Blick auf die Erde

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Aber selbst wenn der Overview-Effekt echt und überwältigend wirksam wäre. Was genau geschieht denn bei dem Flug mit Spaceship Two oder New Shepard, das diesen Effekt hervorrufen könnte, den andere nach Flügen zum Mond oder monatelangen Orbits um die Erde erfahren haben? Die Videos geben eine guten Eindruck davon: Sobald die Triebwerke abgeschaltet und die Kapsel stabilisiert ist, schnallen sich die Insassen ab. Dann schlagen sie für zwei bis drei Minuten Purzelbäume oder probieren aus, ob sie wirklich wie Superman durch die Kapsel fliegen können. Ab diesem Moment sind sie Astronauten. Dann ertönt der Alarm zum Hinsetzen.

Im Sitzen - längst nicht mehr Weltall, sofern man dort überhaupt war - bleiben dann noch vielleicht zwei Minuten Zeit, um die Erde immerhin aus etwas mehr als der Flughöhe eines gewöhnlichen Flugzeugs zu betrachten. Dort also muss der Moment sein, an dem die Psyche der Passagiere transformiert wird und sie beim Blick auf die amerikanische Wüste und vielleicht sogar auf den Grenzzaun nach Mexiko die transzendentale Erfahrung machen, dass es auf der Erde keine Grenzen gibt und alle Menschen gleich sind. (Oder zumindest alle, die einmal im Weltraum waren.)

Für einen erfahrenen Seemann wie mich, der schon bei schwerem Seegang mit einer Fähre über eine Stunde lang den Ärmelkanal in beiden Richtungen überquerte, erscheint das alles doch recht unwahrscheinlich.

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 Weltraumtourismus: Purzelbäume und quasireligiöse Erweckungserlebnisse
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A. Tomic 23. Jul 2021

Ich liebe diese leicht zynischen und zutiefst ehrlichen Artikel von Frank Wunderlich...

Jossele 23. Jul 2021

diese vermaledeite Sinnfrage.... Hinter jeder verwendeten Ressource nach dem Sinn...

Morons MORONS 21. Jul 2021

Ich habe gestern gelesen, dass bei einem Flugaufkommen von 100 000/Jahr sich die Menge an...

Vögelchen 21. Jul 2021

Wem die Menschheit sch.. egal ist, der fliegt zum persönlichen Spaß da hoch. Nicht mehr...



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