Weltraumtourismus: Flugverbot für Virgin Galactic nach Kursabweichung
Das Spaceship Two von Virgin Galactic hat ein vorläufiges Flugverbot erhalten. Beim Flug mit dem Milliardär Richard Branson verließ das Spaceship Two die im Flugplan der Flugaufsichtsbehörde vorgesehe Flugbahn. Auf dem Rückweg zur Landebahn befand sich das Spaceship für eine Minute und 41 Sekunden unterhalb des für den Flug vorgesehenen Luftraums.
Ein erster Bericht über die Probleme wurde im New Yorker Magazine veröffentlicht,(öffnet im neuen Fenster) die Firma Virgin Galactic wies diesen jedoch als irreführend zurück. Der Artikel konzentrierte sich auf die Tatsache, dass eine der Kontrolllampen im Cockpit zunächst gelb und später rot aufgeleuchtet habe. Darauf folgten Äußerungen von Testpiloten, dass Warnlampen im Cockpit einem Piloten genug "Angst machen sollten, um sich in die Hose zu machen" .
Die Firma selbst beschrieb den Zwischenfall(öffnet im neuen Fenster) als eine Abweichung vom vorgesehen Kurs wegen starker Höhenwinde. Weder Öffentlichkeit noch Besatzung seien durch den Vorfall in Gefahr gebracht worden, noch sei die Abweichung von der vorgesehenen Flugbahn beabsichtigt gewesen. Die Flugaufsichtsbehörde FAA nahm den Vorfall zum Anlass, weitere Flüge des Spaceship Two bis zum Abschluss der Untersuchung des Vorfalls zu untersagen.
Spaceship Two wird von Hand gesteuert
Anderes als orbitale Trägerraketen, das Spaceshuttle oder die New Shepard Rakete von Blue Origin wird das Spaceship Two beim Flug mit dem Raketentriebwerk nicht durch einen Computer gesteuert, sondern manuell. Alle Steuerbefehle, Korrekturen und Entscheidungen bei Abweichungen von der üblichen Flugbahn müssen während des Brennvorgangs von den Piloten gefällt und durchgeführt werden. Entsprechend ist eine weitaus geringere Präzision als bei automatisierten Raumfahrzeugen zu erwarten.
Die Belastung der Piloten ist so groß, dass bei einem der Testflüge wegen einer Fehlbedienung kurz nach dem Start des Raketentriebwerks eines der Spaceship Two auseinander brach – mit tödlichen Folgen. Wie lang die aktuelle Untersuchung der Flugbahnabweichung dauern wird, und welchen Einfluss sie auf die Flugpläne des börsennotierten Unternehmens haben wird, bleibt abzuwarten.
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