Weltraumteleskop: Webb besteht Tests in der Kältekammer

Für Weltraumtemperaturen geeignet: Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) hat das neue Weltraumteleskop erfolgreich in der Kältekammer getestet. Der Start ist für Anfang 2019 geplant.

Rund drei Monate hat das James Webb Space Telescope(öffnet im neuen Fenster) (JWST) in einer Vakuum-Kältekammer verbracht, wo Nasa-Mitarbeiter es diversen Tests unterzogen(öffnet im neuen Fenster) , um sicherzustellen, dass es unter Weltraumbedingungen wie vorgesehen funktioniert. Dazu gehörte unter anderem, die Ausrichtung der 18 Segmente des Hauptspiegels zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie wie ein einziger, riesiger Spiegel fungieren. Außerdem wurden erstmals die Optik und Instrumente des Teleskops zusammen getestet.
Die Versorgungssysteme werden montiert
Die nächste Station des JWST ist Northrop Grumman Aerospace Systems in Redondo Beach im US-Bundesstaat Kalifornien. Dort werden ein Schild, der die Instrumente gegen das Licht der Sonne abschirmt, sowie der Spacecraft Bus(öffnet im neuen Fenster) installiert. Zu Letzterem gehören beispielsweise der Antrieb, die Systeme für die Energieversorgung oder die Kommunikation.

Die Arbeiten sollen bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. Dann wird das JWST zum europäischen Raketenstartplatz Kourou im französischen Übersee-Département Französisch-Guayana transportiert. Von dort aus soll eine Ariane-5-Rakete das Teleskop im Frühjahr 2019 ins All bringen.
JWST ist das größte Weltraumteleskop bisher
Das vor einem Jahr fertiggestellte JWST ist das größte bisher gebaute Weltraumteleskop. Der Hauptspiegel wiegt etwa 6,2 Tonnen, hat einen Durchmesser von 6,5 Metern und besteht aus 18 sechseckigen Segmenten aus Beryllium, die mit Gold beschichtet sind. Der Rahmen besteht aus einem eigens dafür entwickelten Verbundwerkstoff.

Das Teleskop ist dafür gedacht, die Planeten in unserem Sonnensystem sowie in anderen Sternensystemen zu betrachten. So wollen die Astronomen damit nach Wasserdampf auf den Planeten im System von Alpha Centauri suchen. Außerdem wollen sie damit sehr weit entfernte, also sehr alte Galaxien untersuchen. Das JWST wird im infraroten Spektrum arbeiten.
Webb war Chef der Nasa
Benannt ist das Teleskop nach dem ehemaligem Nasa-Direktor James Edwin Webb. An dem Projekt waren neben der Nasa auch die Raumfahrtagenturen Kanadas und Europas, CSA und Esa, beteiligt. Wegen der Kosten und der Verzögerung in der Bauzeit wollte das US-Repräsentantenhaus 2011 das Projekt stoppen.
Ursprünglich sollte JWST bereits 2011 ins All fliegen. Dann wurde der Start auf das Jahr 2014 verschoben. Die Kosten waren ursprünglich mit 1,6 Milliarden US-Dollar angesetzt worden. Inzwischen werden sie auf über 8,8 Milliarden US-Dollar geschätzt.
JWST sollte eigentlich das Weltraumteleskop Hubble ersetzen. Doch dessen Mission ist 2016 um fünf Jahre verlängert worden. Das bedeutet, die beiden Teleskope werden einige Zeit zusammen im Einsatz sein.



