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Weltraumteleskop: Webb besteht Tests in der Kältekammer

Das neue Weltraumteleskop der US-Raumfahrtbehörde Nasa ist den Bedingungen im Weltraum gewachsen. Das haben Tests im Vakuum bei sehr niedrigen Temperaturen gezeigt. Als Nächstes wird das James-Webb-Weltraumteleskop für den Start vorbereitet, der erneut verschoben wurde.
/ Werner Pluta
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JWST kommt aus der Kältekammer: erstmals die Optik und Instrumente des Teleskops zusammen getestet (Bild: Chris Gunn/Nasa)
JWST kommt aus der Kältekammer: erstmals die Optik und Instrumente des Teleskops zusammen getestet Bild: Chris Gunn/Nasa

Rund drei Monate hat das James Webb Space Telescope(öffnet im neuen Fenster) (JWST) in einer Vakuum-Kältekammer verbracht, wo Nasa-Mitarbeiter es diversen Tests unterzogen(öffnet im neuen Fenster) , um sicherzustellen, dass es unter Weltraumbedingungen wie vorgesehen funktioniert. Dazu gehörte unter anderem, die Ausrichtung der 18 Segmente des Hauptspiegels zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie wie ein einziger, riesiger Spiegel fungieren. Außerdem wurden erstmals die Optik und Instrumente des Teleskops zusammen getestet.

Die Versorgungssysteme werden montiert

Die nächste Station des JWST ist Northrop Grumman Aerospace Systems in Redondo Beach im US-Bundesstaat Kalifornien. Dort werden ein Schild, der die Instrumente gegen das Licht der Sonne abschirmt, sowie der Spacecraft Bus(öffnet im neuen Fenster) installiert. Zu Letzterem gehören beispielsweise der Antrieb, die Systeme für die Energieversorgung oder die Kommunikation.

Zeitraffer-Video James-Webb-Weltraumteleskop - Nasa
Zeitraffer-Video James-Webb-Weltraumteleskop - Nasa (01:35)

Die Arbeiten sollen bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. Dann wird das JWST zum europäischen Raketenstartplatz Kourou im französischen Übersee-Département Französisch-Guayana transportiert. Von dort aus soll eine Ariane-5-Rakete das Teleskop im Frühjahr 2019 ins All bringen.

JWST ist das größte Weltraumteleskop bisher

Das vor einem Jahr fertiggestellte JWST ist das größte bisher gebaute Weltraumteleskop. Der Hauptspiegel wiegt etwa 6,2 Tonnen, hat einen Durchmesser von 6,5 Metern und besteht aus 18 sechseckigen Segmenten aus Beryllium, die mit Gold beschichtet sind. Der Rahmen besteht aus einem eigens dafür entwickelten Verbundwerkstoff.

Fertigstellung des James-Webb-Teleskops - Nasa
Fertigstellung des James-Webb-Teleskops - Nasa (04:21)

Das Teleskop ist dafür gedacht, die Planeten in unserem Sonnensystem sowie in anderen Sternensystemen zu betrachten. So wollen die Astronomen damit nach Wasserdampf auf den Planeten im System von Alpha Centauri suchen. Außerdem wollen sie damit sehr weit entfernte, also sehr alte Galaxien untersuchen. Das JWST wird im infraroten Spektrum arbeiten.

Webb war Chef der Nasa

Benannt ist das Teleskop nach dem ehemaligem Nasa-Direktor James Edwin Webb. An dem Projekt waren neben der Nasa auch die Raumfahrtagenturen Kanadas und Europas, CSA und Esa, beteiligt. Wegen der Kosten und der Verzögerung in der Bauzeit wollte das US-Repräsentantenhaus 2011 das Projekt stoppen.

Ursprünglich sollte JWST bereits 2011 ins All fliegen. Dann wurde der Start auf das Jahr 2014 verschoben. Die Kosten waren ursprünglich mit 1,6 Milliarden US-Dollar angesetzt worden. Inzwischen werden sie auf über 8,8 Milliarden US-Dollar geschätzt.

JWST sollte eigentlich das Weltraumteleskop Hubble ersetzen. Doch dessen Mission ist 2016 um fünf Jahre verlängert worden. Das bedeutet, die beiden Teleskope werden einige Zeit zusammen im Einsatz sein.


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