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Weltraumteleskop: Kepler entdeckt System mit einem Planeten und vier Sternen

Zwei Sterne umkreisen einander und werden von einem Planeten umkreist, und alle drei werden von einem weiteren Doppelstern umkreist: Diese einzigartige Konstellation haben zwei Amateurastronomen in den Daten des Weltraumteleskops Kepler ausfindig gemacht.

Artikel veröffentlicht am ,
Exoplanet PH1: erster bestätigter Fund der Planet Hunters
Exoplanet PH1: erster bestätigter Fund der Planet Hunters (Bild: Haven Giguere/Yale)

Das Weltraumteleskop Kepler hat ein höchst ungewöhnliches Sonnensystem entdeckt. Hobbyastronomen haben es in den Daten des Teleskops gefunden.

  • Künstlerische Darstellung des einzigartigen Systems: im Vordergrund der erste Doppelstern mit dem Planeten PH1, der gerade den größeren der beiden Sterne passiert. In der Ferne links oben der zweite Doppelstern. (Grafik: Haven Giguere/Yale)
  • Exoplanet PH1 vor den zwei Doppelsternen (Grafik: Haven Giguere/Yale)
Künstlerische Darstellung des einzigartigen Systems: im Vordergrund der erste Doppelstern mit dem Planeten PH1, der gerade den größeren der beiden Sterne passiert. In der Ferne links oben der zweite Doppelstern. (Grafik: Haven Giguere/Yale)
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Unser Sonnensystem ist recht übersichtlich: Es besteht im Wesentlichen aus einem Zentralgestirn, das von mehreren, verschieden großen Planeten in unterschiedlicher Entfernung umkreist wird. Ganz anders PH1: Dessen System besteht aus einem Planeten und gleich vier Sternen.

Ein Planet, vier Sterne

PH1 umkreist zwei Sterne. Das allein ist schon ungewöhnlich - es sind nur wenige solcher circumbinärer Planetensysteme bekannt. PH1 und der Doppelstern werden aber zudem noch von einem weiteren Doppelstern umkreist. Eine solche Konstellation sei bislang einzigartig, schreiben die Entdecker in einem Aufsatz, der als Preprint auf dem Dokumentenserver Arxiv abrufbar ist.

Das System ist etwa 5.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Der eine der beiden Sterne hat etwa die 1,5fache Masse der Sonne, sein Radius beträgt in etwa das 1,7fache des Sonnenradius. Der andere hat den 0,4fachen Radius und die 0,41fache Masse der Sonne. Sie umkreisen sich in 20 Tagen. PH1 ist ein Gasplanet, dessen Radius 6,2-mal größer ist als der der Erde. Damit ist PH1 größer als der Planet Neptun.

138 Tage

PH1 umkreist die beiden Sterne außerhalb ihres eigenen Orbits und braucht für eine Umrundung 138 Tage. In einer Entfernung von etwa 1.000 astronomischen Einheiten (Astronomical Unit, AU) kreist ein zweiter Doppelstern um dieses System. Eine AU ist 149.597.870 Kilometer lang, das entspricht in etwa der mittleren Entfernung zwischen Erde und Sonne.

Entdeckt wurde PH1 von Kian Jek und Robert Gagliano, zwei Hobbyastronomen aus den USA. Sie arbeiten bei dem Projekt Planet Hunters mit, einem sogenannten Citizen-Science-Projekt, das die Yale-Universität 2010 initiiert hat. Die freiwilligen Mitarbeiter helfen bei der Auswertung der Daten, die das Weltraumteleskop Kepler zur Erde funkt. Es ist die erste bestätigte Entdeckung eines Planeten durch das Projekt, der diesem zu Ehren den Namen PH1 erhalten hat: PH steht für Planet Hunters.

Kepler sucht Planeten

Aufgabe des Kepler ist die Suche nach Exoplaneten, also Planeten in anderen Sternensystemen. Bislang hat das 2009 gestartete Weltraumteleskop 77 neue Planeten gefunden. Hinzu kommen rund 2.300 Planetenkandidaten. Unter den Exoplaneten sind auch welche, die etwa so groß sind wie die Erde. Eine Sensation war Ende 2011 die Entdeckung eines Exoplaneten in der habitablen Zone. Das bedeutet, er ist so weit von dem Stern entfernt, dass auf dem Planeten Bedingungen herrschen können, unter denen sich Leben entwickeln kann.

Anfang 2012 verkündeten die Kepler-Forscher die Entdeckung eines Doppelsterns, der von zwei Planeten umkreist wird. Im August fanden sie mit Kepler-47 ein weiteres Doppelsternsystem mit zwei Planeten.



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wosnjev 18. Okt 2012

Das 4fach Sternsystem erinnert mich an Pitchblack

bassfader 17. Okt 2012

Das ist richtig, und auch wichtig(!), dass die Wissenschaft mit sozusagen "alten" Daten...

elgooG 17. Okt 2012

Ich hoffe, dass dieser Fund eine gute Werbung für Seiten wie Planet Hunters oder Galaxy...


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