Weltraumteleskop: James-Webb-Teleskop nach Softwarefehler wieder im Einsatz

Wegen eines Fehlers im Lageregelungssystem war das Weltraumteleskop James Webb Space Telescope in einen abgesicherten Modus übergegangen.

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James-Webb-Weltraumteleskop: Das bordeigene Fehlermanagementsystem funktionierte wie erwartet.
James-Webb-Weltraumteleskop: Das bordeigene Fehlermanagementsystem funktionierte wie erwartet. (Bild: NASA GSFC/CIL/Adriana Manrique Gutierrez)

Wieder ausgerichtet: Das James-Webb-Weltraumteleskop (James Webb Space Telescope, JWST) ist wieder im Einsatz. Ein Softwarefehler verursachte zwei Wochen lang Probleme, dadurch stand es mehrere Tage lang nicht für den wissenschaftlichen Betrieb zur Verfügung.

Der Fehler sei im Lageregelungssystem aufgetreten, das die Ausrichtung des Observatoriums steuere, teilte die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) mit. Nach dem Fehler seien alle Systeme, die nicht unbedingt nötig seien, automatisch abgeschaltet worden und das Observatorium in einen geschützten Zustand versetzt worden.

Das Webb-Team passte das Steuerungssystem an, so dass der der wissenschaftliche Betrieb vollständig wieder aufgenommen werden konnte. Die Instrumente waren laut Nasa nicht in Gefahr. Das bordeigene Fehlermanagementsystem habe wie erwartet funktioniert.

JWST startete im Dezember 2021

JWST wurde nach vielen Verzögerungen Ende Dezember 2021 ins All geschossen und erreichte etwa einen Monat später seine Position am zweiten Lagrange-Punkt (L2) in knapp 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde.

Mitte Februar begann die Nasa mit der Spiegelausrichtung. Einen Monat später waren die 18 Spiegel so ausgerichtet, dass sie wie ein einziger Spiegel arbeiten.

Das JWST nimmt Bilder im Infrarotbereich auf und soll unter anderem Einblicke in die Vergangenheit des Universums ermöglichen. Besonders weit entfernte Sterne und Galaxien strahlen in diesem langwelligen Spektrum, da ihr weißes Licht durch die Raumzeitausdehnung gestreckt wurde. Reflektiert wird das Licht durch einen 6,5 Meter großen Spiegel mit vergoldeter Oberfläche. Das JWST kann so Wellenlängen im Bereich von 0,6 bis 28 Mikrometern untersuchen.

Das Teleskop hat bereits aufsehenerregende Bilder geliefert: Im Juli veröffentlichten Esa und Nasa die ersten hochaufgelösten Bilder des Weltraumteleskops. In den ersten Daten, die das JWST zur Erde funkte, fanden Forscher auch das älteste bisher entdeckte Sternensystem.

Im September lieferte das Instrument Bilder von Neptun mit seinen Ringen und sieben seiner vierzehn bekannten Monde. Es war das erste Bild der Ringe seit knapp 30 Jahren.

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