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Weltraumteleskop: Hubble vor dem Absturz und vor der Ablösung

Seit Jahren sinkt Hubble und könnte bald einen kritischen Bereich erreichen. Parallel könnte Ersatz von ungewöhnlicher Seite kommen.
/ Mario Petzold
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Andrew Feustel arbeitet 2009 am Weltraumteleskop Hubble. (Bild: Nasa)
Andrew Feustel arbeitet 2009 am Weltraumteleskop Hubble. Bild: Nasa

Laut Daily Galaxy(öffnet im neuen Fenster) droht das Missionsende des Weltraumteleskops Hubble womöglich früher als geplant. Verwiesen wird auf die öffentlich zugänglichen Positionsdaten(öffnet im neuen Fenster) des Teleskops im Orbit, die zeigen, dass sich das Absinken von Hubble beschleunigt.

Es befindet sich mittlerweile 480 km über der Erdoberfläche, 130 km tiefer als zu Missionsbeginn 1990. Sinkt es unter 400 km, soll es nicht mehr möglich sein, die Umlaufbahn wieder zu stabilisieren.

Mehrere Faktoren kommen zusammen

Das derzeit starke Absinken von Hubble hängt mit erhöhter Sonnenaktivität zusammen, die periodisch alle 11 Jahre auftritt und sämtliche Satellitenbahnen in dieser geringen Höhe beeinflusst. Allerdings beschleunigt sich der Wiedereintritt zusätzlich, je niedriger der Orbit ist.

Angehoben wurde das Weltraumteleskop schon dreimal. Dafür waren jeweils Space Shuttles im Einsatz, die jedoch bereits seit 2011 außer Dienst gestellt sind. Seitdem gab es keine weiteren Missionen. Zwar finden sich Ideen, die Umlaufbahn wieder anzuheben, aber konkrete Pläne haben sich daraus noch nicht entwickelt.

Bleibt es dabei und nehmen die Sonnenaktivitäten nicht deutlich ab, könnte die kritische Höhe von 400 km bereits in 4 Jahren erreicht sein, unterhalb derer ein Wiedereintritt unausweichlich sein soll.

Wissenschaftlicher Stellenwert ist hoch

Trotz eines Alters von über 35 Jahren liefert Hubble weiterhin wertvolle Daten, die beispielsweise für die Vermessung des Universums oder die Suche nach dunkler Materie genutzt werden. Über 20.000 wissenschaftliche Artikel sollen daraus mittlerweile entstanden sein.

Allerdings häufen sich die Defekte an Hubble. Die Ausrichtung des Teleskops funktioniert nur noch eingeschränkt und die neueste Computerhardware an Bord stammt aus dem Jahr 2009.

Lazuli will Hubble ersetzen

Um die Lücke zu schließen, die ein Ende von Hubble hinterlassen würde, könnte demnächst das erste private Weltraumteleskop in den Orbit starten. Das berichtet Ars Technica(öffnet im neuen Fenster). Demnach plant Eric Schmidt, ehemaliger CEO von Google, eine moderne Version von Hubble zu finanzieren.

Der Milliardär soll den Bau von insgesamt vier Teleskopen planen, drei auf der Erde, eines im Weltall. Das Magazin schätzt die nötigen Investitionen auf mindestens 500 Millionen US-Dollar.

Verbesserte Möglichkeiten

Zu dem Weltraumteleskop, das bereits den Namen Lazuli bekommen hat, finden sich bereits zahlreiche technische Informationen. Der Spiegel soll mit 3,1 m etwas größer ausfallen als derjenige von Hubble. Das beobachtbare Spektrum hingegen dürfte etwas kleiner werden.

Neben sichtbarem Licht soll noch der Nahinfrarotbereich bis 1.700 Nanometer Wellenlänge betrachtet werden können. Die Beobachtung von ultraviolettem Licht bis zu 200 Nanometern Wellenlänge scheint nicht eingeplant zu sein. Dabei ist das genau der Bereich, der durch den Sauerstoff in der Atmosphäre fast komplett geschluckt wird.

Der Orbit dürfte zudem ein ganz anderer werden. Lazuli soll in einer elliptischen Bahn jenseits des geostationären Orbits zwischen 77.000 und 275.000 km entfernt von der Erde kreisen. Der Start ist für 2028 angesetzt, so dass ab 2029 der wissenschaftliche Betrieb aufgenommen werden könnte.

Offener Umgang mit den Daten

Etwas eher sollen die Teleskope auf der Erdoberfläche fertiggestellt sein. Bereits im Sommer 2026 könnte ein Prototyp in Arizona, USA, erste Daten liefern. Die University of Arizona soll das Projekt leiten.

Alle gesammelten Daten sollen öffentlich zugänglich sein und frei genutzt werden können. Zudem sei nicht geplant, Zeit für Nutzung der Teleskope zu verkaufen. Stattdessen ist ein offener Wettbewerb angedacht, um den besten wissenschaftlichen Ideen den Vorrang zu geben.


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