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Weltraumteleskop: Esa-Teleskop Euclid liefert riesiges Mosaik der Milchstraße

Das Esa-Weltraumteleskop Euclid hat das bislang größte sichtbare Bild des galaktischen Zentrums der Milchstraße aufgenommen.
/ Nils Matthiesen
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Euclid hat das galaktische Zentrum fotografiert. (Bild: VALERY HACHE/AFP via Getty Images)
Euclid hat das galaktische Zentrum fotografiert. Bild: VALERY HACHE/AFP via Getty Images

Das Euclid-Weltraumteleskop der europäischen Weltraumorganisation Esa hat die bislang größte und detaillierteste sichtbare Lichtaufnahme des galaktischen Bulges erstellt(öffnet im neuen Fenster). Die Aufnahme(öffnet im neuen Fenster) zeigt die zentrale, dicht besiedelte Region der Milchstraße. Das resultierende Mosaik enthält mehr als 60 Millionen Sterne sowie Nebel und Sternhaufen. Die gesammelten Daten ermöglichen es der Wissenschaft, die Existenz potenzieller Exoplaneten mittels einer Mikrolinsentechnik (Microlensing) zu bestätigen und deren Massen präziser zu bestimmen.

Obwohl die Konstruktion von Euclid primär auf die Beobachtung von Milliarden weit entfernter Galaxien ausgelegt ist, erweist sich die Kamera für sichtbares Licht als empfindlich genug, um einzelne Sterne im extrem hellen Zentrum der Milchstraße aufzulösen. Am 23. März 2025 richtete sich das Teleskop für insgesamt 26 Stunden auf den galaktischen Bulge. Das fertige Mosaik setzt sich aus neun separaten Belichtungen zusammen. Jede dieser Teilaufnahmen deckt einen Himmelsbereich ab, der größer als der Vollmond ist.

Enorme Bildfläche im Vergleich zu Hubble

Die Bildqualität von Euclid entspricht der des Hubble-Weltraumteleskops, die Kamera deckt jedoch ein weitaus größeres Feld ab. Jede Aufnahme von Euclid erfasst laut eigenen Angaben in wenigen Stunden eine Fläche, die 270-mal größer ist als das Sichtfeld von Hubble. Das Keck-Observatorium auf der Erde würde für dasselbe Mosaik rund 2.000 Beobachtungsstunden benötigen.

Die hohe Sterndichte in der aufgenommenen Region eignet sich für die Suche nach Exoplaneten durch gravitativen Mikrolinseneffekt. Laut Jean-Philippe Beaulieu, dem Leiter der Beobachtungskampagne, wurden in den vergangenen 20 Jahren fast 300 Exoplaneten mit dieser Technik über erdgebundene Teleskope im galaktischen Zentrum entdeckt. Das neue Euclid-Bild umfasst bereits 51 bekannte Planetensysteme.

Archivdaten für zukünftige Weltraummissionen

Da die Entdeckung eines Mikrolinsen-Ereignisses mehrwöchige Beobachtungen erfordert, konnte Euclid während der kurzen Kampagne selbst keine neuen Ereignisse identifizieren. Die Daten liefern jedoch die Grundlage, um die Massen bereits bekannter und noch unentdeckter Planeten zu messen.

Laut Natalia Rektsini, Leiterin der Datenveröffentlichung, erfasste Euclid die Sterne für zukünftige Mikrolinsen-Ereignisse, bevor sich die Sterne und Planeten voreinander schoben. Kommende Missionen wie das Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop, dessen Start für das Jahr 2026 geplant ist, können die Euclid-Daten als historischen Referenzpunkt nutzen. Valeria Pettorino, Euclid-Projektwissenschaftlerin bei der Esa, betont, dass die Daten zudem für die Erforschung von braunen Zwergen, Doppelsternen, Sternbewegungen und galaktischem Staub dienen.


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