Weltraumteleskop: Eine private Mission könnte die Probleme von Hubble beheben

Die Nasa denkt über eine privatwirtschaftliche Mission zur Reparatur vom Weltraumteleskop Hubble nach. Der Milliardär Jared Isaacman schaltet sich ein.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Das Weltraumteleskop Hubble in etwa 550 Kilometern über der Erdoberfläche
Das Weltraumteleskop Hubble in etwa 550 Kilometern über der Erdoberfläche (Bild: Nasa)

Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa gab am 29. November bekannt, dass das Weltraumteleskop Hubble wegen eines Problems mit einem der drei einsatzbereiten Gyroskope erneut in einen Sicherheitsmodus versetzt wurde. Gyroskope helfen dem Weltraumteleskop bei der Orientierung im Weltraum. Die erneuten Probleme lösten bei der Behörde Diskussionen über eine private Mission zum Neustart und der möglichen Reparatur von Hubble aus.

Bereits am 19. November hatte dieses Gyroskop, nachdem es fehlerhafte Messwerte geliefert hatte, erstmals den Sicherheitsmodus ausgelöst. Am darauffolgenden Tag wurde das Weltraumteleskop wieder eingeschaltet, doch am 21. und 23. November kam es erneut zu Problemen. Es ist nicht absehbar, dass der wissenschaftliche Betrieb wieder aufgenommen werden kann.

Hubble verfügt über sechs Gyroskope, die bei der fünften und letzten Shuttle-Wartungsmission im Jahr 2009 installiert wurden. Drei der sechs Gyroskope zeigten seitdem Fehlfunktionen. Jedoch kann das Weltraumteleskop auch mit nur einem Gyroskop betrieben werden. Das würde aber auch zu Problemen führen, wie zum Beispiel der Unfähigkeit, Planetenbeobachtungen durchzuführen.

Privatwirtschaftliche Mission könnte Hubble retten

Auf die Probleme von Hubble reagierte Jared Isaacman. Er ist der Milliardär, der die privaten Astronautenmissionen von SpaceX im Zuge des Polaris-Programms unterstützt. Auf X postete er:"Setzen Sie uns in den Trainer."

Das war eine Anspielung auf eine im September 2022 angekündigte Studie, an der Isaacman, SpaceX und die Nasa beteiligt waren. Darin ging es um die Durchführbarkeit einer privaten Mission zur Wiederbelebung und zur möglichen Reparatur von Hubble mit dem Crew Dragon von SpaceX. Isaacman schlug damals vor, dass eine Hubble-Mission die Zweite von drei geplanten Polaris-Missionen sein könnte.

Die Studie wurde Anfang 2023 abgeschlossen. Weder die Nasa noch SpaceX gaben Einzelheiten zu den Ergebnissen der Studie oder den nächsten Schritten bekannt. Am 30. November erklärte Isaacman via X, dass ein Reboost und eine Wartungsmission laut der Studie machbar seien: "Dies sollte eine einfache Risiko-/Ertrags-Entscheidung sein." Einzelheiten über den Ablauf der Mission nannte er keine.

Neben SpaceX kämen noch acht weitere Firmen für eine Wartungsmission infrage. Die Nasa veröffentlichte im vergangenen Dezember ein Informationsersuchen, in dem sie nach Konzepten für kommerzielle Missionen zum Reboost von Hubble suchte. Eine finanzielle Unterstützung gibt es für die Unternehmen zwar nicht, diese könnten aber ihre Fähigkeiten demonstrieren und somit auf zukünftige Aufträge hoffen.

Dragon-Kapsel ist nicht ausgestattet für eine solche Mission

Wenn es sich jedoch um eine Wartungs- und nicht um eine Reboost-Mission handelt, fallen für die Nasa vermutlich dennoch Kosten an, etwa für die Hardware oder die Zeit für die Reparatur sowie die Arbeit der beteiligten Ingenieure.

Zwar gehen Vertreter aus der Industrie davon aus, dass eine Art Reboost-Mission mit der Crew Dragon oder einem Roboter-Raumschiff möglich ist. Dennoch fehle es der Dragon-Kapsel an einer Luftschleuse und einem Roboterarm für die Wartung. Ob Robotersysteme zu der komplexen Reparatur in der Lage sind, sei ebenfalls nicht klar. Ob es zu einer privatwirtschaftlichen Hubble-Mission komme, sei ungewiss.

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