Abo
  • Services:

Weltraumteleskop Chandra: Forscher entdecken Planeten verschlingenden Stern

Zum Glück ist er weit weg: Der Jungstern RW Aur A hat mutmaßlich einen oder mehreren Protoplaneten verschlungen. Bestätigt sich das, wäre es das erste Mal, dass Wissenschaftler beobachten, wie ein Planet in einen jungen Stern stürzt. Die Daten wurden mit dem Weltraumteleskop Chandra gesammelt.

Artikel veröffentlicht am ,
Junger Stern RW Aur A: regelmäßige Verdunkelungen
Junger Stern RW Aur A: regelmäßige Verdunkelungen (Bild: Nasa/CXC/M. Weiss)

Drama in den Tiefen der Galaxis? Astronomen beobachten seit über 80 Jahren den Stern RW Aur A und sein schwankendes Licht. Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine mögliche Erklärung für die Verdunkelung seines Lichts: Sie vermuten, dass RW Aur A einen Planeten verschlungen hat.

Stellenmarkt
  1. M-net Telekommunikations GmbH, München
  2. Wilhelm Layher GmbH & Co. KG, Güglingen-Eibensbach

RW Aur A ist nur wenige Millionen Jahre alt und befindet sich in der Taurus-Auriga-Konstellation, einer 450 Lichtjahre entfernten Region, in der Sterne entstehen. Er gehört zu einem Doppelsystem mit dem Stern RW Aur B, den RW Aur A umkreist. Beide Sterne haben etwa die Masse der Sonne. Seit 1937 beobachten Forscher den Stern und haben festgestellt, dass die Helligkeit seines Lichts schwankt.

Schon im Jahr nach der Entdeckung verdunkelte sich der Stern für etwa einen Monat. Das wiederholte sich im Laufe der Jahrzehnte. Doch in der letzten Zeit verlängerten sich die Phasen, in denen das Licht von RW Aur A sich abschwächte: 2011 dauerte sie gut ein halbes Jahr. Mitte 2014 wurde das Sternenlicht erneut dunkel und das blieb so bis November 2016.

Um mehr darüber zu erfahren, richteten der MIT-Forscher Hans Moritz Günther und sein Team das Röntgen-Weltraumteleskop Chandra auf den Stern, als er sich im Januar 2017 erneut verdunkelte. Fast 14 Stunden Röntgendaten zeichnete das Teleskop von RW Aur A auf.

Bei der Auswertung der Daten stellten die Wissenschaftler fest, dass der Stern von einer dichten Scheibe aus Gas und Staub umgeben ist. Auch ist er viel heißer als erwartet. Außerdem enthält die Scheibe einen hohen Anteil an Eisen.

Der Eisenanteil überraschte die Forscher am meisten. Der sei etwa um den Faktor 10 höher als üblich, sagt Günther. Das sei sehr ungewöhnlich, "denn normalerweise haben aktive und heiße Sterne weniger Eisen als andere, während dieser mehr hat." Die Frage sei: "Wo kommt all das Eisen her?"

Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen. Die eine ist, dass Eisenpartikel in einer stellaren Scheibe eingeschlossen werden können. Wenn sich die Struktur der Scheibe plötzlich ändert, etwa wenn der zweite Stern vorbeizieht, können die Eisenpartikel freigesetzt werden. Die zweite Theorie besagt, dass das Eisen von zwei Planetesimalen in der Umlaufbahn des Sterns stammt. Sie kollidierten miteinander, und die eisenhaltige Trümmerwolke verdunkelt den Stern zeitweise. Einen Teil der Trümmer könnte die stellare Scheibe aufgenommen haben.

"Es gibt viele Prozesse, die in jungen Sternen ablaufen", sagt Günther. Aber diese beiden könnten die Phänomene ausgelöst haben, die die Forscher beobachtet hätten. Das Team favorisiert in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift The Astronomical Journal die zweite Erklärung. Die ist natürlich auch die spektakulärere Variante: "Computersimulationen haben seit Langem vorhergesagt, dass Planeten in einen jungen Stern fallen können, aber das haben wir noch nie beobachtet", sagt der Forscher. "Wenn unsere Interpretation der Daten stimmt, ist das das erste Mal, dass wir einen jungen Stern dabei beobachten, wie er einen oder mehrere Planeten verschlingt."



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Dampfplauderer 20. Jul 2018

Weltraumteleskop Chandra: Forscher entdecken deine Mudda !

captaincoke 20. Jul 2018

Wir sammeln noch fürn Bus, aber bald sind alle Plätze gefüllt. Ticket ist gar nicht so...

plutoniumsulfat 19. Jul 2018

Soweit ich weiß, müssten sich doch beide Sterne gegenseitig umkreisen, bzw. das...


Folgen Sie uns
       


Odroid Go - Test

Mit dem Odroid Go kann man Doom spielen - aber dank seines ESP32-Mikrocontrollers ist er auch für Hard- und Softwarebastler empfehlenswert.

Odroid Go - Test Video aufrufen
Resident Evil 2 angespielt: Neuer Horror mit altbekannten Helden
Resident Evil 2 angespielt
Neuer Horror mit altbekannten Helden

Eigentlich ein Remake - tatsächlich aber fühlt sich Resident Evil 2 an wie ein neues Spiel: Golem.de hat mit Leon und Claire gegen Zombies und andere Schrecken von Raccoon City gekämpft.
Von Peter Steinlechner

  1. Resident Evil Monster und Mafia werden neu aufgelegt

Autonome Schiffe: Und abends geht der Kapitän nach Hause
Autonome Schiffe
Und abends geht der Kapitän nach Hause

Weite Reisen in ferne Länder, eine Braut in jedem Hafen: Klischees über die Seefahrt täuschen darüber hinweg, dass diese ein Knochenjob ist. Doch in wenigen Jahren werden Schiffe ohne Besatzung fahren, überwacht von Steuerleuten, die nach dem Dienst zur Familie zurückkehren. Daran arbeitet etwa Rolls Royce.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Elektromobilität San Francisco soll ein Brennstoffzellenschiff bekommen
  2. Yara Birkeland Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
  3. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen

Machine Learning: Wie Technik jede Stimme stehlen kann
Machine Learning
Wie Technik jede Stimme stehlen kann

Ein Unternehmen aus Südkorea arbeitet daran, Stimmen reproduzierbar und neu generierbar zu machen. Was für viele Branchen enorme Kosteneinsparungen bedeutet, könnte auch eine neue Dimension von Fake News werden.
Ein Bericht von Felix Lill

  1. AWS Amazon bietet seine Machine-Learning-Tutorials kostenlos an
  2. Random Forest, k-Means, Genetik Machine Learning anhand von drei Algorithmen erklärt
  3. Machine Learning Amazon verwirft sexistisches KI-Tool für Bewerber

    •  /