Abo
  • Services:

Weltraumteleskop Chandra: Forscher entdecken Planeten verschlingenden Stern

Zum Glück ist er weit weg: Der Jungstern RW Aur A hat mutmaßlich einen oder mehreren Protoplaneten verschlungen. Bestätigt sich das, wäre es das erste Mal, dass Wissenschaftler beobachten, wie ein Planet in einen jungen Stern stürzt. Die Daten wurden mit dem Weltraumteleskop Chandra gesammelt.

Artikel veröffentlicht am ,
Junger Stern RW Aur A: regelmäßige Verdunkelungen
Junger Stern RW Aur A: regelmäßige Verdunkelungen (Bild: Nasa/CXC/M. Weiss)

Drama in den Tiefen der Galaxis? Astronomen beobachten seit über 80 Jahren den Stern RW Aur A und sein schwankendes Licht. Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine mögliche Erklärung für die Verdunkelung seines Lichts: Sie vermuten, dass RW Aur A einen Planeten verschlungen hat.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Wiesbaden
  2. Robert Bosch GmbH, Berlin

RW Aur A ist nur wenige Millionen Jahre alt und befindet sich in der Taurus-Auriga-Konstellation, einer 450 Lichtjahre entfernten Region, in der Sterne entstehen. Er gehört zu einem Doppelsystem mit dem Stern RW Aur B, den RW Aur A umkreist. Beide Sterne haben etwa die Masse der Sonne. Seit 1937 beobachten Forscher den Stern und haben festgestellt, dass die Helligkeit seines Lichts schwankt.

Schon im Jahr nach der Entdeckung verdunkelte sich der Stern für etwa einen Monat. Das wiederholte sich im Laufe der Jahrzehnte. Doch in der letzten Zeit verlängerten sich die Phasen, in denen das Licht von RW Aur A sich abschwächte: 2011 dauerte sie gut ein halbes Jahr. Mitte 2014 wurde das Sternenlicht erneut dunkel und das blieb so bis November 2016.

Um mehr darüber zu erfahren, richteten der MIT-Forscher Hans Moritz Günther und sein Team das Röntgen-Weltraumteleskop Chandra auf den Stern, als er sich im Januar 2017 erneut verdunkelte. Fast 14 Stunden Röntgendaten zeichnete das Teleskop von RW Aur A auf.

Bei der Auswertung der Daten stellten die Wissenschaftler fest, dass der Stern von einer dichten Scheibe aus Gas und Staub umgeben ist. Auch ist er viel heißer als erwartet. Außerdem enthält die Scheibe einen hohen Anteil an Eisen.

Der Eisenanteil überraschte die Forscher am meisten. Der sei etwa um den Faktor 10 höher als üblich, sagt Günther. Das sei sehr ungewöhnlich, "denn normalerweise haben aktive und heiße Sterne weniger Eisen als andere, während dieser mehr hat." Die Frage sei: "Wo kommt all das Eisen her?"

Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen. Die eine ist, dass Eisenpartikel in einer stellaren Scheibe eingeschlossen werden können. Wenn sich die Struktur der Scheibe plötzlich ändert, etwa wenn der zweite Stern vorbeizieht, können die Eisenpartikel freigesetzt werden. Die zweite Theorie besagt, dass das Eisen von zwei Planetesimalen in der Umlaufbahn des Sterns stammt. Sie kollidierten miteinander, und die eisenhaltige Trümmerwolke verdunkelt den Stern zeitweise. Einen Teil der Trümmer könnte die stellare Scheibe aufgenommen haben.

"Es gibt viele Prozesse, die in jungen Sternen ablaufen", sagt Günther. Aber diese beiden könnten die Phänomene ausgelöst haben, die die Forscher beobachtet hätten. Das Team favorisiert in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift The Astronomical Journal die zweite Erklärung. Die ist natürlich auch die spektakulärere Variante: "Computersimulationen haben seit Langem vorhergesagt, dass Planeten in einen jungen Stern fallen können, aber das haben wir noch nie beobachtet", sagt der Forscher. "Wenn unsere Interpretation der Daten stimmt, ist das das erste Mal, dass wir einen jungen Stern dabei beobachten, wie er einen oder mehrere Planeten verschlingt."



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Dampfplauderer 20. Jul 2018

Weltraumteleskop Chandra: Forscher entdecken deine Mudda !

captaincoke 20. Jul 2018

Wir sammeln noch fürn Bus, aber bald sind alle Plätze gefüllt. Ticket ist gar nicht so...

plutoniumsulfat 19. Jul 2018

Soweit ich weiß, müssten sich doch beide Sterne gegenseitig umkreisen, bzw. das...


Folgen Sie uns
       


Two Point Hospital - Golem.de live

Dr. Dr. Golem meldet sich zum Dienst und muss im Livestream unfassbar viele depressive Clowns heilen, nein - nicht die im Chat.

Two Point Hospital - Golem.de live Video aufrufen
Shine 3: Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort
Shine 3
Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort

Die Tolino-Allianz bringt das Nachfolgemodell des Shine 2 HD auf den Markt. Das Shine 3 erhält mehr Ausstattungsdetails aus der E-Book-Reader-Oberklasse. Vor allem beim Lesen macht sich das positiv bemerkbar.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. E-Book-Reader Update macht Tolino-Geräte unbrauchbar

Assassin's Creed Odyssey im Test: Spektakel mit Spartiaten
Assassin's Creed Odyssey im Test
Spektakel mit Spartiaten

Inselwelt statt Sandwüste, Athen statt Alexandria und dazu der Krieg zwischen Hellas und Sparta: Odyssey schickt uns erneut in einen antiken Konflikt - und in das bislang mit Abstand schönste und abwechslungsreichste Assassin's Creed.
Von Peter Steinlechner

  1. Assassin's Creed Odyssey setzt CPU mit AVX-Unterstützung voraus
  2. Project Stream Google testet mit kostenlosem Assassin's Creed Odyssey
  3. Assassin's Creed angespielt Odyssey und der spartanische Supertritt

LittleBits Hero Inventor Kit: Die Lizenz zum spaßigen Lernen
LittleBits Hero Inventor Kit
Die Lizenz zum spaßigen Lernen

LittleBits gehört mittlerweile zu den etablierten und erfolgreichen Anbietern für Elektronik-Lehrkästen. Für sein neues Set hat sich der Hersteller eine Lizenz von Marvel Comics gesichert. Versucht LittleBits mit den berühmten Superhelden von Schwächen abzulenken? Wir haben es ausprobiert.
Von Alexander Merz


      •  /