Weltraumspiel: Umbau hinter Eve Online wird immer ungewöhnlicher
Nach dem überraschenden Rückzug des südkoreanischen Publishers Pearl Abyss vom Studio hinter Eve Online gibt es weitere Informationen zur Zukunft des Unternehmens.
Das bisher unter dem Namen CCP Games bekannte Studio firmiert künftig als Fenris Creations und wird wieder unabhängig geführt; Firmenchef ist Hilmar Veigar Petursson, einer der Gründer und der langjährige Leiter von CCP Games.
Zunächst erregte der Verkauf vor allem wegen des niedrigen Preises Aufmerksamkeit. Pearl Abyss übernahm CCP im Jahr 2018 für mindestens rund 225 Millionen US-Dollar, nun erfolgte der Rückverkauf an das Management für etwa 120 Millionen US-Dollar.
Inzwischen zeigt sich aber, dass hinter dem Schritt offenbar mehr als ein klassischer Spar- oder Krisenverkauf steckt.
Denn parallel steigt Google Deepmind als Minderheitsinvestor bei Fenris Creations ein. Zudem kündigten beide Unternehmen eine Forschungspartnerschaft an. Ziel ist es, KI-Systeme in besonders komplexen virtuellen Welten zu erforschen, und dafür eignet sich Eve Online offenbar besonders gut.
Das Onlinespiel gilt seit Jahren als eines der komplexesten MMOs überhaupt. Tausende Spieler interagieren dort in einer persistenten Welt mit eigener Wirtschaft, politischen Machtkämpfen, langfristigen Allianzen und riesigen Schlachten. Solche dynamischen Systeme sind für moderne KI-Forschung interessant, etwa für langfristige Planung, Gedächtnis oder kontinuierliches Lernen.
Eve Online segelt erfolgreich durchs All
Bemerkenswert ist auch, dass Eve Online wirtschaftlich zuletzt offenbar stark lief. Laut Fenris Creations war 2025 eines der erfolgreichsten Jahre der Firmengeschichte. Das vierte Quartal war den Angaben zufolge sogar das umsatzstärkste Quartal in der über 20-jährigen Geschichte des Spiels. Insgesamt meldet das Unternehmen für 2025 einen Umsatz von mehr als 70 Millionen US-Dollar.
Laut einer Pressemitteilung arbeitet Deepmind nicht direkt auf den Live-Servern mit echten Spielern. Stattdessen nutzt Google eine spezielle Offline-Version von Eve Online auf lokalen Servern als kontrollierte Forschungsumgebung. Durch die Zusammenarbeit sollen langfristig auch neue Spielerfahrungen entstehen.
Für Spieler soll sich kurzfristig wenig ändern. Führungsteam, Studios und laufende Projekte bleiben bestehen. Pearl Abyss wiederum will sich künftig stärker auf eigene Marken wie Crimson Desert konzentrieren.