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Weltraumsimulation: Wann wird Star Citizen endlich fertig?

Star Citizen ist ein riesiges Projekt, das durch ständige Änderungen in 14 Jahren nur weiter gewachsen ist. Doch es ist nicht unschaffbar.
/ Oliver Nickel
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Star Citizen steht aktuell unter heftiger Kritik. (Bild: Cloud Imperium Games)
Star Citizen steht aktuell unter heftiger Kritik. Bild: Cloud Imperium Games
Inhalt
  1. Weltraumsimulation: Wann wird Star Citizen endlich fertig?
  2. Die Vision ist erst vor ein paar Jahren schärfer geworden
  3. Ständig ändern sich Anforderungen
  4. Star Citizen um 2030 realistisch?

Star Citizen ist ein riesiges Projekt, das es so in der Geschichte der Computerspiele wohl noch nicht gegeben hat. Mehr als eine Milliarde US-Dollar konnte es allein durch Crowdfunding einnehmen. Und trotzdem zeigte ein vergangener Livestream der Entwickler(öffnet im neuen Fenster) von Cloud Imperium Games (CIG) auch Außenstehenden, wie unfertig die Weltraumsimulation eigentlich ist.

Um den Stream ist ein regelrechtes Drama entstanden: Die Community reagierte kritisch auf das gezeigte Event und bemerkte auch Ansätze von toxischer Arbeitsatmosphäre und einen rauen Ton innerhalb des Teams. So ließ Community-Chef Jared Huckaby den neuen Angestellten und Streamer Olli43(öffnet im neuen Fenster) mit direkten Worten gegen eine Wand laufen. "It's your show, wrap it up!", sagte er zum sichtlich beunruhigten Neuzugang bei CIG.

Daraufhin meldeten sich immer mehr Youtuber, etwa der deutsche Star-Citizen-Streamer Knebel(öffnet im neuen Fenster), und Contentersteller zu Wort und spannen das Drama weiter auf. Unter anderem reagierte Penguinz0(öffnet im neuen Fenster) auf den Livestream – ein Kanal mit 18,2 Millionen Abonnenten. Teilweise sind das allerdings Menschen, die das Projekt nicht intensiv verfolgen und eher vom Rand aus zuschauen.

Oft stellen außenstehende Parteien die berechtigte Frage: Warum ist Star Citizen in einem solch schlechten Zustand, obwohl es bereits seit 14 Jahren in der Entwicklung ist und eine Milliarde US-Dollar eingenommen hat? Und was muss Entwicklerstudio Cloud Imperium Games für die finale Version 1.0 tun? Wir geben einen Überblick.

Von Null aufgebaut

Zunächst sollten wir bedenken: Zu Beginn bestand das Projekt Star Citizen aus dem Erschaffer Chris Roberts, wenigen Entwicklern und einer Vision. Studios mussten zunächst aufgebaut, Geschäftsprozesse etabliert und Tools für die Entwicklung von Star Citizen programmiert werden. Keine gängige Engine damals hätte das Spiel so umsetzen können.

Im Laufe der Entwicklung mussten ganze Workflows und passende Werkzeuge neu gebaut werden, damit die zunächst genutzte Cry Engine für ein Projekt wie Star Citizen kompatibel gemacht werden konnte. Nach dem Verkauf von Teilen der Cry Engine an Amazon stellte auch CIG auf die von AWS neu gegründete und auf den gekauften Cry-Engine-3-Assets basierende Lumberyard-Engine um.

Die aktuelle Star Engine basiert noch immer auf der AWS-Vorlage, wurde mittlerweile allerdings so stark modifiziert, dass sie fast als eigenständige Engine angesehen werden kann. 2020 schloss das Entwicklerstudio noch einen Lizenzvertrag mit Crytek. Ab dann konnte CIG die Star Engine auf Basis der Cry Engine eigenständig und autark weiterentwickeln.

Schließlich sollen in Star Citizen Menschen in Schiffen, Schiffe auf Planeten, und Planeten im Sonnensystem gleichzeitig existieren können. Selbst Details wie leere Trinkflaschen, Leichen oder verlassene Raumschiffe werden zwischengespeichert.

Eine komplexe Engine

All das brauchte viel Zeit und Geld, was die eigentliche Entwicklung des Spiels weit verzögerte. Vor allem sind Entwicklertools und Workflows für die Star Engine so spezialisiert, dass nur wenige Entwickler bei CIG richtig viel Erfahrung damit vorweisen können. Das Einarbeiten neuer Mitarbeiter dauert lang – vor allem bei einem Projekt, das bereits so viele Wandlungen durchmachen musste.

Dazu kommt der Fakt, dass CIG parallel zu Star Citizen auch an dessen Einzelspielerableger Squadron 42 arbeitet. Dessen Release wurde mittlerweile von 2026 auf 2027 verschoben, was bei vielen Teilen der Community für Frust sorgte. Einige Insider und Content Creator wurden bereits zu einem internen Spieletest beim Entwickler selbst eingeladen. Dieses Event findet wohl am 9. Und 10. Oktober statt. Kurz darauf soll ein Releasetermin genannt werden.

Die weitere Entwicklung von Star Citizen hängt teilweise auch an in Squadron 42 entwickelten Systemen. Diverse Kernmechaniken wie verbesserte computergesteuerte Figuren und Gegner, verbesserte Flugeigenschaften für Raumschiffe und ein optimiertes Gunplay sollen von Squadron 42 später auch in Star Citizen integriert werden.

Dafür hat CIG zudem viele Entwicklerressourcen von Star Citizen abgezogen. Vor allem erfahrene Senior-Teams arbeiten an der Fertigstellung der Einzelspielerkampagne und stehen entsprechend nicht für die Weiterentwicklung des PU (Persistent Universe) von Star Citizen zur Verfügung. Zuletzt arbeiteten mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Belegschaft an Squadron 42.

Was die große Vision von Star Citizen zudem überhaupt ist, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Nun funktionieren teils uralte Systeme nicht mehr oder reichen nicht aus, um diese neue Vision zu bedienen. An einigen Stellen muss CIG von vorn beginnen.


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