Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Star Citizen um 2030 realistisch?

Was Star Citizen zu Beginn der Crowdfunding-Kampagne war und was es nun werden will, sind zwei unterschiedliche Spiele. Ursprünglich hatten sich Chris Roberts und sein Team eine Sandbox gewünscht, die durch die eigentlichen Spieler definiert wird. Mit der Zeit hat sich das Spiel in eine kuratiertere Version dessen gewandelt.

Es soll festgelegte Storystränge geben, globale Events wurden und werden bereits des Öfteren abgehalten und Spieler sollen mit Aktivitäten wie Bergbau, Schiffskampf, Warenhandel oder Salvaging die gleiche Gameloop bedienen: den Bau und das Herstellen von Gegenständen, Behausungen und Schiffen.

Dieser Wandel kam allerdings erst in den vergangenen zwei bis drei Jahren hinzu. Zuvor kritisierte die Star-Citizen-Community den Sandbox-Ansatz vor allem für die Möglichkeit, durch Griefing und wahllose Abschüsse diversen Spielern den Spaß zu verderben. Erst deshalb wurden Technologien wie strikteres Instanziieren von Inhalten und Arealen überhaupt in Betracht gezogen.

Chris Roberts über Star Citizen – Interview
Chris Roberts über Star Citizen – Interview (01:58)

Zusätzlich dazu änderte sich der Funktionsumfang elementarer Dinge in Star Citizen. Waren anfangs Planeten nur Kulissen, wurden sie später zu prozedural generierten und mittlerweile größtenteils von Hand erstellten Welten. Komponenten in Raumschiffen wurden zu echten physischen Komponenten umfunktioniert. Daraufhin mussten vor allem ältere Raumschiffe, die bereits fertiggestellt waren, noch einmal komplett neu entwickelt werden.

Nach Squadron 42 sollte es schneller gehen

Grundlegende Systeme wie die GUI, das Inventar und das Transitsystem gerieten durch den Featurecreep immer mehr unter Druck und wurden teilweise bereits mehrmals neu entwickelt oder überarbeitet. Oft sind sie mit Blick auf die Zukunft eines MMOs weiterhin kaputt. Das haben diverse Events gezeigt, bei denen Landepads auf Stationen nicht ausreichten oder Fahrstühle nach einigen Stunden Dauerbetrieb nicht mehr funktionieren wollten.

Bis die berüchtigte Version 1.0 in Star Citizen kommt, wird es aus all diesen Gründen noch Jahre dauern. Keines der Kernsysteme funktioniert bisher weitgehend fehlerfrei. Wir können aber davon ausgehen, dass die Entwicklung von Star Citizen ab Ende 2027 schneller vorangeht. Dann dürften die Teams hinzukommen, die bisher an Squadron 42 arbeiten. Das sind zuletzt laut CEO Chris Roberts 55 Prozent der Belegschaft gewesen. Möglicherweise wäre dann sogar ein Release des fertigen Spiels um das Jahr 2030 denkbar.

Das setzt voraus, dass Squadron 42 wirklich Mitte 2027 kommt. Und das ist mit Blick auf die Entwicklungsgeschichte keineswegs gewiss. CIG ist allerdings unter Zugzwang, da die Community sichtbar und auf allen Plattformen spürbar die Geduld verliert.


Relevante Themen