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Die Vision ist erst vor ein paar Jahren schärfer geworden

Ursprünglich wurde Star Citizen als Sandbox mit Hunderten Sonnensystemen und prozedural generierten Planeten angedacht. Spieler sollten hier auf Bergbaumission gehen, unbekannte Welten erkunden oder in riesigen Frachtschiffen Waren von einer Station zur nächsten fliegen. Eine wirkliche Kern-Spielschleife gab es lange Zeit nicht. Stattdessen wurden mehrere Aktivitäten parallel zueinander implementiert.

Nach und nach wurden zuerst Schiffskämpfe, dann Bergbau-Gameplay und FPS-Shooterelemente hinzugefügt. Später kamen andere Aktivitäten wie Salvaging und Cargo-Missionen hinzu. Auch können wir mittlerweile mit Tankschiffen andere Schiffe auftanken und so unsere Credits verdienen.

Zudem soll Star Citizen in der Version 1.0 nur noch fünf von Hand erstellte statt Hunderte prozedural generierte Sternensysteme aufweisen. Drei dieser Systeme hat CIG aktuell im Spiel implementiert. Allerdings ist eines davon, Nyx, bisher leer und leblos. Es wird einige Jahre dauern, bis alle Planeten und Stationen fertiggestellt sind. Aktuell ist seit dem Release von Nyx von vor acht Monaten nicht ein neuer Planet hinzugekommen.

Star Citizen Xenothreat Gameplay
Star Citizen Xenothreat Gameplay (13:23)

Alle aktuellen Aktivitäten existierten bis vor kurzem nur als einzelne Silos, die miteinander wenig zu tun haben. Bergbaupiloten bauten ihre Erze ab, Händler flogen mit ihren Frachtern von Station zu Station und Kampfpiloten schossen auf NPC-Piraten in abgelegenen Asteroidenfeldern. Das ultimative Ziel all dieser Aktivitäten: Credits anhäufen, um neue Raumschiffe zu kaufen.

Nun sind all diese Aktivitäten auf dem Papier erst einmal vielfältig. Allerdings spielt sich jede einzelne Säule bisher eher eintönig und ohne viel Tiefe. Unsere Karriere als Salvager besteht etwa nur daraus, zu Schiffswracks zu fliegen und ihnen die Hülle mittels Laserschneidern abzuziehen. Ein Cargo-Kurier stapelt die immer gleichen Boxen ins Schiff und lädt sie an immer gleichen Stationen wieder aus, während Kampfpiloten die immer gleichen Einsätze gegen identische NPC-Schiffe fliegen.

Crafting soll alle Gameloops verbinden

CIG versucht nun seit Ende 2025, all diese Dinge miteinander zu verbinden. Aus dem Sandbox-Spiel, bei dem es kaum Regeln gibt, wird künftig eine inhalts- und narrativgesteuerte Erfahrung, wie es bei klassischen MMOs der Fall ist. So gab es bereits mehrere zeitlich begrenzte Ereignisse und kleine Storyhappen zu sehen. Die Welt von Star Citizen soll durch solch dynamische Erzählstrukturen an Tiefe gewinnen.

Zu diesem Zweck hat CIG zudem ein Crafting-System geplant. Wir sammeln über Missionen und zeitlich begrenzte Events Blaupausen, auf deren Basis wir diverse Gegenstände und Ausrüstung bauen können. Die besten Blaupausen sind dabei meist hinter den schwierigsten Aktivitäten versteckt, etwa einem Gruppenraid auf eine Mining-Station oder die Einnahme eines Orbitallasers, auf der wir auch auf andere feindliche Spieler treffen können.

Jede Blaupause schaltet allerdings nur die Möglichkeit frei, einen bestimmten Gegenstand herzustellen. Dafür benötigen wir zusätzliche Ressourcen, deren Qualität zudem Einfluss auf das Endprodukt hat. Hier kommen Karrierepfade wie Salvaging und vor allem Bergbau ins Spiel. Star Citizens Crafting-System ist bisher nur sehr rudimentär implementiert und in keiner Weise ausbalanciert. Es fehlen zudem diverse andere Systeme, die ein solches System eigentlich benötigt.

So gibt es etwa noch immer kein galaxieweites dynamisches Wirtschaftssystem, mit dem wir auch an Herstellungsmaterialien gelangen könnten oder besonders seltene Mineralien für viel Geld verkaufen können. Denn selbst der Handel unter Spielern, ein funktionierender Gruppen-Manager oder ein Kommunikationssystem sind nicht funktionsfähig oder implementiert.

Wollen wir also Gegenstände herstellen, müssen wir selbst in das Bergbauschiff steigen, das Steuer im Jäger übernehmen und auf dem Boden Piraten in FPS-Kämpfen niederstrecken. Und dann kann es passieren, dass wir diese Ressourcen durch einen der zahlreichen Bugs verlieren.

Eigene Spielerbasen

Die erweiterte Form des Craftings, das Bauen ganzer Raumstationen und Spielerbasen, wurde bereits vor knapp zwei Jahren auf der Citizencon 2024 im Detail erklärt. Hier sollen ganze Schiffe und Häuser gebaut werden und Spieler können sich so ihre eigene Heimatbasis aufbauen. Für diesen Zweck wurden auch Konzepte von Kolonieschiffen vorgestellt. Große Vehikel wie die Consolidated Outland Pioneer bauen Basen direkt vor Ort – wie riesige fliegende 3D-Drucker.

Weder ein passendes Schiff noch die dazugehörigen Assets für den Basenbau wurden bisher in Star Citizen integriert. Vorher müssen zudem Systeme wie Warenwirtschaft, dynamischer galaxieweiter Handel, Erkundung, das Beanspruchen von Land und überhaupt die passenden Raumschiffe erstellt werden. Das dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen.


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