Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Ablauf und Auswirkungen der Abstürze unklar

Völlig unklar bleibt, wie sich das Verglühen auf die Atmosphäre auswirkt. Schließlich verschwinden Satelliten oder Oberstufen von Raketen nicht einfach. Sie werden zu Staub und Dämpfen, die über lange Zeit in der Luft bleiben.

So trägt Aluminiumoxid, einer der häufigsten Überreste von Weltraumschrott, zum Abbau von Ozon in der Atmosphäre bei. Bei anderen Metallen und den zahlreichen weiteren Verbindungen ist völlig unklar, wie sie sich auf die Atmosphäre auswirken.

Und das Problem bezieht sich nicht allein auf Weltraumschrott. Neben mehr als 1.000 Satelliten von Starlink, die pro Jahr ausgedient haben und nach und nach absinken, verglühen zumindest teilweise auch Raketenoberstufen, die die Satelliten an ihrer finalen Position absetzen.

Verhalten bei Absturz muss geprüft werden

Während die erste Stufe von Trägerraketen entweder wie bei SpaceX wieder landet oder ins Meer stürzt und teils geborgen werden kann, werden die anderen Bestandteile über unbewohnten Ozeanregionen zum Absturz gebracht.

Wie genau das geschieht und wie der Eintritt besser gesteuert werden kann, wird ebenfalls von der Esa geprüft. Die Mission Draco(öffnet im neuen Fenster) soll ab 2027 einen solchen Wiedereintritt genau untersuchen, damit Satelliten und Raketenteile sicher und rückstandsfrei verglühen können.

Unkontrolliertes Geoengineering

Aber auch ohne Trümmer, die die Erdoberfläche erreichen, ist das Problem des Weltraumschrotts nicht gelöst. Neben dem Schaden für die Ozonschicht gibt es weitere Auswirkungen, die das globale Klima betreffen.

Demnach gilt Aluminiumoxid als ein Mittel, um die Erderwärmung zu verlangsamen. Gleichzeitig jedoch werden auch Verbundstufe auf Basis von Kohlefasern freigesetzt, die die Erderwärmung erheblich beschleunigen könnten, sagte der Atmosphärenforscher Gerd Baumgarten der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall).

Immerhin werden auch diesbezüglich bereits neue Ansätze geprüft. An der Universität von Kyoto, Japan, wurde ein Satellit aus Holz entwickelt, der beim Wiedereintritt deutlich weniger Rückstände oder zumindest weniger schädliche Rückstände in der Atmosphäre hinterlassen soll.

So ganz genau weiß man das noch nicht. Sicher ist dagegen, dass die Anzahl der Satelliten und der Raketenstarts in den nächsten Jahren erheblich steigen wird.


Relevante Themen