Abo
  • Services:
Anzeige
Explosion eines Satelliten: selbstverstärkender Effekt
Explosion eines Satelliten: selbstverstärkender Effekt (Bild: Esa)

Gefahr für Stationen und Satelliten

Golem.de: Was fliegt da oben alles herum?

Metz: Als Weltraumschrott bezeichnen wir alle von Menschen gemachten Objekte, die keine Funktion mehr erfüllen. Das kann ein Satellit sein, der am Ende seiner Lebensdauer abgeschaltet wird, oder eine Raketenoberstufe, die im Orbit verbleibt. Den größten Anteil machen aber Trümmer aus. Das können Trümmer sein, die bei Kollisionen entstanden sind, das können aber auch Reste eines Raumfahrzeugs sein, das explodiert ist, als sich Treibstoffreste entzündet haben.

Anzeige

Golem.de: Wie groß sind die Teile?

Metz: Die größten Objekte sind alte Oberstufen oder intakte Satelliten. Die können 10 Meter und sogar noch größer sein. Die Trümmerfragmente bewegen sich im Bereich von Zentimetern, Millimetern oder Mikrometern. Die kleinsten sind beispielsweise Lacksplitter. Auch die zählen zum Weltraumschrott.

Golem.de: Ab welcher Größe sind die Objekte gefährlich für Satelliten oder die ISS?

Metz: Da muss man das Gefährdungspotenzial unterscheiden: Schon kleinste Partikel im Bereich von Millimetern können, wenn sie auf einen Satelliten treffen, zu einem Leistungsverlust führen, indem sie beispielsweise Solarpaneele beschädigen, die anschließend weniger Leistung produzieren, oder die Optik eines wissenschaftlichen Instruments. Wenn ein Objekte von etwa einem Zentimeter Größe frontal einen Satellitenkörper trifft, kann die Energie bereits ausreichen, um diesen Satelliten vollständig außer Funktion zu setzen. Bei einer Kollision mit einem noch größeren Objekt, so ab etwa zehn Zentimetern, droht die Gefahr, dass der Satellit vollständig zerstört wird. Das hätte dann den Effekt, dass hunderte oder gar tausende neuer Trümmer entstehen. Das führt dann zu einem selbstverstärkenden Effekt, dem sogenannten Kessler-Syndrom: Ein Satellit wird bei einer Kollision zertrümmert, und die entstandenen Fragmente können dann bei einer neuen Kollision wieder einen Satelliten zerlegen.

Golem.de: Wer ist für den Schrott verantwortlich?

Metz: Der vorhandene Weltraummüll stammt zum größten Teil aus den USA oder Russland, weil die die meiste Raumfahrt betrieben haben. Natürlich haben auch alle anderen, zum Beispiel Europa, Japan, Indien, ihren Anteil. Die kommerziellen Betreiber, die jetzt auf den Plan treten, SpaceX, One Web, Samsung oder Google, haben noch keine Satelliten im Orbit. Wenn die geplanten Megakonstellationen allerdings kommen, dann sprechen wir da von einer ganz anderen Größenordnung: Aktuell sind etwa 1.000 aktive Satelliten im Orbit. Eine Megakonstellation hat aber alleine 1.000 Satelliten. Das heißt, mit einem Schlag würde sich die Zahl der Satelliten im Orbit, die genutzt werden, verdoppeln bzw. mehr als verdoppeln.

Golem.de: Wie ernst ist das Problem?

Metz: Das Problem muss man schon sehr ernst nehmen. Den Weltraummüll gibt es nun einmal im Orbit. Es gibt immer wieder Kollisionen von Kleinstteilen mit Satelliten. Es hat auch schon Kollisionen mit größerem Debris gegeben, 2009 sogar eine Kollision von zwei intakten Objekten. Das ist eine Gefährdung für die Raumfahrt. Wenn man keine Gegenmaßnahmen ergreift, droht auch eine Kettenreaktion, eine Art selbstverstärkender Effekt, der in einigen Orbitregionen in Zukunft Raumfahrt schwierig bis fast unmöglich machen könnte.

 Weltraumschrott: "Der neue Aspekt sind die Megakonstellationen"Keinen Schrott produizeren 

eye home zur Startseite
Haf 27. Apr 2017

Ich erinnere mich, vor 20-25 Jahren, wahrscheinlich in einem Lustigen Taschenbuch, eine...

Haf 27. Apr 2017

Planetes war wirklich eine beeindruckende Serie. Und bis auf die Klamauk-Otakus vom Mond...

IncredibleAlk 20. Apr 2017

Du sollst die Satelliten auch nicht verstecken. Die Position ist bekannt und/oder ändert...

timo.w.strauss 20. Apr 2017

handeln statt nachdenken wünsche ich mir. Wir haben so viel Müll, egal wo man hinschaut...

AllDayPiano 19. Apr 2017

Richtig. Es ist ein reflexives Indefinitpronomen.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Ratbacher GmbH, Essen
  2. Bundes-Gesellschaft für Endlagerung mbH (BGE), Salzgitter, später Peine
  3. DMG MORI Management GmbH, Bielefeld
  4. HAMBURG SÜD Schifffahrtsgruppe, Hamburg


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 5,99€
  2. 50,99€ (Vorbestellung)
  3. 2,49€

Folgen Sie uns
       


  1. Ronny Verhelst

    Tele-Columbus-Chef geht nach Hause

  2. Alphabet

    Google Gewinn geht wegen EU-Strafe zurück

  3. Microsoft

    Nächste Hololens nutzt Deep-Learning-Kerne

  4. Schwerin

    Livestream-Mitschnitt des Stadtrats kostet 250.000 Euro

  5. Linux-Distributionen

    Mehr als 90 Prozent der Debian-Pakete reproduzierbar

  6. Porsche Design

    Huaweis Porsche-Smartwatch kostet 800 Euro

  7. Smartphone

    Neues Huawei Y6 für 150 Euro bei Aldi erhältlich

  8. Nahverkehr

    18 jähriger E-Ticket-Hacker in Ungarn festgenommen

  9. Bundesinnenministerium

    Neues Online-Bürgerportal kostet 500 Millionen Euro

  10. Linux-Kernel

    Android O filtert Apps großzügig mit Seccomp



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Creoqode 2048 im Test: Wir programmieren die größte portable Spielkonsole der Welt
Creoqode 2048 im Test
Wir programmieren die größte portable Spielkonsole der Welt
  1. Arduino 101 Intel stellt auch das letzte Bastler-Board ein
  2. 1Sheeld für Arduino angetestet Sensor-Platine hat keine Sensoren und liefert doch Daten
  3. Calliope Mini im Test Neuland lernt programmieren

Ikea Trådfri im Test: Drahtlos (und sicher) auf Schwedisch
Ikea Trådfri im Test
Drahtlos (und sicher) auf Schwedisch
  1. Die Woche im Video Kündigungen, Kernaussagen und KI-Fahrer
  2. Augmented Reality Ikea will mit iOS 11 Wohnungen virtuell einrichten
  3. Space10 Ikea-Forschungslab untersucht Umgang mit KI

Microsoft Surface Pro im Test: Dieses Tablet kann lange
Microsoft Surface Pro im Test
Dieses Tablet kann lange
  1. Microsoft Neues Surface Pro fährt sich ohne Grund selbst herunter
  2. iFixit-Teardown Surface Laptop ist fast nicht reparabel
  3. Surface Studio Microsofts Grafikerstation kommt nach Deutschland

  1. Re: Steuergelder = Quellcode offenlegen

    piratentölpel | 00:31

  2. Re: Erfahrungsgemäß ist bei den Surface Laptops

    dEEkAy | 00:31

  3. Re: DSLRs?

    Flexy | 00:22

  4. Re: Es ist echt verblüfffend.....

    Patman | 00:12

  5. Re: Reichtum ist parasitär

    piratentölpel | 00:05


  1. 23:54

  2. 22:48

  3. 16:37

  4. 16:20

  5. 15:50

  6. 15:35

  7. 14:30

  8. 14:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel