Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Weltraumschrott: China verursacht Müllhaufen im All

300 Millionen Teile Weltraummüll und kein Ende. Eine chinesische Rakete ist nach der Auslieferung ihrer Internetsatelliten auseinandergebrochen.
/ Patrick Klapetz
25 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Kompositbild von Slingshot: Trümmer der Rakete Langer Marsch 6A (6. August 2024) (Bild: Slingshot Aerospace)
Kompositbild von Slingshot: Trümmer der Rakete Langer Marsch 6A (6. August 2024) Bild: Slingshot Aerospace

Eigentlich verlief beim Start des chinesischen Satellitennetzwerkes Qianfan (Tausend Segel) alles nach Plan. Die Trägerrakete des Typs Langer Marsch 6A startete wie geplant, die 18 Internetsatelliten wurden im Orbit ausgesetzt , doch dann brach die Rakete auseinander(öffnet im neuen Fenster) .

Das erzeugte ein riesiges Trümmerfeld mit mehr als 300 Teilen – zumindest ist das die Zahl für den neuen Weltraumschrott, der von der Erde aus verfolgt werden kann. Der Müllhaufen befindet sich laut US Space Command in einer Höhe von etwa 800 Kilometern über dem Meeresspiegel. Die genaue Anzahl der Trümmer ist ungewiss, da nur Teile getrackt werden können, die größer als zehn Zentimeter sind.

Das Auseinanderbrechen der Raketenstufe erfolgte laut US Space Force wahrscheinlich am 7. August 2024 um 15:48 Uhr (UTC). "Es besteht derzeit keine Gefahr für die bemannte Raumfahrt. Die Analyse ist im Gange" , hieß es in einer Erklärung(öffnet im neuen Fenster) . Die ersten Aufnahmen der auseinandergebrochenen Rakete stammen von Slingshot Aerospace(öffnet im neuen Fenster) , einem Unternehmen für Weltraumverfolgung und Datenanalyse.

Weltraumschrott: die Gefahr im All

Bisherige Schätzungen der europäischen Weltraumbehörde Esa gehen von etwa 36.500 Objekten mit einem Durchmesser von über zehn Zentimetern im Erdorbit aus. Kleinere Teile von der Größe von einem bis zehn Zentimetern scheint es über eine Millionen zu geben; hinzu kommen weitere 330 Millionen Objekte, die zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter groß sind. Dazu kommen jetzt die Teile der chinesischen Rakete.

Die Gefahr beim Weltraumschrott besteht darin, dass die Teile die Erde mit einer extremen Geschwindigkeit von 27.000 Kilometern pro Stunde (7,5 Kilometern pro Sekunde) umrunden. Daher können bereits die kleinsten Objekte gefährliche Geschosse sein, die andere Raumfahrzeuge bedrohen. Bei einem Zusammenstoß kann es zu einer Kettenreaktion von weiteren Kollisionen kommen, die neue Schrottteile produzieren.

Das chinesische Satellitennetzwerk

Die 18 Qianfan-Satelliten sind die ersten einer geplanten Megakonstellation von mehr als 14.000 Kommunikationssatelliten im erdnahen Orbit (Low Earth Orbit, kurz Leo). Damit sind mehr als doppelt so viele Satelliten im All geplant, als SpaceX als bisher größter Anbieter von Satelliteninternet im Orbit hat.

Im Juli 2024 befanden sich 6.281 Starlink-Satelliten in der Umlaufbahn, von denen 6.206 in Betrieb sind, so der Astronom Jonathan McDowell, der die Konstellation auf seiner Webseite verfolgt(öffnet im neuen Fenster) .


Relevante Themen