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Weltraumschrott: 600-kg-Sonde ungeplant am Mittwoch abgestürzt

Der ausgediente Satellit ist Jahre zu früh in die Atmosphäre eingetreten und abgestürzt. Bis zum Schluss war unklar, wann und wo er aufschlägt.
/ Mario Petzold
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Die Van-Allen-Sonden waren von 2012 bis 2019 in Betrieb. (Bild: Nasa)
Die Van-Allen-Sonden waren von 2012 bis 2019 in Betrieb. Bild: Nasa

Wie die Nasa mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , ist die Van-Allen-Sonde A, die den Strahlungsgürtel um die Erde untersuchte, am Mittwochabend nach einiger Ungewissheit um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit abgestürzt. Zuvor teilte die US Space Force mit, dass sie ungeplant in die Atmosphäre eingetreten war. Der Absturzzeitpunkt wurde zunächst mit 1 Uhr angegeben.

Der Satellit verglüht wegen seines hohen Gewichts von 600 kg wohl nicht vollständig, sondern zerbricht. Fragmente dürften die Erdoberfläche bereits erreicht haben. Je nach Form und Größe können diese eine Geschwindigkeit von bis zu 10 Kilometern pro Sekunde erreichen.

Als Absturzstelle wird der östliche Pazifik genannt, 2 Grad Süd, 155 Grad Ost. Das ist das Gewässer nördlich der Salomonen. Diese Koordinaten nennt Space.com(öffnet im neuen Fenster) und beruft sich auf eine E-Mail eines Nasa-Mitarbeiters.

Wahrscheinlichkeit für Schäden ist gegeben

Das Risiko, dass die Fragmente Menschen verletzen, lag laut der Mitteilung bei 0,02 Prozent. Vor allem bestand die Hoffnung, dass die Trümmer in den Ozean stürzen. Weil aber weder die genaue Zeit noch die ungefähre Flugbahn bekannt waren, war bis zum Schluss unklar, wo genau die Satellitenteile niedergehen würden.

Dass es überhaupt so schnell und etwas überraschend zum Wiedereintritt kam, lag an der starken Sonnenaktivität in den letzten Jahren. Diese verursacht eine Ausdehnung der Atmosphäre, so dass die Reibung an der Luft die Satelliten schneller abbremst. Auch das Weltraumteleskop Hubble verlor zuletzt deutlich an Höhe.

Ursprünglich hätte die Van-Allen-Sonde noch knapp ein Jahrzehnt im Orbit verbleiben sollen. Das etwas schwerere Schwestermodell Van Allen B wird zumindest noch ein paar Jahre im Orbit verbringen.

Elliptisch in den Van-Allen-Gürtel

Beide Forschungssonden umkreisten die Erde in stark elliptischen Bahnen in einer Höhe zwischen 30.000 und lediglich 600 km Höhe über der Erdoberfläche. Nur so ließ sich der Strahlungsgürtel in seiner gesamten Ausdehnung auf Teilchen untersuchen. Allerdings führte das regelmäßige Eindringen in die Thermosphäre direkt über der unteren Atmosphäre nun zum relativ spontanen Abbremsen und dem Absturz.

Nachtrag vom 12. März 2026, 9:41 Uhr

Die US Space Force hat den Wiedereintritt am 11. März um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit bestätigt. Der Artikel wurde dahingehend aktualisiert.


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