Weltraumpolitik: Bernie Sanders bezeichnet Nasa als Bankomat für Superreiche

Bernie Sanders befürchtet, dass die Nasa zur Gelddruckmaschine von Musk und Bezos wird. Er fordert eine bessere Debatte zur Weltraumpolitik.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
US-Politiker Bernie Sanders bei einer Pressekonferenz im US-Capitol.
US-Politiker Bernie Sanders bei einer Pressekonferenz im US-Capitol. (Bild: Win MacNamee, Getty Images News)

Der US-Politiker Bernie Sanders ist besorgt, dass die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa zum "Bankomaten" für Elon Musk und Jeff Bezos wird. Denn diese finanziert private Unternehmen wie SpaceX für ihre Missionen, um Fracht und Menschen unter anderem zur Internationalen Raumstation ISS zubringen. Auch die Mondlandungen werden von privaten Unternehmen durchgeführt.

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Die erste Frau und der nächste Mann auf dem Mond werden mit dem umgebauten Starship von SpaceX auf dessen Oberfläche landen. Blue Origin könnte in Zukunft ebenfalls so einen Dienst anbieten. Auch die Flüge zur ISS werden von privaten Startups bereitgestellt. Und die Nasa zahlt dafür. "Ich bin besorgt, dass die Nasa ein Bankomat geworden ist, weniger, um ein Weltraumrennen zwischen den USA und anderen Ländern zu unterstützen, sondern zwischen den zwei wohlhabendsten Männer in Amerika - Elon Musk und Jeff Bezos, die zusammen einen Wert von mehr als 450 Milliarden Dollar haben", schreibt Sanders in einem in The Guardian veröffentlichten Schreiben.

"Rettungsaktion für Bezos"

Sanders macht sich Sorgen darüber, wer die Unternehmen kontrollieren wird, die die Menschen zum Mond und später auch zum Mars schicken. Außerdem fragt er sich, ob diese Missionen dem amerikanischen Volk und den Weltbürgern nutzen oder ob sie nur dazu dienen, um die Superreichen noch reicher zu machen.

Sanders kritisiert dabei auch, dass Bezos trotz seines Reichtums in einem bestimmten Jahr weder Bundeseinkommensteuern noch Einkommensteuern für Amazon gezahlt hat. Der Politiker bezeichnet die zehn Milliarden US-Dollar, die Bezos für eine Mondlandefähre von der Nasa erhalten habe, als "eine milliardenschwere Rettungsaktion für Bezos". Letztendlich konnte sich SpaceX bei diesem Projekt durchsetzen, - was die Sache aber nicht verbessert.

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Sanders geht es dabei nicht um einzelne Missionen, sondern auch darum, dass die Steuerzahler diese mitsubventionieren. Als Beispiel führt er die Axiom-1-Mission an, bei der vier Weltraumtouristen mehrere Tage Urlaub auf der Internationalen Raumstation ISS gemacht haben.

Astro-Mining: Ein Ding für die Superreichen?

Zudem ist er besorgt über den zukünftigen Asteroiden-Bergbau: "Tatsächlich haben sowohl Goldman Sachs als auch der bekannte Astrophysiker Neil deGrasse Tyson vorausgesagt, dass der erste Billionär der Welt derjenige sein wird, der herausfindet, wie man natürliche Ressourcen auf Asteroiden nutzbar macht und ausbeutet." Damit würden diese Menschen noch reicher und automatisch mehr Macht erhalten.

Der Politiker kritisiert auch das Weltraumgesetz von 2015. Der Senat habe es einfach so durchgewinkt und privaten Unternehmen damit erlaubt, "alle Ressourcen zu besitzen, die sie im Weltraum entdecken." Die US-Steuerzahler, die diese Unterfangen ermöglichten, erhielten für ihr Investment jedoch "eine Rendite von 0 Prozent".

Mit seinem Schreiben möchte Sanders eine ernsthafte Debatte über eine "vernünftige Weltraumpolitik" eröffnen. Er sieht großes Potenzial in der Nutzung des Weltraums, mit dem man das Leben auf der Erde verbessern könnte. Er sieht aber auch die Gefahr, dass man den Weltraum nur einer Handvoll Superreichen öffnet und nicht der gesamten Menschheit.

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JE 26. Apr 2022

Richtig - SLS soll 2 Mrd $ pro Start kosten - und das sind nur die aktuell geplanten...

PrinzessinArabella 25. Apr 2022

Die NASA ist allerdings nicht ursächlich für die selbstbedienungsmentalität ihr...

Hotohori 25. Apr 2022

Vermutlich, würde er solche Aussagen bei anderen Unternehmen machen, würden die schnell...

Hotohori 25. Apr 2022

Das war Sarkasmus, oder? Genauso wie Old Space schafft SpaceX und Co etliche...



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