Ultima Thule könnte die Form von Oumuamua erklären

Das Fehlen weiterer Beobachtungen ist eines der größten Probleme für die wissenschaftliche Auswertung, da somit nur ein einziges Objekt des Kuipergürtels näher untersucht wurde. Damit stehen die Wissenschaftler vor einem ähnlichen Problem wie nach der Beobachtung von 2001 QG 298 im Jahr 2004. Die Art der Veränderung der Helligkeit bei der Rotation dieses Asteroiden deutet stark darauf hin, dass auch er ein doppelter Asteroid aus zwei verbundenen Teilen ist.

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Aber 2001 QG 298 war nur einer von 34 beobachteten Asteroiden, weshalb sich nur schwer Vermutungen über die Allgemeinheit der Asteroiden anstellen ließen. Denn größere Helligkeitsschwankungen können nur bei einer günstigen Stellung eines solchen Doppelasteroiden beobachtet werden. Neueren Messungen zufolge wird der Anteil dieser Art von Asteroiden im Kuipergürtel auf wenigstens ein Viertel geschätzt.

Zwei Asteroiden kollidierten langsam

Die Entstehung dieser Asteroidenform ist noch ungeklärt. Aber Modelle deuten darauf hin, dass viele Asteroiden ursprünglich als doppelte Asteroiden entstanden sind, die in einigem Abstand umeinander rotieren. Wenn dabei die Umlaufbahn der Asteroiden umeinander stark gegen die Umlaufbahn der Asteroiden um die Sonne geneigt ist, führt der sogenannte Kozai-Effekt zu einer starken Ellipsenverzerrung.

Am nächsten Punkt der Ellipse kann dabei durch Gezeitenkräfte zwischen den Asteroiden Bewegungsenergie verloren gehen. Dadurch nähern sich beide langsam aneinander an, bis sie sich schließlich in einer sehr langsamen Kollision berühren und durch die Gravitation aneinander gebunden bleiben. Weitere Daten über die Häufigkeit solcher verbundenen Doppelasteroiden würden wichtige Erkenntnisse über die Mechanismen der Entstehung von größeren Asteroiden und Planeten mit sich bringen. Wahrscheinlich entstand so auch die markante Entenform des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, wobei dessen Form durch die nahen Vorbeiflüge an der Sonne inzwischen stark verändert wurde.

Ultima Thule bestätigt eine gewagte Theorie

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Die neuen Bilder von Ultima Thule dürften auf jeden Fall einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Form des interstellaren Asteroiden Oumuamua geleistet haben, der 2017 an der Sonne vorbeiflog. In einem bemerkenswerten Paper vom April 2018 interpretierte ein amerikanischer Astronom die Messdaten der Lichtkurve als zwei miteinander verbundene Asteroiden mit dunkler, rötlicher Oberfläche und etwas hellerem Material im Bereich der Verbindungsstelle zwischen ihnen. Das entspricht den Beobachtungen von Ultima Thule und deutet an, dass Oumuamua wohl keine Zigarrenform hat und stattdessen wohl unter ähnlichen Bedingungen entstanden sein könnte, wie sie einst im Kuipergürtel der Sonne herrschten.

Der größte Teil der wissenschaftlichen Daten befindet sich noch immer in den Speicherbänken von New Horizons. Der Download wird mit 1,4 KBit/s lange Zeit dauern. Welche Zukunft der Sonde bevorsteht, hängt vom Glück und der Frage ab, ob sich ein weiterer Asteroid in der Nähe ihrer Flugbahn findet. Derzeit plant keine der Weltraumforschungsagenturen der Welt weitere Starts von Missionen zu den Asteroiden in die äußeren Bereiche des Sonnensystems.

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