• IT-Karriere:
  • Services:

Weltraumforschung: Nach 32 Jahren endlich im All

Ab Oktober soll Spektr-RG erstmals den gesamten Himmel im mittleren Röntgenspektrum kartographieren. Das Projekt ist in der Sowjetunion schon 1987 geplant gewesen, doch chronische Finanzprobleme haben es immer wieder verzögert.

Artikel von veröffentlicht am
Bei klarem Himmel hob die Proton-Rakete mit Spektr-RG in Baikonour ab.
Bei klarem Himmel hob die Proton-Rakete mit Spektr-RG in Baikonour ab. (Bild: Screenshot/Roscosmos)

Der Sternenhimmel leuchtet nicht nur in den Farben des sichtbaren Lichts, dem Infrarot und Ultraviolett, sondern auch im Röntgenlicht, das von der Erdatmosphäre blockiert wird. Trotz aller gestarteten Weltraumobservatorien gibt es bis heute keine vollständige Aufnahme des Himmels im mittleren Bereich des Röntgenlichts, zwischen 2 und 10 keV. Rosat lieferte Bilder vom Bereich darunter. Satelliten wie Chandra oder XMM-Newton beobachten nur einzelne Objekte und liefern keine vollständige Übersicht. Schon im Juni stand Spektr-RG in der Spitze einer Proton-Rakete auf der Startrampe. Am Samstag wurde sie erfolgreich auf den Weg zum 1,5 Millionen km entfernten Librationspunkt L2 gebracht.

Inhalt:
  1. Weltraumforschung: Nach 32 Jahren endlich im All
  2. Ein deutscher Satellit war Vorbild für eRosita

Seit dem Fall der Sowjetunion ist es der erste erfolgreiche Start einer russischen Wissenschaftsmission außerhalb des Erdorbits. Die beiden vergangenen größeren Missionen, Phobos-Grunt und Mars 96, scheiterten durch Fehlfunktionen der Trägerrakete. Die Meldung vom erfolgreichen Start und der Abtrennung des Observatoriums wurde mit entsprechend großer Erleichterung auch in Deutschland aufgenommen, wo eine der beiden Hauptnutzlasten entwickelt worden war. Statistisch waren zuletzt nur etwa neun von zehn Starts der Proton-Rakete erfolgreich.

Die Geschichte der Mission geht bis ins Jahr 1987 zurück, als in der Sowjetunion nach wissenschaftlichen Verwendungen des 72Kh6-Militärsatelliten gesucht wurde, der zur Überwachung von ballistischen Raketenstarts aus einem stark elliptischen Orbit diente. Er musste präzise auf Ziele ausgerichtet werden können und stellte so eine gute Plattform für Weltraumteleskope dar. Spektr-RG war schon damals als internationale Mission geplant, an der im Laufe der Geschichte bis zu 20 Partnerländer beteiligt waren, darunter Deutschland.

15 verschiedene Instrumente sollten Übersichts- und Detailaufnahmen machen können. Spektrometer sollten genauere Analysen anstellen und andere Detektoren Gamma-Ray-Bursts aufspüren. Ursprünglich war der Start für 1993 geplant. Aber Finanzprobleme und der Zerfall der Sowjetunion verzögerten das Projekt zugunsten von Mars 96.

Stellenmarkt
  1. LAUDA Dr. R. Wobser GmbH & Co. KG, Burgwedel, Lauda-Königshofen
  2. Bundeskriminalamt, Wiesbaden

Nach dem Scheitern von Mars 96 sollte Spektr-RG an die Spitze des russischen Raumforschungsbudgets gesetzt werden. Aber nach dem Staatsbankrott von 1998 wurden vom Staat praktisch keine Gelder mehr zur Verfügung gestellt. Die internationalen Partner sollen zu dem Zeitpunkt bereits rund 300 Millionen US-Dollar investiert haben.

Zum teilweisen Ausgleich wurde der Start des internationalen Gammastrahlen-Observatoriums Integral mit einer Proton-Rakete angeboten und 2002 durchgeführt. Außerdem ließ das Interesse nach, da Observatorien wie Chandra und XMM-Newton einen Großteil der gleichen Fähigkeiten abdeckten. Aber sie lieferten keine Übersichtsaufnahmen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Ein deutscher Satellit war Vorbild für eRosita 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 31,49€
  2. 7,99€
  3. (-30%) 41,99€

SanderK 14. Jul 2019

Gut, war ich nicht der Einzige ;-) Danke!


Folgen Sie uns
       


Elektrifizierte Tiefgarage von Netze BW angesehen

Wir haben uns ein Testprojekt für eine elektrifizierte Tiefgarage im baden-württembergischen Tamm zeigen lassen.

Elektrifizierte Tiefgarage von Netze BW angesehen Video aufrufen
DSGVO: Nicht weniger als Staatsversagen
DSGVO
Nicht weniger als Staatsversagen

Unterfinanziert und wirkungslos - so zeigen sich die europäischen Datenschutzbehörden nach zwei Jahren DSGVO gegenüber Konzernen wie Google und Facebook.
Eine Analyse von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Datenschutzverstöße EuGH soll über Verbandsklagerecht entscheiden
  2. DSGVO Proton vergisst Git-Zugang auf Datenschutzwebseite
  3. DSGVO Iren sollen Facebook an EU-Datenschützer abgeben

Corona: Japans Krankenhäuser steigen endlich von Fax auf E-Mail um
Corona
Japans Krankenhäuser steigen endlich von Fax auf E-Mail um

In Japan löst die Coronakrise einen Modernisierungsschub aus. Den Ärzten in den Krankenhäusern fehlt die Zeit für das manuelle Ausfüllen von Formularen.
Ein Bericht von Felix Lill

  1. Corona IFA 2020 findet doch als physisches Event statt
  2. Corona Pariser Polizei darf keine Drohnen zur Überwachung verwenden
  3. Coronapandemie Wie wir fliegen werden

Ikea Trådfri im Test: Das preisgünstige Smart-Home-System
Ikea Trådfri im Test
Das preisgünstige Smart-Home-System

Ikea beweist, dass ein gutes Smart-Home-System nicht sündhaft teuer sein muss - und das Grundprinzip gefällt uns besser als bei Philips Hue.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Ikea Trådfri Fehlerhafte Firmware ändert Schaltverhalten der Lampen
  2. Fyrtur und Kadrilj Ikeas smarte Rollos lernen Homekit
  3. Trådfri Ikeas dimmbares Filament-Leuchtmittel kostet 10 Euro

    •  /