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Weltraumforschung:
Nach 32 Jahren endlich im All

Ab Oktober soll Spektr-RG erstmals den gesamten Himmel im mittleren Röntgenspektrum kartographieren. Das Projekt ist in der Sowjetunion schon 1987 geplant gewesen, doch chronische Finanzprobleme haben es immer wieder verzögert.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Bei klarem Himmel hob die Proton-Rakete mit Spektr-RG in Baikonour ab. (Bild: Screenshot/Roscosmos)
Bei klarem Himmel hob die Proton-Rakete mit Spektr-RG in Baikonour ab. Bild: Screenshot/Roscosmos

Der Sternenhimmel leuchtet nicht nur in den Farben des sichtbaren Lichts, dem Infrarot und Ultraviolett, sondern auch im Röntgenlicht, das von der Erdatmosphäre blockiert wird. Trotz aller gestarteten Weltraumobservatorien gibt es bis heute keine vollständige Aufnahme des Himmels im mittleren Bereich des Röntgenlichts, zwischen 2 und 10 keV. Rosat lieferte Bilder vom Bereich darunter. Satelliten wie Chandra(öffnet im neuen Fenster) oder XMM-Newton(öffnet im neuen Fenster) beobachten nur einzelne Objekte und liefern keine vollständige Übersicht. Schon im Juni stand Spektr-RG in der Spitze einer Proton-Rakete auf der Startrampe. Am Samstag wurde sie erfolgreich auf den Weg zum 1,5 Millionen km entfernten Librationspunkt L2 gebracht.

Seit dem Fall der Sowjetunion ist es der erste erfolgreiche Start einer russischen Wissenschaftsmission außerhalb des Erdorbits. Die beiden vergangenen größeren Missionen, Phobos-Grunt(öffnet im neuen Fenster) und Mars 96(öffnet im neuen Fenster) , scheiterten durch Fehlfunktionen der Trägerrakete. Die Meldung vom erfolgreichen Start(öffnet im neuen Fenster) und der Abtrennung des Observatoriums wurde mit entsprechend großer Erleichterung auch in Deutschland aufgenommen, wo eine der beiden Hauptnutzlasten entwickelt worden war. Statistisch waren zuletzt nur etwa neun von zehn Starts der Proton-Rakete erfolgreich.

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