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Ein deutscher Satellit war Vorbild für eRosita

Solche Aufnahmen sollte der 1999 gestartete deutsche Röntgensatellit Abrixas liefern. Er hatte zwar nur rund die halbe Auflösung vom deutschen eRosita-Instrument an Bord von Spektr-RG, außerdem nur ein Fünftel der Fläche zum Sammeln der Röntgenstrahlen, aber der Satellit wog nur 470 kg und kostete 40 Millionen DM (rund 20 Millionen Euro). Jedoch endete die Mission bereits nach drei Tagen, als ein Akku versehentlich überladen und dabei zerstört wurde. Ein Ersatz für die preiswerte Mission wurde nie finanziert oder gebaut.

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Das deutsche eRosita-Instrument ist eine vergrößerte Version von Abrixas. Es ist ausgestattet mit einem verbesserten CCD-Sensor, der inzwischen bei XMM-Newton zum Einsatz kam. Das russische ART-XC Teleskop soll gleichzeitig detailliertere Aufnahmen liefern können. Dass es überhaupt zu einer Neuauflage von Spektr-RG kam, geht auf Diskussionen zurück, die von 2004 bis 2009 mit dem DLR geführt wurden. Sie sahen einen Starttermin Ende 2011 vor, der immer weiter verschoben wurde.

Ein Grund für die Verzögerungen soll ein Röntgen-Kalorimeter gewesen sein, das eine sehr leistungsfähige Kühlung gebraucht hätte. Das System machte eine Neuentwicklung der Elektronik nötig, weil Spektr-RG nicht mehr in einem langgestreckten Erdorbit betrieben werden konnte. Dort hätte das Observatorium regelmäßig längere Zeit im Erdschatten ohne Strom von den Solarzellen verbracht. Außerhalb des Erdmagnetfeldes ist aber ein besser Strahlungsschutz nötig.

Ukrainekonflikt verzögerte die Mission

Am Ende wurde das Kalorimeter nicht eingebaut, die Missionsplanung sah aber weiterhin den weit entfernten L2-Punkt vor. Auch wegen der großen Entfernung war ein Kommunikationssystem im X-Band vorgesehen. Das sollte zuvor an Bord der Mission Phobos-Grunt getestet werden, deren Start jedoch scheiterte und weitere Tests mit anderen Missionen nötig machte. Zu weiteren Verzögerungen kam es unter anderem durch den Wechsel von einer Zenit-Rakete zur Proton.

Die Zenit-Rakete war seit dem Ende der Sowjetunion eine ukrainisch-russische Kooperation. Durch den Ukraine-Konflikt von 2014 brach diese Kooperation zusammen. Eine passende Rakete war zwar noch vorrätig, deren Garantie lief aber nur bis 2016 und hätte anschließend ukrainische Experten zur Wiederaufarbeitung benötigt. Nach der Beseitigung der unvermeidlichen Integrationsprobleme zwischen deutscher und russischer Technik sowie letzter Probleme vor dem Start ist die Mission nach 32 Jahren nun endlich unterwegs.

Eine noch wesentlich detailliertere Geschichte der Mission schrieb Anatoly Zak, auf dessen Beschreibung dieser Artikel basiert.

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 Weltraumforschung: Nach 32 Jahren endlich im All
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SanderK 14. Jul 2019

Gut, war ich nicht der Einzige ;-) Danke!


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