• IT-Karriere:
  • Services:

Weltraumforschung: Ceres' höchster Berg ist ein besonderer Eisvulkan

Der Zwergplanet Ceres hat einen Durchmesser von weniger als 1.000 Kilometern, aber der höchste Berg, den die Nasa-Sonde Dawn fotografiert hat, ist gut 4.000 Meter hoch. Es ist ein Vulkan, der statt heißer Magma Eis, Schlamm und Gestein auswirft.

Artikel veröffentlicht am ,
"Eine der merkwürdigsten Strukturen im gesamten Sonnensystem": Ahuna Mons auf dem Zwergplaneten Ceres
"Eine der merkwürdigsten Strukturen im gesamten Sonnensystem": Ahuna Mons auf dem Zwergplaneten Ceres (Bild: Nasa/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA)

Merkwürdiger Vulkanismus auf Ceres: Die Raumsonde Dawn hat auf dem Zwergplaneten Ceres diverse Eisvulkane entdeckt. Der ungewöhnlichste von allen ist Ahuna Mons. Das Rätsel seiner Entstehung haben Forscher jetzt gelöst.

Stellenmarkt
  1. Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin
  2. GEOMAGIC GmbH, Leipzig

Ahuna Mons erhebt sich über 4.000 Meter hoch über das Gelände um ihn herum. Seine Grundfläche hat einen Durchmesser von 20 Kilometern - damit entsprechen seine Ausmaße etwa denen des Montblanc, dem höchsten Berg der Alpen. Der geologische junge Berg ist somit der höchste auf Ceres. Er sei "eine der merkwürdigsten Strukturen im gesamten Sonnensystem", heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Durch Schwerefeldmessungen sowie Untersuchungen der geometrischen Form von Ceres haben Forscher herausgefunden, wie Ahuna Mons vermutlich entstanden ist: Im Inneren des Zwergplaneten stieg eine Blase aus Salzwasser, Schlamm und Gestein nach oben und drückte von unten gegen die eisreiche Kruste. Die brach an einer Schwachstelle und das Material trat an die Oberfläche aus. Bei Oberflächentemperaturen von minus 100 Grad gefror es und türmte sich zu einem Berg auf. An dem Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht wurde, waren auch DLR-Forscher beteiligt.

Ceres besteht hauptsächlich aus silikatischen Gesteinen, aber auch aus Eis und möglicherweise aus Wasserschichten. "Das Innere von Ceres ist in dieser Region nicht starr und fest, sondern beweglich und zumindest zum Teil flüssig", sagte Wladimir Neumann vom DLR-Institut für Planetenforschung. "Diese 'Blase', die sich im Mantel von Ceres unter dem Ahuna Mons gebildet hat, ist eine Mischung aus salzhaltigem Wasser und Gesteinsbestandteilen."

Die Bestandteile des Himmelskörpers haben sich im Laufe der viereinhalb Milliarden Jahre seit seiner Entstehung entmischt und getrennt: Die schwereren wie Magnesium oder Eisen sanken in Richtung des Zentrum des Körpers, die leichteren, darunter Gestein mit einem hohem Anteil an Aluminiumsilikaten oder Wasser, stiegen auf. Im Inneren zerfallen radioaktive Elemente. Dadurch entsteht Wärme, die zur Bildung von Blasen und Domen führt.

Durch die Flüssigkeiten läuft die Entwicklung auf Ceres anders ab als bei herkömmlichen Gesteinsplaneten: Die Blasen steigen wegen ihres im Vergleich zur Umgebung geringeren Gewichts auf und drücken von unten gegen die Kruste. So entstehen zum Teil kilometerhohe Dome. Wenn die Kruste an einer Schwachstelle bricht, tritt das flüssige Material aus.

Ceres ist ein runder Zwergplanet mit einem Durchmesser von etwa 940 Kilometern. Er ist das größte und massereichste Objekt des Asteroidengürtels zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter. Die US-Raumsonde Dawn hat ihn von März 2015 bis Oktober 2018 umkreist und erforscht, unter anderem mit zwei Kameras, die das DLR-Institut für Planetenforschung zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung entwickelt hat.

Eis- oder Kryovulkane sind bereits auf anderen Himmelskörper in unserem Sonnensystem gefunden worden, unter anderem auf dem Saturnmond Enceladus und den Jupitermonden Europa und Ganymed. Deren Eisvulkane bestehen aus Wasser, das an die Oberfläche gedrückt wird - anders als Ahuna Mons, dessen Material aus salzhaltigem Wasser und Schlamm oder Gesteinspartikeln besteht. Ahuna Mons ist maximal 240 Millionen Jahre alt und damit vergleichsweise jung. Dawn hat knapp zwei Dutzend weitere Eisvulkane auf Ceres erfasst, die aber deutlich kleiner sind, da ihre Vulkankegel über lange Zeiträume langsam zerfließen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 1439,90€ (Vergleichspreis: 1530,95€)
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

Folgen Sie uns
       


Alienware Concept Ufo - Hands on (CES 2020)

Das Handheld-Konzept von Dell ähnelt dem der Switch, das Alienware Concept Ufo eignet sich aber eher für ernsthafte Gamer.

Alienware Concept Ufo - Hands on (CES 2020) Video aufrufen
Holo-Monitor angeschaut: Looking Glass' 8K-Monitor erzeugt Holo-Bild
Holo-Monitor angeschaut
Looking Glass' 8K-Monitor erzeugt Holo-Bild

CES 2020 Mit seinem neuen 8K-Monitor hat Looking Glass Factory eine Möglichkeit geschaffen, ohne zusätzliche Hardware 3D-Material zu betrachten. Die holographische Projektion wird in einem Glaskubus erzeugt und sieht beeindruckend realistisch aus.
Von Tobias Költzsch und Martin Wolf

  1. UHD Alliance Fernseher mit Filmmaker-Modus kommen noch 2020
  2. Concept One ausprobiert Oneplus lässt die Kameras verschwinden
  3. Alienware Concept Ufo im Hands on Die Switch für Erwachsene

Support-Ende von Windows 7: Für wen Linux eine Alternative zu Windows 10 ist
Support-Ende von Windows 7
Für wen Linux eine Alternative zu Windows 10 ist

Windows 7 erreicht sein Lebensende (End of Life) und wird von Microsoft künftig nicht mehr mit Updates versorgt. Lohnt sich ein Umstieg auf Linux statt auf Windows 10? Wir finden: in den meisten Fällen schon.
Von Martin Loschwitz

  1. Lutris EA verbannt offenbar Linux-Gamer aus Battlefield 5
  2. Linux-Rechner System 76 will eigene Laptops bauen
  3. Grafiktreiber Nvidia will weiter einheitliches Speicher-API für Linux

Europäische Netzpolitik: Die Rückkehr des Axel Voss
Europäische Netzpolitik
Die Rückkehr des Axel Voss

Elektronische Beweismittel, Nutzertracking, Terrorinhalte: In der EU stehen in diesem Jahr wichtige netzpolitische Entscheidungen an. Auch Axel Voss will wieder mitmischen. Und wird Ursula von der Leyen mit dem "Digitale-Dienste-Gesetz" wieder zu "Zensursula"?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Mitgliederentscheid Netzpolitikerin Esken wird SPD-Chefin
  2. Nach schwerer Krankheit FDP-Netzpolitiker Jimmy Schulz gestorben

    •  /