Weltraumfabrik: China erzielt Fortschritt in der Weltraumfertigung

China hat an Bord eines suborbitalen Raumfahrzeugs sein erstes erfolgreiches 3D-Metalldruck-Experiment im Weltraum durchgeführt. Das sei für das Land ein bedeutender Fortschritt im Bereich der Fertigungskapazitäten im Weltraum, teilte der chinesische Auslandsfernsehsender CGTN mit(öffnet im neuen Fenster) .
Erst vor wenigen Monaten erzielte ein Team des Instituts für Mechanik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) einen Erfolg in Richtung Weltraumfertigung mit einer aufblasbaren Plattform , die zukünftig als Weltraumfabrik eingesetzt werden könnte. Nun erprobte eine Forschungsgruppe des Instituts den Metalldruck in der Mikrogravitation.
Der Flugtest von Lihong-1 Y1
Dafür führte das Raumfahrzeug Lihong-1 Y1 des kommerziellen chinesischen Luft- und Raumfahrtunternehmens CAS Space am 12. Januar 2026 einen suborbitalen Testflug im Nordwesten Chinas durch(öffnet im neuen Fenster) . Die zweistufige Rakete kann ihre Nutzlast in eine Höhe von 120 bis 200 km transportieren. Bei dem jüngsten Test erreichte Lihong-1 Y1 eine Höhe von knapp 120 km.
Dabei wurde die Bremsung beim Wiedereintritt demonstriert und die Überprüfung des wiederverwendbaren Nutzlastmoduls abgeschlossen. Außerdem wurde die Präzisionslandesteuerung für die Unterstufe des Raumfahrzeugs vorgestellt. Dies soll dem Entwickler zufolge den Weg für den Weltraumtourismus ebnen.
Lihong-1 Y1 wird für Mehrfacheinsätze entwickelt. Derzeit werden dem stellvertretenden Chefkonstrukteur Wang Yingcheng zufolge umfangreiche Tests durchgeführt, um Lebenserhaltungsysteme für die Besatzung und zuverlässige Rettungstechnologien in zu integrieren.
CAS Space will damit die Möglichkeiten für kostengünstige suborbitale wissenschaftliche Experimente und kommerziellen Weltraumtourismus durch niedrige Startkosten und hohe Flexibilität verbessern.
Die beim jüngsten Flug an Bord befindlichen Experimente verbrachten 300 Sekunden in der Mikrogravitation(öffnet im neuen Fenster) und waren dabei einer erhöhten kosmischen Weltraumstrahlung ausgesetzt. Die wiederverwendbare Nutzlastkapsel landete mithilfe eines Fallschirm-Rückholsystems und wurde am Satellitenstartzentrum Jiuquan geborgen.
Metalldruck in der Schwerelosigkeit
Laut CAS markierte das durchgeführte 3D-Metalldruck-Experiment den Übergang der Technologie zur additiven Metallfertigung im Weltraum von der Phase der "bodengebundenen Forschung" zur "technischen Verifizierung im Weltraum" . Die CAS sieht die Weltraumfertigung als wichtigen Wegbereiter für die Entwicklung der chinesischen Weltrauminfrastruktur.
Die additive Metallfertigung sei in einer Umgebung wie dem Weltall oder unter Mikrogravitation weitaus komplexer als auf der Erde, erklärte das Forschungsteam. Während des Fluges sei der stabile Materialtransport und die Formgebung unter Mikrogravitation getestet sowie die geschlossene Regelkreiskontrolle während des gesamten Prozesses und die Koordination zwischen Nutzlast und Trägerrakete erprobt worden.
Dadurch erhielt das Team Daten zu den dynamischen Eigenschaften des Schmelzbades, dem Materialtransport, dem Erstarrungsverhalten sowie der geometrischen Präzision und der mechanischen Eigenschaften der im Weltraum gedruckten Teile.
Neben den Metall-3D-Druckanlagen befand sich an Bord auch eine Charge Rosensamen für ein landwirtschaftliches Forschungsprojekt. Durch die Weltraumstrahlung wollte die zuständige Forschungsgruppe Genmutationen hervorrufen. Nach der Rückkehr der Proben sollen die Samen kultiviert werden, um neue Rosensorten zu entwickeln.



