Raketen können auch ohne Weltraumbahnhöfe starten

Dass der Bau von Weltraumbahnhöfen auch ganz vermieden werden kann, hat die Firma Sea Launch vorgemacht. Das war ein russisch-amerikanisch-norwegisch-ukrainisches Konsortium. Diese Kombination war auch nötig, denn Sea Launch startete von 1998 bis 2014 Zenit-Raketen von einer umgebauten Ölbohrplattform, kontrolliert von einem Kommandoschiff aus. Aus den USA kamen das Geld und die Kommunikationstechnik in dem Schiff, aus Norwegen die Bohrplattform, die Zenit-Rakete von der russischen Firma RKK Energija, aber einige Teile der Zenit wurden nur in der Ukraine hergestellt.

  • Modell des Wostotschny-Kosmodroms auf der Luftfahrtmesse Maks 2013 (Foto: Vitaly V. Kuzmin/Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons)
  • Wie das Wostotschny-Kosmodrom liegt auch der Startplatz Baikonur im Landesinneren. Baikonur ist aber in Kasachstan. (Foto: Esa)
  • Chinesische Raketen starten vom Startplatz Jiuquan in der Inneren Mongolei. (Foto: DLR)
  • Der Startplatz des Unternehmens Sea Launch war eine umgebaute Ölbohrplattform. (Foto: Sea Launch)
  • Das US-Unternehmen Orbital Sciences startet seine Rakete Pegasus von einem Flugzeug aus. (Foto: Orbital Sciences)
Der Startplatz des Unternehmens Sea Launch war eine umgebaute Ölbohrplattform. (Foto: Sea Launch)

Die Geschichte von Sea Launch endete wegen einer Kombination aus finanziellen und politischen Schwierigkeiten. Nach einigen Fehlstarts der Zenit-Rakete ging die Firma 2009 in Konkurs und wurde unter Leitung der russischen RKK Energija neu in der Schweiz angemeldet. Das endgültige Ende kam mit dem Ukraine-Konflikt, weil ohne eine Zusammenarbeit zwischen Russland und Ukraine keine Zenit-Raketen gebaut werden können. Inzwischen stehen die Plattform und das Kommandoschiff zum Verkauf.

Raketen starten vom U-Boot ...

Eine weitere Möglichkeit, ohne Weltraumbahnhof zu starten, ist, ausgediente Interkontinentalraketen für Raketenstarts zu benutzen. In den USA laufen sie unter dem Namen Minotaur, dahinter stehen umgebaute Minuteman- und Peacekeeper-Raketen ohne Atomsprengkopf. In Russland tragen sie verschiedene Namen, eine davon ist die russische Sthil. Diese Raketen waren für den Start von U-Booten ausgelegt. 1998 wurden zwei deutsche Satelliten mit einer Sthil Rakete vom U-Boot K-407 "Novomoskovsk" gestartet. Einen weiteren Start gab es erst 2006 wieder, von der K-84 "Ekaterinburg".

Wieder andere Raketen wie die Pegasus von Orbital Sciences werden von Flugzeugen aus gestartet. Das hat vor allem den Vorteil des geringeren Luftdrucks, durch den Triebwerke effizienter werden und der Luftwiderstand beim Start verringert wird.

... und vom Flugzeug

Virgin Galactic hat vor kurzem eine Boeing 747-400 gekauft und auf den Namen Cosmic Girl getauft. Damit soll die Rakete Launcher One kleinere Satelliten starten.

Das ist Teil einer Technologieblase, die nun schon eine ganze Reihe privater Raketenhersteller hervorgebracht hat. Darunter auch Bloostar, das eine Rakete mit einem Ballon aus 20 bis 30 Kilometern Höhe starten lassen will. Der Ballon soll von einem Schiff in den Kanaren aus gestartet werden, dessen Geschwindigkeit sich den Windverhältnissen anpassen und so für optimale Startbedingungen sorgen soll.

Und so finden sich für alle Raketen Orte zum Starten - und zwar mehr als genug. Denn derzeit wollen mehr Firmen mit Raketenstarts Geld verdienen, als die Nachfrage nach Satelliten zulassen würde.

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 Inlandsstarts und Trümmer, die in bewohntes Gebiet fallen
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