Die geographische Breite entscheidet

Einige davon sind kaum zu umgehen, wie etwa die geographische Breite. Raketen starten vorzugsweise nach Osten, um durch die Erdrotation etwas Energie einsparen zu können. Der Weltraumbahnhof der Ariane-Raketen in Kourou in Französisch Guyana, nur 5 Grad nördlich des Äquators, ist damit fast perfekt.

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Nur das Luigi Broglio Space Centre vor der Küste Kenias bei Malindi liegt noch näher dran. Dort ging 1498 Vasco da Gama an Land, um bei den persischen Statthaltern nach einem Navigator für den Weg nach Indien zu suchen. Von dort traten zwischen 1964 und 1988 Raketen unter italienischer Leitung ihren Weg in den Orbit an.

Das Problem mit der Erdrotation

Wostotschny liegt auf 52 Grad nördlicher Breite und damit etwa auf der Höhe von Berlin. Ein Ort so weit im Norden liegt aber viel näher an der Erdachse als ein Ort am Äquator, womit eine Rakete nicht mehr so viel von der Geschwindigkeit der Erdrotation profitieren kann wie dort.

Noch problematischer ist die Bahnneigung. Die Flugbahn einer Rakete, die auf 52 Grad nach Osten startet, hat immer eine Bahnneigung von 52 Grad, das ist das Minimum. Jede Abweichung in südöstlicher oder nordöstlicher Richtung vergrößert die Bahnneigung nur noch weiter. Das ist beim Flug zur Internationalen Raumstation (ISS) kein Problem. Deren Bahn hat eine Neigung von 51,65 Grad - perfekt für Wostotschny.

Für Kommunikationssatelliten ist Wostotschny unpraktisch, ...

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Aber der Start geostationärer Satelliten in die kommerziell wichtigste Umlaufbahn bereitet Probleme. Um geostationär zu werden, muss ein Satellit in die äquatoriale Ebene gebracht werden. Das ist ein Manöver, das die Raketen aus Wostotschny etwa ein Drittel der Nutzlast kostet. Dafür müssen die Raketenstufe oder der Satellit zunächst bis zum Äquator fliegen und dort die Flugrichtung ändern. Rein physikalisch muss dafür die Geschwindigkeit in Flugrichtung reduziert und diese Geschwindigkeit gleichzeitig in die neue Richtung wieder aufgebaut werden. Die dafür nötige Geschwindigkeitsänderung beträgt bei einem Winkel von 52 Grad fast 88 Prozent der aktuellen Fluggeschwindigkeit.

Zum Glück kann man dieses Manöver auch am erdfernsten Punkt des Transferorbits zur geostationären Umlaufbahn durchführen, wo die Fluggeschwindigkeit nur noch 1,6 km/s beträgt. Tatsächlich benutzt man in solchen Fällen noch höhere Transferorbits, um den Aufwand für dieses Manöver noch weiter zu verringern. In einem aus der Not geborenen Manöver flog der Satellit Asiasat-3 sogar zweimal am Mond vorbei, um mit dessen Hilfe die Bahnebene zu verändern.

... aber gut geeignet für Spionagessatelliten

Nur beim Start in einen polaren Orbit ist ein Startplatz weit weg vom Äquator hilfreich. Satelliten in solchen Orbits überfliegen im Lauf der Zeit die gesamte Erdoberfläche, was vor allem für Spionage- und Erdbeobachtungssatelliten hilfreich ist.

Aber auch Kommunikationssatellitensysteme wie Orbcomm oder Iridium bringen Satelliten in diese Orbits. Für solche Umlaufbahnen geht die Erdrotation gerade in die falsche Richtung, weshalb es auch Standorte weit im Norden gibt. Dazu gehört zum Beispiel das Plessezk-Kosmodrom, 800 km nördlich von Moskau.

China will in Schweden starten

Zur Zeit verhandeln Schweden und China über die Nutzung des Startplatzes European Space and Sounding Rocket Range (Esrange) bei Kiruna in Nordschweden für die neue Rakete Naga-1.

  • Start der Mission Texus-49 am 29. März 2011 vom Startplatz Esrange bei Kiruna in Nordschweden (Foto: Astrium)
  • Von dort starten kleinere Raketen. (Foto: DLR - CC-BY-SA 3.0)
  • China verhandelt mit Schweden über eine Nutzung. (Foto: Adrian Mettauer)
Start der Mission Texus-49 am 29. März 2011 vom Startplatz Esrange bei Kiruna in Nordschweden (Foto: Astrium)

Ähnlich wie Baikonur und eine Reihe chinesischer Weltraumbahnhöfe steht auch Wostotschny im Landesinneren.

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 Weltraumbahnhöfe: Die Raketen vom Schwarzen Drachenfluss und anderswoInlandsstarts und Trümmer, die in bewohntes Gebiet fallen 
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