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Weltraum-Konzern: SpaceX verdoppelt fast seinen Umsatz

Das erste Mal nach dem Börsengang meldet SpaceX Zahlen, die Analysten deutlich übertreffen. Der Umsatz wuchs um 92 Prozent, das KI-Geschäft am stärksten.
/ Andreas Donath
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Start von Starlink-Satelliten mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX (Bild: SpaceX)
Start von Starlink-Satelliten mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX Bild: SpaceX

SpaceX hat seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen vorgelegt(öffnet im neuen Fenster). Demnach verdoppelte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr fast. Das Unternehmen, das seit Juni unter dem Kürzel SPCX an der Nasdaq gehandelt wird, meldete für das am 30. Juni beendete Quartal einen Umsatz von 7,8 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 92 Prozent gegenüber den 4,1 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Der Nettoverlust belief sich auf 541 Millionen US-Dollar, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Verlust von einer Milliarde US-Dollar ein Jahr zuvor. Das bereinigte EBITDA stieg auf 3,5 Milliarden US-Dollar, nach 1,2 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Einen Gewinn nach GAAP weist SpaceX weiterhin nicht aus.

Die Zahlen umfassen drei Geschäftsbereiche. Connectivity, wozu auch Starlink zählt, blieb mit 4,3 Milliarden US-Dollar Umsatz der größte Bereich, ein Plus von 66 Prozent. Am schnellsten wuchs die Sparte KI, die sich auf 2,6 Milliarden US-Dollar mehr als verdreifachte. Das Raumfahrtgeschäft mit den Raketenstarts legte moderater zu, um 29 Prozent auf 962 Millionen US-Dollar.

Kapitalausgaben steigen mit dem KI-Ausbau

Die Investitionsausgaben lagen im Quartal bei 18,4 Milliarden US-Dollar, davon entfielen 15,8 Milliarden US-Dollar auf den KI-Bereich. Nach Angaben des Unternehmens erreichte die Rechenkapazität im Zuge des Ausbaus des Rechenzentrums Colossus II 1,4 Gigawatt, nach 1,0 Gigawatt im ersten Quartal.

SpaceX verwies zudem auf neue Umsätze aus Cloud-Dienstleistungen in Höhe von 14,1 Milliarden US-Dollar sowie auf die noch ausstehende Übernahme des KI-Programmiertools Cursor für 60 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss dieser Übernahme wird für das dritte Quartal erwartet.

Im Connectivity-Geschäft stieg die Zahl der Starlink-Abonnenten auf 12 Millionen, das sind etwa doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Der durchschnittliche Umsatz je Nutzer blieb mit 66 US-Dollar im Monat stabil. Das Unternehmen nannte neue Vereinbarungen mit mehreren Fluggesellschaften, darunter American, Southwest, Virgin Atlantic, Iberia und Aer Lingus, sowie Mobilfunkpartnerschaften mit Softbank, NTT Docomo und Spark NZ.

Auch das Geschäft mit Regierungen wuchs. SpaceX erhielt nach eigenen Angaben mehrjährige Aufträge im Volumen von mehr als 6 Milliarden US-Dollar für Starshield, das Satellitennetz für Kunden aus dem Verteidigungsbereich, größtenteils im Zusammenhang mit zwei Aufträgen der U.S. Space Force. Die US-Regulierungsbehörde FCC genehmigte die Übertragung einer Spektrumlizenz von Echostar über 65 MHz in den USA sowie damit verbundene Lizenzen weltweit.

Im Raketengeschäft führte SpaceX in den ersten sechs Monaten des Jahres 78 Starts durch und beförderte 1.041 Tonnen Nutzlast in die Umlaufbahn. Die Rakete der nächsten Generation, Starship, absolvierte im Mai einen suborbitalen Testflug. Im Juli, nach Ende des Quartals, folgte ein zweiter Flug, der laut Unternehmen alle Ziele erfüllte, darunter die erneute Zündung eines Raptor-Triebwerks im All.

Das Quartal umfasste zudem zwei größere Finanzierungsrunden. SpaceX schloss am 15. Juni seinen Börsengang ab und erzielte dabei einen Nettoerlös von rund 85,7 Milliarden US-Dollar. Wenig später folgte eine Anleiheemission über 25 Milliarden US-Dollar mit einem gewichteten durchschnittlichen Zinssatz von 5,855 Prozent. Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über rund 100 Milliarden US-Dollar an Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und Wertpapieren. Dazu kam ein Auftragsbestand von 47,5 Milliarden US-Dollar.

Ob sich diese Ausgaben in dauerhafter Profitabilität niederschlagen, bleibt offen. Das gilt besonders für den KI-Bereich, der trotz des Umsatzwachstums einen operativen Verlust von 1,3 Milliarden US-Dollar verzeichnete.


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