Weltraum: Gefährliche Kurskorrekturen von Satelliten durch Sonnensturm

Ein Sonnensturm der Kategorie G5 sorgte im Mai dafür, dass Satelliten und andere Objekte im Lower-Earth-Orbit (LEO) um 180 Meter pro Tag in Richtung Erde verschoben wurden. Die darauffolgende massenhafte Kurskorrektur der betroffenen Satelliten war laut einem Paper der MIT-Wissenschafter William E. Parker und Richard Linares(öffnet im neuen Fenster) allerdings nicht ausreichend vorausberechnet und hätte schlimme Folgen haben können.
Zwar sorgte der Sonnensturm auch dafür, dass nicht mehr kontrollierte Satelliten und Objekte aus dem Orbit entfernt wurden und schneller wieder in die Erdatmosphäre eintreten werden, die Vorausberechnung möglicher Konflikte während der Kurskorrektur war laut den Forschern jedoch mangelhaft.
Tausende Satelliten hätten fast zeitgleich ihre Triebwerke gezündet, um die verlorene Höhe wieder auszugleichen. Die Kollisionsvermeidungssysteme seien auf eine so große Zahl an Kursänderungen aber nicht vorbereitet und haben in der kurzen Zeit keine zuverlässigen Ergebnisse liefern können. Das hätte zu gefährlichen Situationen und im schlimmsten Fall einer Kollision führen können.
Vorausplanung wird immer wichtiger
Für die Jahre 2024 und 2025 werden weitere, möglicherweise noch schwerere Sonnenstürme erwartet. Die Wissenschaftler geben an, dass sich insbesondere die Betreiber von großen Konstellationen wie Starlink über die Herausforderungen und Limitierungen der Vorausberechnung einer massenhaften Kurskorrektur bewusst werden müssten.
Es könnte erforderlich sein, die Anzahl der gleichzeitig manövrierenden Satelliten zu koordinieren und zu begrenzen, um eine zuverlässige Abschätzung der Flugbahnen zu gewährleisten.
Das ist der immer stärkeren Nutzung des Lower-Earth-Orbits geschuldet, in dem sich mittlerweile über 10.000 Flugobjekte befinden. Mit fortschreitender technischer Entwicklung steigen aber auch die Möglichkeiten der Systeme zur Kollisionsvermeidung.



