Weltraum: China plant Frühwarnsystem für erdnahe Asteroiden
Die chinesische Weltraumbehörde (CNSA) hat am 30. Juni 2026, dem Internationalen Asteroidentag, bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster), ein Frühwarnnetzwerk für erdnahe Asteroiden aufzubauen. Derzeit würde man am Forschungszentrum für Asteroidenüberwachung und Frühwarnung der CNSA die Machbarkeit eines solchen Systems prüfen, teilte der leitende Wissenschaftler Li Mingtao staatlichen Medien mit.
Zwar wurden bisher keine Asteroiden identifiziert, die der Erde in absehbarer Zukunft gefährlich werden könnten. Jedoch bleiben viele Asteroiden bisher unentdeckt. Das System soll aus bodengestützten optischen Teleskopen mit großer Öffnung bestehen und an sorgfältig ausgewählten Standorten platziert werden.
Um die atmosphärischen Störungen und Tag-Nacht-Einschränkungen zu umgehen, soll dem System zusätzlich eine weltraumgestützte Überwachungskonstellation hinzugefügt werden. Diese soll ihren Fokus vor allem auf Bedrohungen aus Sonnenrichtung kommend richten. Durch das gleißende Licht der Sonne können bodengestützte Systeme diese Objekte nämlich kaum aufspüren.
So könnte das chinesische System zur Asteroidenüberwachung aussehen
Details wurden von der CNSA kaum genannt. Jedoch stellten Wu Weiren, Chefkonstrukteur des chinesischen Mondforschungsprogramms und eine führende Stimme bei den Asteroidenabwehrplänen, und seine Kollegen im Juni 2026 die derzeit untersuchten Optionen in der Fachzeitschrift Journal of Deep Space Exploration vor(öffnet im neuen Fenster).
Die weltraumgestützte Komponente könnte an vier möglichen Umlaufbahnpositionen platziert werden: dem Lagrange-Punkt L1 zwischen Sonne und Erde, einer der Erde voraus- oder nachfolgenden Umlaufbahn, einer Venus-ähnlichen heliozentrischen Umlaufbahn sowie einer entfernten retrograden Umlaufbahn (DRO) als Begleiter der Erde. Neben den optischen Teleskopen am Boden könnten zusätzlich auch bodengestützte Radarsysteme zur Überwachung eingesetzt werden.
Auch der chinesische Forscher Chen Yongcai hatte 2025 dem Ausschuss für die friedliche Nutzung des Weltraums (Copuos) der Vereinten Nationen einen technischen Entwurf(öffnet im neuen Fenster) präsentiert. Das Grundmodell würde aus einem einzelnen Satelliten am Lagrange-Punkt L1 bestehen. Das erweiterte Modell umfasst Raumfahrzeuge in den drei zusätzlichen Umlaufbahnen, die in der Abhandlung von Wu genannt werden.
Chinas Interesse an der Asteroidenabwehr
Ein Zeitplan für die mögliche Errichtung des Systems wurde nicht genannt. Jedoch wurde im März 2026 der 15. Fünfjahresplan des Landes verabschiedet. Dieser umfasst auch die Prüfung eines technischen Projekts zur Asteroidenabwehr.
Zusätzlich wird eine Demonstrationsmission zur Asteroidenabwehr entwickelt, die der amerikanischen Dart-Mission und der europäischen Hera-Mission ähnelt. Zudem nutzten chinesische Wissenschaftler bereits das Fuyan-Teleskop (in der Nähe von Chongqing im Südwesten Chinas) zur Überwachung von erdnahen Asteroiden. Chinas Ambitionen in der Asteroidenüberwachung und Abwehr sind damit real.
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