Weltklimarat: Schnelle CO2-Neutralität könnte 1,5-Grad-Ziel noch halten

Der Weltklimarat hält eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad in diesem Jahrhundert für möglich. Aber nur mit drastischem Klimaschutz.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Der Klimawandel begünstigt dem IPCC zufolge Waldbrände wie derzeit in Griechenland.
Der Klimawandel begünstigt dem IPCC zufolge Waldbrände wie derzeit in Griechenland. (Bild: Aris Oikonomou/Reuters)

Nach Einschätzung des Weltklimarats (IPCC) ist der Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen in den vergangenen Jahrzehnten eindeutig auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Die Zunahme könnte bis Mitte dieses Jahrhunderts jedoch, verglichen mit der Referenzperiode von 1850 bis 1900, auf einen Bereich zwischen 1,2 und 2,0 Grad begrenzt werden, wenn die CO2-Emissionen stark reduziert und bis 2060 auf null gesenkt würden. Das geht aus dem Sechsten IPCC-Sachstandsbericht (AR6) über Naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels hervor, der am 9. August 2021 veröffentlicht wurde.

Inhalt:
  1. Weltklimarat: Schnelle CO2-Neutralität könnte 1,5-Grad-Ziel noch halten
  2. Irreversible Prozesse für Jahrtausende

Doch selbst unter den günstigen Szenarien sei ein weiterer Anstieg der globalen Erderwärmung bis Mitte des Jahrhunderts nicht zu vermeiden. "Ohne starke Reduktionen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in den kommenden Jahrzehnten wird im Lauf des 21. Jahrhunderts die globale Erderwärmung von 1,5 und 2 Grad Celsius überschritten", heißt es weiter.

Das 4.000-seitige Dokument (PDF) fasst neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel seit dem Jahr 2013 zusammen. Anhand verschiedener Szenarien wird prognostiziert, wie sich die Erderwärmung im Verhältnis zum globalen CO2-Ausstoß entwickeln könnte.

"Jede Tonne CO2 trägt zur Erderwärmung bei"

"Dieser Bericht bestätigt, dass es eine fast lineare Relation zwischen der zunehmenden Menge von CO2-Emissionen in der Atmosphäre durch menschliche Aktivitäten und dem Ausmaß gemessener und zukünftiger Erwärmung gibt. Das ist Physik", sagte die französische Klimatologin Valérie Masson-Delmotte bei der Vorstellung des Berichts und fügte hinzu: "Der einzige Weg, um die globale Erwärmung zu begrenzen, besteht darin, die CO2-Emissionen auf globaler Ebene auf null zu reduzieren. Jede zusätzliche Tonne an CO2-Emissionen trägt zur weltweiten Erwärmung bei."

  • Der Weltklimarat weist die Erderwärmung der vergangenen Jahrhunderte ausschließlich menschlichen Aktivitäten zu. (Grafik: IPCC)
  • Nur eine drastische Reduktion des CO2-Ausstoßes kann die Erdwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen. (Grafik: IPCC)
  • Verschiedene Szenearien beim CO2-Ausstoß führen zu unterschiedlichen Erderwärmungen. (Grafik: IPCC)
Der Weltklimarat weist die Erderwärmung der vergangenen Jahrhunderte ausschließlich menschlichen Aktivitäten zu. (Grafik: IPCC)
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Sollte die weltweite Klimaneutralität später als um die Jahrhundertmitte oder gar nicht erreicht werden, droht dem Bericht zufolge ein weltweiter Temperaturanstieg um bis zu 5,7 Grad Celsius. Das wäre allerdings nur der Fall, wenn der CO2-Ausstoß weltweit von derzeit 40 Gigatonnen im Jahr auf mehr als 120 Gigatonnen ansteigen würde.

Sollte der CO2-Ausstoß noch einige Jahrzehnte auf dem bisherigen Niveau verbleiben und zumindest nicht ansteigen, ist mit einer Erderwärmung von 2 Grad Celsius bis zur Jahrhundertmitte und rund 2,7 Grad bis zum Jahr 2100 zu rechnen.

Höchste CO2-Konzentration seit zwei Millionen Jahren

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat dem Bericht zufolge den höchsten Wert seit mindestens zwei Millionen Jahren erreicht. Simulierte natürliche Faktoren wie Sonnenaktivitäten oder Vulkanausbrüche haben demnach eine vernachlässigbare Auswirkung auf die Erderwärmung. Der Ausstoß von Aerosolen durch menschliche Aktivitäten hat hingegen eine abkühlende Wirkung.

Was, wenn wir einfach die Welt retten?: Handeln in der Klimakrise

Demnach lag im Zeitraum von 2010 bis 2019 die globale Durchschnittstemperatur zwischen 0,8 und 1,3 Grad Celsius höher als im Vergleichszeitraum von 1850 bis 1900, wobei der beste Schätzwert mit 1,07 Grad Celsius angegeben wird. Schon diese Erwärmung habe zu zahlreichen negativen Klimaveränderungen geführt. So seien Hitzewellen oder starke Regenfälle häufiger und intensiver geworden. In bestimmten Regionen habe sich die Trockenheit verschärft. Höhere Temperaturen und stärkere Winde würden Waldbrände begünstigen. Zudem führe der Klimawandel zu einer höheren Meerestemperatur, einer Versauerung der Meere und einem Verlust an Sauerstoff.

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Irreversible Prozesse für Jahrtausende 
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TöffTöff 11. Aug 2021 / Themenstart

Ich weiß, KKW der 4. Generation, die eierlegende Wollmilchsau mit der inhärenten...

x2k 10. Aug 2021 / Themenstart

Wenigstens retten wir so die C3 pflanzen ... Irgend etwas gutes muss man dem ja...

D0m1R 09. Aug 2021 / Themenstart

Ich wundere mich auch, wieso Immobilien direkt an der Küste oder auf Sylt überhaupt noch...

Kleba 09. Aug 2021 / Themenstart

Jep, finde ich auch. Sehr umfangreich +1

aLpenbog 09. Aug 2021 / Themenstart

Förderung, als wäre Geld das Problem. Die Leute leben in schlecht isolierten Häusern und...

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