Weltklimarat-Bericht: Die nächsten Jahre sind entscheidend

Um die Klimakatastrophe im Zaum zu halten, ist Tempo gefragt. Doch im neuen Bericht des Weltklimarates gibt es auch Lichtblicke.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Auf dem Weg in die Klimakatastrophe?
Auf dem Weg in die Klimakatastrophe? (Bild: guvo59/Pixabay)

Die Begrenzung der Erderhitzung auf maximal 1,5 Grad ist nach Ansicht des Weltklimarats nur noch zu erreichen, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen sofort und drastisch verringert wird. So steht es in einem Bericht, den der Weltklimarat (IPCC) am 4. April veröffentlicht hat. "Wir sind an einem Scheideweg. Die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, können eine lebenswerte Zukunft sichern", erklärte der IPCC-Vorsitzende Hoesung Lee. "Wir haben die Werkzeuge und das Wissen, um die Erwärmung zu begrenzen."

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Die Vereinten Nationen hatten im vorigen Jahr ihr Ziel bekräftigt, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf 1,5 Grad zu begrenzen, um katastrophale Folgen des Klimawandels abzuwenden. Es seien mittlerweile Klimaschutzmaßnahmen, Regulierungen und Marktmechanismen bekannt, die effektiv seien, so Lee. "Wenn diese entsprechend skaliert und breiter angewendet werden, können sie tiefgreifende Einsparungen von Emissionen unterstützen und Innovationen ankurbeln." So seien etwa die Kosten für Solar- und Windenergie seit 2010 um bis zu 85 Prozent gesunken, was den Ausbau erneuerbarer Energien angekurbelt habe.

Das Umsteuern im Energiesektor gilt als entscheidend. Dazu gehört den Forschern zufolge unter anderem, erheblich weniger fossile Energieträger zu nutzen und alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff zu nutzen. Besonders gute Möglichkeiten gebe es dafür in Städten - indem man etwa ihre Zentren so umgestaltet, dass Wege bequem und sicher zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden können, oder indem man den öffentlichen Nahverkehr elektrifiziert.

Ernährungsverhalten und Lebensstil spielen wichtige Rolle - mit den richtigen Rahmenbedingungen

Der Weltklimarat hat außerdem beleuchtet, welchen Einfluss es hat, weniger Fleisch zu essen oder sich klimafreundlicher fortzubewegen - und kommt zu dem Schluss: Der Lebensstil und das persönliche Verhalten spielen durchaus eine wichtige Rolle fürs Klima. Allerdings brauche es hier die richtigen Rahmenbedingungen durch die Politik, betonen die Autoren. Die Verantwortung dürfe nicht auf den Einzelnen abgewälzt werden. Mit Richtlinien, neuen Technologien und passender Infrastruktur könne man die Treibhausgas-Emissionen in diesem Bereich jedoch bis 2050 um 40 bis 70 Prozent reduzieren, heißt es - "ein erhebliches ungenutztes Potenzial".

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Im Durchschnitt lag der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen zwischen 2010 und 2019 so hoch wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Allerdings habe sich die Wachstumsrate verlangsamt. Den Modellierungen der Wissenschaftler zufolge müssen die Treibhausgasemissionen für das 1,5-Grad-Ziel noch vor dem Jahr 2025 ihren Höhepunkt erreicht haben und bis 2030 um 43 Prozent gesenkt werden. Auch der Ausstoß des Klimagases Methan - etwa aus der Landwirtschaft - müsse sich bis dahin um rund ein Drittel reduzieren.

Die Wissenschaft hält es für immer wahrscheinlicher, dass die Erhitzung der Erde zeitweise die kritische Schwelle von 1,5 Grad übersteigen könnte, bevor sie durch entsprechende Maßnahmen wieder darunter absinken könnte. Dabei wird auch die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre eine Rolle spielen, die vom Weltklimarat erstmals ausführlicher untersucht wurde.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

"Deutschland hat dazu schon Ja gesagt und die EU auch", sagte der deutsche IPCC-Co-Autor Oliver Geden in einem Briefing zu Journalisten. Selbst bei erreichter Klimaneutralität werde es in einigen Jahrzehnten noch immer Rest-Emissionen geben. "Die sollten möglichst niedrig sein, und sie müssen ausgeglichen werden." Der Weltklimarat befürwortet die Entwicklung und Erforschung solcher Techniken, warnt aber davor, sich darauf zu verlassen. Keine Technologie dieser Art könne auffangen, was an notwendigen Einsparungen in anderen Bereichen ausbleibe.

Ohne Handeln bleibt Zukunft ungewiss

"Wenn der CO2-Ausstoß bis 2030 weltweit nicht deutlich sinkt, dann werden wir die Grenze von 1,5 Grad globaler Erwärmung wahrscheinlich reißen. Das zeigen die neuen Zahlen auf krasse Weise", sagte der Physiker Elmar Kriegler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der ebenfalls an dem Bericht mitgearbeitet hat, der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei bislang noch kein Durchbruch gelungen, die globalen Emissionen zu reduzieren, kritisierte Kriegler. "Dafür braucht es jetzt entschlossene und international abgestimmte Politik, kollektives Handeln und viele Investitionen." Bei fossilen Kraftwerken, insbesondere der Kohle, seien "frühzeitige Abschaltungen und die Streichung geplanter Vorhaben" notwendig.

Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 65 Ländern haben für den Klimabericht in den vergangenen Jahren Zehntausende Studien ausgewertet. Er ist Teil des 6. Sachstandsberichts des Weltklimarats, dessen Veröffentlichungen als umfassendster und international anerkannter Stand der Klimaforschung gelten. In dem Teilbericht geht es um Maßnahmen zur Abschwächung des Klimawandels.

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BlindSeer 06. Apr 2022

Na also. JETZT reden wir auf sachlicher Ebene. ;) Geht doch. :) Vor allem gehst du jetzt...

toj 05. Apr 2022

Das stimmt, aber sie sind nicht so selten, und andere Abbaugebiete sind denkbar.

toj 05. Apr 2022

Leider gab es schon so viele Ultimaten, dass die keiner mehr ernst nehmen kann. Nicht...



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