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Neue Bilder von KI in den Köpfen erzeugen

Tania Duarte arbeitet daran, diese Sichtweise zur Norm zu machen: dass es bei KI um eine bestimmte Familie an Computerprogrammen geht, die manche Dinge sehr gut können und andere nicht. Dazu gründete sie Better images of AI(öffnet im neuen Fenster) , eine gemeinnützige Zusammenarbeit, deren Mitglieder unsere ersten Gedanken zu KI ändern wollen.

Denn wer KI in eine Bild-Suchmaschine eingibt, wird von Science-Fiction inspirierte, vermenschlichte Bilder finden. Statt eines Abbilds, was KI heute ist, finden wir Vorstellungen davon, was KI einmal sein könnte. Der Begriff sei ohnehin schon seit der Dartmouth Konferenz 1956 ein Versprechen, sagt Pablo Sanguinetti(öffnet im neuen Fenster) , Professor an der privaten spanischen IE University – keine Beschreibung von etwas, das erreicht worden sei.

Man könne das Gehen besser verstehen, wenn man verstehe, dass "Flugzeuge wie Vögel fliegen, aber anhand sehr unterschiedlicher Prinzipien" , sagte Sanguienetti. Selbst, wenn ein Algorithmus also auf dieselbe Art Ergebnis kommt wie ein Mensch, muss er das noch lange nicht auf gleiche Weise und nach den gleichen internen Mechanismen getan haben. So viel dazu, dass ein LLM wie ein Gehirn funktioniert.

Bessere Bilder vermeiden Verwirrung

Gleichzeitig, heißt es bei Better images of AI(öffnet im neuen Fenster) , weckten Darstellungen, die KI mit menschlicher Intelligenz in Verbindung brächten, "unrealistische Erwartungen und vermitteln ein falsches Bild der Fähigkeiten von KI" . Deswegen sollte man bei der Bebilderung von KI in Zukunft auf vier Prinzipien achten: Ehrlichkeit, Menschlichkeit, Notwendigkeit und Genauigkeit.

Ehrlichkeit, was ein System wirklich kann. Menschlichkeit, weil hinter jedem Chatbot und Roboter menschliche Arbeit steckt. Genauigkeit, weil KI zum Beispiel oft nichts mit Robotern zu tun hat und trotzdem humanoid dargestellt wird. Und Notwendigkeit, weil es je nach Kontext vielleicht gar keinen Sinn ergibt, KI abzubilden – zum Beispiel, weil das Bild nur einen Hype bedienen soll.

Würden mehr Bilder von KI diesen Prinzipien folgen, hofft Duarte, wäre es für viele Menschen leichter, KI zu verstehen. Etwa, dass der Roboter NEO(öffnet im neuen Fenster) zwar Schlagzeilen macht, aber dass es immer noch ein Mensch an einer Fernbedienung ist, der den Kunden per Fernbedienung ein Glas Wasser bringt.

Clarke's Drittes Gesetz

Heute sei es bei KI stattdessen so, als hätten wir nur den Begriff "Fahrzeug", um sämtliche Transportmittel der Welt zu beschreiben, sagen Princeton-Professor Arvind Narayanan und Sayash Kapoor in ihrem Buch AI Snake Oil(öffnet im neuen Fenster) . Dass wir nur allgemein von KI sprächen, erschwere es, sie wie "normale Technologie" zu behandeln.

Statt KI könnten wir dann auch gleich "Zauberei" sagen, schreibt Sigal Samuel(öffnet im neuen Fenster) , Co-Moderatorin vom Vox-Future-Perfect-Podcast. Und damit würde sich auch das heraufbeschworene mögliche Ende der KI anders darstellen. Denn wir würden Magie nicht als ernsthafte Bedrohung ansehen, während der schwammige Begriff KI den verschiedenen Hype-Treibern erlaube, hinter vorgehaltener Hand ihr Weltbild zu verbreiten. Denn ob Altman, Yudkowsky oder Naranayan: Sie alle schlagen eine Ästhetik vor. Eine Art die Welt zu sehen, die man entweder teilt oder eben nicht.


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