Abo
  • Services:

Weltall: Woher stammt das Wow-Signal?

Seit 1977 gibt das Wow-Signal Rätsel auf: Stammt das seinerzeit von einem Radioteleskop empfangene Signal von einer außerirdischen Zivilisation? Ein US-Forscher hat da seine ganz eigene Vermutung.

Artikel veröffentlicht am , Thomas Trösch/Handelsblatt
Scan des namensgebenden Dokuments von Jerry R. Ehman
Scan des namensgebenden Dokuments von Jerry R. Ehman (Bild: Jerry Ehman/Wikipedia)

Ein Professor aus Florida schickt sich an, eines der bekanntesten Rätsel bei der Suche nach außerirdischer Intelligenz zu entzaubern. Antonio Paris vom St Petersburg College in Florida vermutet, dass das bekannte Wow-Signal, das ein Radioteleskop im Jahr 1977 aufzeichnete, von einem vorbeiziehenden Kometen stammt. Damit wäre der bislang aussichtsreichste Kandidat für ein Signal einer Alien-Zivilisation auf eine natürliche Quelle zurückgeführt.

Stellenmarkt
  1. Bayern Facility Management GmbH, München
  2. ING-DiBa AG, Nürnberg

Im August 1977 hatte der Astrophysiker Jerry Ehman Messergebnisse des Big-Ear-Teleskops der Universität von Ohio kontrolliert und dabei die Spur eines möglichen Signals einer außerirdischen Intelligenz entdeckt. In einem Anflug von Euphorie kritzelte er ein "Wow!" an den Rand des Ausdrucks.

Bei dem Fund handelte es sich um ein Schmalband-Radiosignal von der Dauer und Intensität, die wir von einem Signal einer fremden Zivilisation erwarten würden. Der Frequenzbereich entsprach dem, in dem neutraler Wasserstoff strahlt - ein Element, das im All so häufig ist, dass seine Wellenlänge allen fortschrittlichen Zivilisationen bekannt sein müsste. Hatte E.T. sich mit dem Wow-Signal tatsächlich aus den Tiefen des Alls gemeldet?

Leider verschwand das Signal genauso plötzlich, wie es erschienen war. Als der zweite Detektor des Teleskops drei Minuten nach dem Empfang den fraglichen Himmelabschnitt ins Visier nahm, war es bereits nicht mehr nachweisbar. Bis heute hat niemand die vermeintliche Botschaft aus dem All noch einmal empfangen.

Glaubt man Antonio Paris, ist das auch nicht verwunderlich. Wie das Wissenschaftsmagazin New Scientist berichtet, vermutet der Forscher, dass das Wow-Signal durch einen vorüberziehenden Kometen verursacht wurde. Solche Schweifsterne können große Mengen Wasserstoff freisetzen, wenn sie sich in Richtung Sonne bewegen. Laut Paris könnte das Teleskop seinerzeit die Spur einer solchen Wasserstoffwolke registriert haben.

Schweifsterne unter Beobachtung

Zwei mögliche Verursacher hat Paris bereits ausgemacht: die Kometen 266P/Christensen und P/2008 Y2 (Gibbs). Beide waren zum Zeitpunkt des Wow-Signals noch unbekannt, sodass sie seinerzeit nicht als mögliche "Täter" untersucht werden konnten.

Allerdings sind nicht alle Kollegen des US-Forschers von der These überzeugt. James Bauer vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa etwa bezweifelt, dass Signale einer solchen Wasserstoffwolke die Stärke des Wow-Signals erreichen können.

Immerhin können sich die Forscher in absehbarer Zeit selbst von der Tragfähigkeit der These überzeugen. Dann nämlich, wenn beide Kometen wieder in Erdnähe kommen - 266P/Christensen im Januar 2017, P/2008 Y2 (Gibbs) ein Jahr später. Eine eingehende Beobachtung beider Schweifsterne könnte dann zeigen, ob einer von ihnen vor beinahe 40 Jahren Astronomen und Alien-Erwarter narrte.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 4,25€
  2. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)

Frank64 22. Jan 2016

Ja, das ist das Haupt-Bauch-Argument vieler Astrophysiker gegen diese Vermutung. Und...

Frank64 22. Jan 2016

Das Besondere ist, dass sie zu besagter Zeit an einer passenden Position waren. Bekannte...

Uwe12 19. Jan 2016

Und ich dachte immer "/THE/OWLS/ARE/NOT/WHAT/THEY/SEEM/" wäre das Wow-Signal! ;-) um 2:02...

icereader 15. Jan 2016

Damit auch all die Aluhut Träger und sonst wie spirituell gepolten auch etwas davon...

Eheran 15. Jan 2016

So meinst du das. Okay. Aber da steht halt nicht "über einen langen Zeitraum". Ich kann...


Folgen Sie uns
       


Nintendo E3 2018 Direct - Golem.de Live

Wir zeigen uns enttäuscht von fehlenden Infos zu Metroid 4, erfreut vom neuen Super Smash und entzückt vom neuen Fire Emblem.

Nintendo E3 2018 Direct - Golem.de Live Video aufrufen
Mars: Die Staubstürme des roten Planeten
Mars
Die Staubstürme des roten Planeten

Der Mars-Rover Opportunity ist nicht die erste Mission, die unter Staubstürmen leidet. Aber zumindest sind sie inzwischen viel besser verstanden als in der Frühzeit der Marsforschung.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Nasa Dunkle Nacht im Staubsturm auf dem Mars
  2. Mars Insight Ein Marslander ist nicht genug

Shift6m-Smartphone im Hands on: Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich
Shift6m-Smartphone im Hands on
Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich

Cebit 2018 Das deutsche Unternehmen Shift baut Smartphones, die mit dem Hintergedanken der Nachhaltigkeit entstehen. Das bedeutet für die Entwickler: faire Bezahlung der Werksarbeiter, wiederverwertbare Materialien und leicht zu öffnende Hardware. Außerdem gibt es auf jedes Gerät ein Rückgabepfand - interessant.
Von Oliver Nickel


    IT-Jobs: Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?
    IT-Jobs
    Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?

    Startups müssen oft kurzfristig viele Stellen besetzen. Wir waren bei dem Berliner Unternehmen Next Big Thing dabei, als es auf einen Schlag Bewerber für fünf Jobs suchte.
    Ein Bericht von Juliane Gringer

    1. Frauen in IT-Berufen Programmierte Klischees
    2. Bitkom Research Höherer Frauenanteil in der deutschen IT-Branche
    3. Recruiting IT-Experten brauchen harte Fakten

      •  /