Wellenenergie: Peter Thiel investiert in Offshore-Rechenzentren
Wie die Financial Times(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) berichtet, hat das Start-up Panthalassa, benannt nach dem Urozean, insgesamt 1 Milliarde US-Dollar für ein nachhaltiges Energiekonzept im offenen Meer eingesammelt. Der größte Einzelposten, 140 Millionen US-Dollar, sollen von Peter Thiel stammen, der immer wieder mit umstrittenen Aussagen zu Demokratie und Menschenrechten auffällt.
Panthalassa, das derzeit über einen Prototyp seines schwimmenden Datencenters verfügt, will das investierte Geld nutzen, um das erste System in voller Größe zu bauen. Dabei handelt es sich um eine 85 m hohe Stahlkonstruktion, die frei im Meer schwimmt. Im Inneren befinden sich das durch Meerwasser gekühlte Rechenzentrum und eine Turbine, die die im Wellengang verursachte Wasserbewegung in Strom umwandelt. Schwankungen bei der Leistung dürften zudem durch Batterien gepuffert werden.
Das Start-up hebt zudem die Unterschiede zu anderen Projekten zur Nutzung der Wellenenergie wie etwa beim schwedischen Start-up Corpower(öffnet im neuen Fenster) hervor. Das US-Start-up plant demnach, keinerlei Verbindung zum Land einrichten zu wollen.
Autarkes Konzept könnte entscheidender Vorteil sein
Die zukünftigen Rechenzentren sollen vollständig autark im Ozean schwimmen, sich dabei selbst mit Strom versorgen und über das Netzwerk von Starlink kommunizieren können. So entstehen keine Verluste bei der Stromübertragung, weil die Energie unmittelbar vor Ort genutzt wird. Und je weiter sich die Systeme im offenen Meer befinden, desto zuverlässiger kann aus dem Wellengang Strom erzeugt werden.
Je nach Größe der Turbine lassen sich auf diese Weise mehrere Hundert Kilowatt Leistung erreichen. Corpower gab 2024 an, dass maximal 600 Kilowatt bei einem Testlauf vor der portugiesischen Küste erzeugt wurden.
Wann das erste schwimmende Rechenzentrum von Panthalassa fertiggestellt sein soll, ist noch nicht bekannt. Es soll allerdings möglichst weit im offenen Ozean betrieben werden, um den annähernd durchgängigen Wellengang nutzen zu können. Außerdem sollen, abgesehen von den KI-Chips, keinerlei kritische Rohstoffe verbaut werden und der Wartungsaufwand soll ebenfalls irrelevant sein.
Thiel investiert gern in Regionen außerhalb der Gesetzgebung
Eine Schnittmenge mit früheren Investitionen von Peter Thiel gibt es laut Financial Times immerhin. Der Investor steckte zuvor bereits Geld in Seasteading(öffnet im neuen Fenster), wobei Siedlungen in internationalen Gewässer errichtet werden sollen, unabhängig von den Gesetzen einzelner Länder. Unabhängige Rechenzentren mitten im Ozean, die lediglich per Satellit mit dem Rest der Welt verbunden sind, verfolgen ein ähnliches Konzept.
Und verkehrt ist es in jedem Fall nicht, wenn der steigende Strombedarf für Rechenzentren aus komplett erneuerbarer Energie stammt, die zudem noch nicht einmal die heimischen Stromnetze belastet. Welche weiteren Auswirkungen die Technik auf das Meer hat, muss sich allerdings noch zeigen.
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