Abo
  • Services:

Weihnachten 1984: Was vor 30 Jahren unterm Christbaum lag

BTX statt Streamingdienst, Apple Macintosh statt iPhone: Im Orwell-Jahr standen ganz andere Dinge als heute auf der Wunschliste der Technikfans. Und so manch gefloppte Idee von damals ist heute sogar ein voller Erfolg.

Artikel von Stephan Humer veröffentlicht am
Lieblingsspielzeug vieler Kinder in den 1980er Jahre: der C64
Lieblingsspielzeug vieler Kinder in den 1980er Jahre: der C64 (Bild: Seth Morabito/Flickr/CC BY-SA 2.0)

30 Jahre liegen zwischen unserer digitalen Gegenwart und dem symbolhaften Jahr 1984, von dem George Orwell in seinem gleichnamigen und vor allem in Hinblick auf digitale Überwachung weltberühmt gewordenen Roman annahm, dass seine Geschichte einerseits eine ferne Dystopie darstellen würde, andererseits aber auch deutliche Bezüge zur Zeit der Romanveröffentlichung Ende der 1940er Jahre bestehen dürften.

Inhalt:
  1. Weihnachten 1984: Was vor 30 Jahren unterm Christbaum lag
  2. BTX-Geräte unterm Weihnachtsbaum
  3. Der C64 veränderte alles

Die Zukunft wurde somit wie so oft in der Menschheitsgeschichte nicht vollständig losgelöst von der Gegenwart betrachtet. Schaut man sich heutzutage die Digitalisierung unserer Welt an, mag es vielen Menschen schwerfallen, hier noch Kontinuitäten zu entdecken. Zu groß erscheinen doch die Entwicklungssprünge, zu rasant die Beschleunigungen und zu vielfältig die Vernetzungen. Deshalb lohnt sich so kurz vor Weihnachten ein Blick auf die Wunschzettel von damals und heute, denn einerseits sind diese ein gut sichtbarer Ausdruck populärer Techniktendenzen, andererseits lassen sich aber trotz aller Rasanz und daraus resultierender Unterschiede auch überraschend viele Beständigkeiten und damit besonders nachhaltige Entwicklungslinien entdecken.

Ich wünsche mir einen Macintosh

1984 ging der Macintosh an den Start, passenderweise mit einem inzwischen nicht nur in der Marketingwelt legendär gewordenen Werbevideo, welches sich direkt auf Orwells Roman bezieht und eine ganz andere, bessere und - symbolisiert durch das Apple-Logo - buntere Zukunft verspricht. Technisch gesehen wurde tatsächlich alles immer bunter und vor allem immer leistungsfähiger: Während Apples Macintosh vor 30 Jahren 128 KByte Speicher hatte, bietet heute allein schon Apples iPhone mehr als das Hunderttausendfache an Speicherkapazität.

Auch muss sich heute niemand mehr mit einem Grün-Monitor begnügen: 24 Bit Farbtiefe, das heißt über 16 Millionen Farben sind bereits seit den 1990er Jahren üblich und auch im iPhone zu finden.

Stellenmarkt
  1. vwd GmbH, Schweinfurt
  2. DATAGROUP Köln GmbH, Frankfurt

Bis heute gleich geblieben ist - trotz aller unternehmerischen Auf und Abs in den vergangenen drei Jahrzehnten - der Status der Firma aus dem kalifornischen Cupertino: Der Macintosh war damals für viele Menschen ebenso ein Objekt der Begierde wie es heute das iPhone ist.

Dabei spielt die durch technische Innovation und die Persönlichkeiten im Hintergrund - allen voran Steve Jobs - gleichermaßen aufgebaute Strahlkraft der Marke Apple sicherlich ebenso eine Rolle wie die konkrete Erweiterung der persönlichen Handlungsspielräume, die einem die digitale Technik damals wie heute ermöglicht.

Bei den Gerätepreisen ist sich Apple jedoch treu geblieben: Wie vor 30 Jahren sind die Produkte eher im Hochpreissegment angesiedelt, was treuen Fans natürlich kein Hindernis, sondern vielmehr Teil des besonderen Reizes ist. Schließlich war es immer schon etwas teurer, einen guten Geschmack zu haben, so die ewig gültige Idee des feinen Unterschieds - und Apple erfüllt dieses Bedürfnis ohne jeden Zweifel sehr gern und mit Leichtigkeit.

Der große Bruder ist heute selbst einer

Das hat den Konzern schließlich zu einem der wertvollsten der Welt gemacht. Wertvoll ist er allerdings auch noch in ganz anderer Hinsicht - mehr als zuvor sind es digitale Daten, die reich machen. Es entbehrt deshalb nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet der Konzern, der sich vor 30 Jahren als Befreier vom großen Bruder inszenierte, heute in den Augen des US-Geheimdienstes NSA selbst zum großen Bruder geworden ist - und die Kunden von heute die Zombies aus Orwells Dystopie sein sollen.

BTX-Geräte unterm Weihnachtsbaum 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 19,99€
  2. (-58%) 12,49€
  3. 20,99€
  4. 59,99€

Planet 05. Jan 2015

Ja, eben das wurde ja mit den 128KB RAM des Macintosh vor 30 Jahren verglichen...

Lord Gamma 31. Dez 2014

Wenn vom "hunderttausendfachen" gesprochen wird, ist offensichtlich, die persistente...

Hassan 31. Dez 2014

off topic: Dank deiner Signatur hat es mich erinnert, dass ich meine Jacke noch im...

MrReset 30. Dez 2014

Ich find den Artikel auch etwas Apple-lastg. 1984 wolte niemand aus meinem Bekanntenkreis...

Madricks 26. Dez 2014

Gut geschrieben =)


Folgen Sie uns
       


Alstom E-Bus Prototyp in Berlin - Bericht

Der Alstom Aptis kann mit beiden Achsen lenken und ist deshalb besonders wendig. Wir sind in Berlin eine Runde mit dem Elektrobus gefahren.

Alstom E-Bus Prototyp in Berlin - Bericht Video aufrufen
Razer Nommo Chroma im Test: Blinkt viel, klingt weniger
Razer Nommo Chroma im Test
Blinkt viel, klingt weniger

Wenn die Razer Nommo Chroma eines sind, dann auffällig. Dafür sorgen die ungewöhnliche Form und die LED-Ringe, die sich beliebig konfigurieren lassen. Die Lautsprecher sind aber eher ein Hingucker als ein Hinhörer.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Razer Kiyo und Seiren X im Test Nicht professionell, aber schnell im Einsatz
  2. Stereolautsprecher Razer Nommo "Sind das Haartrockner?"
  3. Nextbit Cloud-Speicher für Robin-Smartphone wird abgeschaltet

Oracle vs. Google: Dieses Urteil darf nicht bleiben
Oracle vs. Google
Dieses Urteil darf nicht bleiben

Im Fall Oracle gegen Google fällt ein eigentlich nicht zuständiges Gericht ein für die IT-Industrie eventuell katastrophales Urteil. Denn es kann zu Urhebertrollen, Innovationsblockaden und noch mehr Milliardenklagen führen. Einzige Auswege: der Supreme Court oder Open Source.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

  1. Oracle gegen Google Java-Nutzung in Android kein Fair Use

HTC Vive Pro im Test: Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf
HTC Vive Pro im Test
Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf

Höhere Auflösung, integrierter Kopfhörer und ein sehr bequemer Kopfbügel: Das HTC Vive Pro macht alles besser und gilt für uns als das beste VR-Headset, das wir bisher ausprobiert haben. Allerdings ist der Preis dafür so hoch, dass kaufen meist keine clevere Entscheidung ist.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. VR-Headset HTCs Vive Pro kostet 880 Euro
  2. HTC Vive Pro ausprobiert VR-Headset hat mehr Pixel und Komfort
  3. Vive Focus HTC stellt autarkes VR-Headset vor

    •  /