Wegen Wucherpreisen: Bots durchsuchen das Internet nach DDR5-Arbeitsspeicher
RAM-Preise steigen weiter an und mit steigenden Preisen versprechen sich vor allem Scalper einen größeren Gewinn. Das Security-Unternehmen Datadome hat in letzter Zeit ein vermehrtes Aufkommen von Bots und automatisierten Anfragen bemerkt, die in regelmäßigen Abständen diverse Seiten überprüfen.
"Scalping-Bots greifen derzeit sechsmal häufiger auf Produktseiten für DDR5-RAM zu als legitimer Traffic" , schreibt Jerome Segura, Chef für Bedrohungsforschung bei Datadome in einem Blogpost(öffnet im neuen Fenster) . "Bots suchten nicht nur nach RAM-Kits mit hoher Kapazität für PC-Bastler und lokale KI-Workstations, sondern durchsuchten auch aggressiv die Angebote von B2B-Anbietern für industrielle Speicherlösungen."
Datadome hat eine Stichprobe einer dieser offenbar automatisierten Quellen aufgenommen. Offenbar durchsuchte das System 91 verschiedene RAM-Produkte mit einem konsistenten Intervall von 6,5 Sekunden. Zu den durchsuchten Herstellern gehörten etwa Corsair, Crucial, Kingost und Lexar. Diese Marken stellen RAM-Kits für Consumer-Geräte her. Hier sind seit Herbst 2025 Preissteigerung von mehr als 200 Prozent zu verzeichnen.
Bots fallen auf
Aber auch Hardware-Komponenten-Hersteller wie Amphenol und TE Connectivity werden von Bots nach Angeboten durchsucht. Das mutmaßliche Ziel: möglichst schnell den verfügbaren Vorrat aufkaufen, um ihn später zu noch höheren Wucherpreisen wieder zu verkaufen.
Scalper kalibrieren ihre Bots und Scripts dabei offenbar so, dass sie von automatischen Erkennungssystemen nicht erkannt werden. Im von Datadome untersuchten Fall limitierte sich der Bot etwa auf maximal 80.000 Abrufe pro Intervall. Das lineare und gleichbleibende Muster lässt aber trotzdem auf Bot-Traffic schließen. Die Software steuerte jede Produktunterseite auch nur ein einziges Mal pro Intervall an und verließ sie wenige Augenblicke später wieder. So können Preise und Verfügbarkeiten von RAM-Produkten ermittelt werden.