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Wegen Wochenendarbeit: Kurzfristige Streiks bei Amazon in Leipzig

Zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Online-Versandhändler Amazon knirscht es weiter heftig. Noch am Samstag soll es einen neuen Streik geben.
/ dpa
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Streiks bei Amazon im September zielten schon auf das Weihnachtsgeschäft. (Bild: Verdi)
Streiks bei Amazon im September zielten schon auf das Weihnachtsgeschäft. Bild: Verdi

Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte des Online-Versandhändlers Amazon in Leipzig kurzfristig für Samstag zu einem Streik aufgerufen. Mit dem Ausstand der Spätschicht solle darauf hingewiesen werden, dass Arbeit zu ungünstigen Zeiten tariflich geregelt werden müsse, teilte die Gewerkschaft mit(öffnet im neuen Fenster). "Arbeiten am Wochenende und in den Abendstunden sollten wirklich auf das absolute Minimum beschränkt werden, da die gesundheitlichen und familiären Belastungen für die Beschäftigten besonders groß sind", erklärte Streikleiter Thomas Schneider.

Wenn aus wichtigen Gründen doch zu solchen Zeiten gearbeitet werden müsse, müssten etwa Zuschläge im Tarifvertrag geregelt werden. Bei Amazon aber würden Zuschläge, Schutzregelungen, Urlaub und Pausen einseitig durch den Arbeitgeber festgelegt. Gestreikt wird ausschließlich in Leipzig. Ende September hatte Verdi bereits fünf Amazon-Standorte bestreikt und mit Arbeitskampfmaßnahmen im wichtigen Weihnachtsgeschäft gedroht. Amazon hatte betont, die Ausstände hätten aber keine Auswirkungen auf die "Einhaltung des Lieferversprechens" an die Kunden.

Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Online-Versandhändler mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Amazon lehnt das jedoch ab und sieht sich selbst als Logistiker. Das Unternehmen beschäftigt an bundesweit neun Standorten mehr als 9.000 Mitarbeiter.


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