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Eine Verkehrskamera
Eine Verkehrskamera (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Wegen Wanna Cry: Australische Polizei nimmt Strafen gegen Raser zurück

Eine Verkehrskamera
Eine Verkehrskamera (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Wanna Cry führt auch in Australien zu Verlusten - aber nicht wegen einer Zahlung an die Erpresser. Der australische Bundesstaat Victoria hat nach einer Infektion von Verkehrskameras rund 8.000 Strafen gegen Raser, Über-Rot-Fahrer und andere Verkehrssünder zurückgenommen.

Weil die Radarfallen des australischen Staates Victoria mit einem Virus befallen waren, hat die örtliche Polizei bis zu 8.000 Strafen wegen zu schnellen Fahrens, Fahren über Rot oder bei anderen Verkehrsdelikten zurückgenommen. Der ordnungsgemäße Betrieb der Geräte sei nach einer Infektion nicht gewährleistet, auch wenn keine konkrete Fehlfunktion der Kameras beobachtet worden sei. Die zurückgenommenen Strafen betreffen den Zeitraum zwischen dem 6. Juni und dem 22. Juni 2017.

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Die Geräte waren Berichten zufolge mit der Wanna-Cry-Ransomware infiziert worden, die Anfang Mai rund 200.000 Rechner weltweit über Sicherheitslücken im veralteten SMBv1-Protokoll befallen hatte. Kurios: Die Kameras sind selbst nicht mit dem Internet verbunden, das Virus soll über einen Auftragnehmer versehentlich eingespielt worden sein.

Alle Kameras bekommen einen Sicherheitscheck

In den kommenden Wochen sollen alle Kameras überprüft werden, bislang wurden Infektionen in 97 der 280 Geräte gefunden. Während dieser Zeit sollen die Geräte aber trotzdem funktionsfähig sein, sagen die lokalen Behörden. Nach Angaben einer Sprecherin sollen nicht nur Kameras mit Windows-Betriebssystem, sondern auch welche mit Linux befallen sein. Wie das funktionieren soll, wurde allerdings nicht mitgeteilt.

Zuletzt hatte der japanische Autobauer Honda die Produktion in einem seiner Werke kurzzeitig aussetzen müssen, nachdem das internationale Netzwerk des Unternehmens mehr als einen Monat nach der ersten Infektionswelle mit Wanna Cry infiziert wurde. Im Vergleich zu der hohen Anzahl infizierter Rechner ist der wirtschaftliche Gewinn durch den Erpressungstrojaner nach wie vor relativ gering, insgesamt wurden an die angegebene Bitcoin-Wallet bislang nur Bitcoin im Gegenwert von rund 136.000 US-Dollar gezahlt.


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