Wegen Browser-Addon: Berliner Bibliotheken sperren Zugang zu Zeitungsarchiven

Ein Browser-Addon will Artikel hinter Paywalls leichter zugänglich machen. Doch nun wurde der Zugang zum digitalen Zeitungskiosk komplett gestoppt.

Artikel veröffentlicht am ,
Der digitale Zeitungskiosk der Berliner Bibliotheken bleibt vorerst geschlossen.
Der digitale Zeitungskiosk der Berliner Bibliotheken bleibt vorerst geschlossen. (Bild: John MacDougall/AFP/Getty Images)

Der Nutzen war nur von kurzer Dauer: Nur wenige Tage nach dem Start einer Browser-Erweiterung, die den Zugang zu geschützten Zeitungsartikeln erleichtern sollte, haben die Berliner Bibliotheken den Online-Zugang zu Zeitungsarchiven komplett gesperrt. Es bestehe der Verdacht "auf eine umfassende, nicht durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter und unsere Verträge mit den Anbietern gedeckte Nutzung durch das Browser-Plugin VÖBBot", teilte die Pressesprecherin der Zentralen Landesbibliothek Berlin (ZLB), Anna Jacobi, auf Anfrage von Golem.de mit. Der Software-Entwickler Stefan Wehrmeyer hatte die Erweiterung erst in der vergangenen Woche gestartet.

Stellenmarkt
  1. Systemarchitekt für Fahrwerksysteme (m/w/d)
    Schaeffler Technologies AG & Co. KG, 91074 Herzogenaurach
  2. IT-Spezialist - Wirtschaftsinformatiker, Informatiker oder Ähnlich mit Schwerpunk IT-Sicherheit ... (m/w/d)
    GRENKE AG, Baden-Baden
Detailsuche

Über einen speziellen Onlinezugang des Verbunds der öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) lässt sich auf das Zeitungsarchiv Genios.de, die Artikel des Spiegel und das Munzinger-Archiv zugreifen. Einzelne Artikel müssen jeweils über eine Suchmaske aufgerufen werden. Wehrmeyer wollte dies vereinfachen: Stößt man im Netz auf einen Artikel hinter einer Paywall, sucht der VÖBBot in den Archiven nach dem Text und zeigt diesen je nach Möglichkeit direkt im selben Browserfenster und sogar im Layout des Mediums an.

VÖBBot soll Paywalls umgehen

Voraussetzung dafür ist lediglich ein VÖBB-Zugang. Das heißt: Jede Person, die den VÖBBot nutzt, könnte stattdessen auch über die sogenannte Genios eBib Solution nachschauen, ob sich dort der geschützte Artikel findet. "Mein Unverständnis ist jedenfalls groß: Die Erweiterung macht nichts möglich, was nicht vorher auch möglich war, sie macht es nur bequemer", sagte Wehrmeyer auf Anfrage von Golem.de und fügte hinzu: "Meine Motivation war, das Digitalangebot der VÖBB noch attraktiver zu machen."

Allerdings heißt es auf der Startseite des VÖBBot: "Browser-Erweiterung, um Paywalls deutscher Nachrichtenseiten zu umgehen." Eine Vorstellung, die den betroffenen Medien sicher nicht gefallen haben dürfte.

Golem Akademie
  1. Kotlin für Java-Entwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    14.–15. Oktober 2021, Virtuell
  2. Netzwerktechnik Kompaktkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    6.–10. Dezember 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

Laut Jacobi erfolgte die Sperrung, "um unser Vertragsverhältnis mit Genios und Munzinger und mittelbar mit deren Inhaltslieferanten nicht zu gefährden und zur Klärung möglicher juristischer Konsequenzen und Risiken für die ZLB". Der VÖBB bedauere sehr, "uns zu dieser Maßnahme gezwungen zu sehen und sind uns darüber im Klaren, dass dies für die Nutzenden große Einschränkungen bedeutet. Wir arbeiten an einer schnellen Lösung, um die Dienste möglichst bald wieder freischalten können." Einen möglichen Termin für die Freischaltung konnte Jacobi noch nicht nennen.

Nachtrag vom 26. März 2021, 21:00 Uhr

Inzwischen hat Genios den Zugang für die VÖBB-Nutzer wieder hergestellt. Das Browser-Addon ist derzeit ebenfalls wieder nutzbar.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


tm85 31. Mär 2021

Mit dem zentralen Dienst gebe ich dir ja recht, das wäre aus Nutzersicht schon angenehm...

FreiGeistler 27. Mär 2021

Nein, im Prinzip nicht. Man macht sie nur zu was anderem, zum Nachteil der Besucher...

packansack 23. Mär 2021

"...und sind uns darüber im Klaren, dass dies für die Nutzenden große Einschränkungen...

putput 23. Mär 2021

Wie naiv - um nicht einen anderen Ausdruck zu gebrauchen - muss man eigentlich sein, wenn...

M.P. 23. Mär 2021

Sorry, das ist kein Forenbeitrag Notwendige Bedingung für Journalismus ist es, dass das...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bitcoin und Co.
Kryptowährungen stürzen ab

Bitcoin, Ether und andere Kryptowährungen haben ein schlechtes Wochenende hinter sich. Bitcoin liegt fast 20 Prozent unter dem Wert der Vorwoche.

Bitcoin und Co.: Kryptowährungen stürzen ab
Artikel
  1. Virtueller Netzbetreiber: Lycamobile ist in Deutschland insolvent
    Virtueller Netzbetreiber
    Lycamobile ist in Deutschland insolvent

    Lycamobile im Netz von Vodafone ist pleite. Der Versuch, über eine Tochter in Irland keine Umsatzsteuer in Deutschland zu zahlen, ist gescheitert.

  2. Arbeiten bei SAP: Nur die Gassi-App geht grad nicht
    Arbeiten bei SAP
    Nur die Gassi-App geht grad nicht

    SAP bietet seinen Mitarbeitern einiges. Manchen mag das zu viel sein, aber die geringe Fluktuation spricht für das Softwareunternehmen.
    Von Elke Wittich

  3. VATM: Telekommunikationsverband will Bundesnetzagentur aufspalten
    VATM
    Telekommunikationsverband will Bundesnetzagentur aufspalten

    Die beiden großen Telekommunikationsverbände VATM und Breko sind hinsichtlich einer Spaltung der Bundesnetzagentur gespalten.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bosch Professional Werkzeug und Zubehör • Corsair Virtuoso RGB Wireless Gaming-Headset 187,03€ • Noiseblocker NB-e-Loop X B14-P ARGB 24,90€ • ViewSonic VX2718-2KPC-MHD (WQHD, 165 Hz) 229€ • Alternate (u. a. Patriot Viper VPN100 2 TB SSD 191,90€) [Werbung]
    •  /