Wegen US-Wirtschaftskrieg: Samsung wird als Mobilfunkausrüster stärker
Samsung Electronics kann wegen des Wirtschaftskriegs der USA gegen Huawei seine Position als Netzwerkausrüster(öffnet im neuen Fenster) stärken. Wie die britische Financial Times berichtet(öffnet im neuen Fenster), hat der bisher vergleichsweise kleine Konzernbereich Samsungs in den USA Verträge mit Sprint, AT&T und US Cellular sowie mit KDDI in Japan, Telus und Videotron in Kanada und Spark in Neuseeland abgeschlossen. In Südkorea ist Samsung Electronics der größte Anbieter von 5G-Mobilfunkausrüstung.
Die Fortschritte von Samsung wurden im September deutlich, als das Unternehmen seinen bislang größten 5G-Vertrag abschloss: Ausrüstung im Wert von 6,6 Milliarden US-Dollar für das Funkzugangsnetzwerk (RAN) bei dem US-Konzern Verizon bis Ende 2025. In den USA hatte Huawei aber noch nie ein Geschäft bei den großen Netzbetreibern.
Der südkoreanische Konzern erwirtschaftet in seinem Kerngeschäft Milliardengewinne mit Speicherchips, Smartphones und Displays. Der 5G-Bereich der Gruppe ist nur wenig in China engagiert. Stattdessen wird die Netzwerktechnik in Südkorea und Vietnam hergestellt und andere Schlüsselkomponenten wie 5G-Modemchips in den USA.
Service soll verbessert werden
Laut Analysten soll der Hardwarehersteller Samsung in seiner Netzwerksparte Probleme mit dem Serviceangebot haben, was Netzwerkdesign, Testen, Optimierung und Software betreffe, berichtet die Financial Times. Nach unternehmensnahen Kreisen will Samsung sich hier verbessern und hat unter anderem im Januar 2020 TeleWorld Solutions gekauft, einen in Virginia ansässigen Netzwerkdienstleister. Zudem sucht Samsung Experten für sein Serviceteam.
Laut dem Marktforschungsunternehmen Dell'Oro Group hatte Samsung im Jahr 2019 mit 3 Prozent eine relativ geringe globale Präsenz auf dem Markt für Telekommunikationsausrüstung – im Vergleich zu Huawei mit 28 Prozent, Nokia mit 16 Prozent und Ericsson mit 14 Prozent. Bei 5G RAN zeigt Samsung jedoch ein starkes Wachstum des Marktanteils.
Samsung tritt auch in Deutschland als Mobilfunkausrüster auf und verfügt im Wesentlichen über alles, was es für den Aufbau eines reinen 5G- beziehungsweise 4G- und 5G-Netzes braucht. Es gibt weltweit sonst nur noch Huawei, ZTE, Ericsson und Nokia in dem Bereich.
Samsung und Telefónica Deutschland testeten in Hamburg erfolgreich 5G-Festnetz-Zugänge (FWA). Der Pilotbetrieb der 5G-Gigabit-Technologie, an dem eine Reihe von Privathaushalten kostenlos teilnahm, fand von Dezember 2018 bis Februar 2019 im Hamburger Stadtteil Hamm statt. Die letzte Meile wurde durch eine 5G-Verbindung im 26-GHz-Bereich überwunden. Dabei kamen Testfrequenzen von viermal 100 MHz zum Einsatz. 26 GHz ist aber eine sehr hohe Frequenz. Blätter und Büsche bedeuten bereits eine Dämpfung, durch die nichts mehr geht.
Samsung Electronics hatte im April 2020 eine hohe Datenübertragungsrate bei 5G-Millimeterwellentechnik erreicht. Im Labor wurden mit einem Endgerät 4,3 GBit/s erreicht, zusammen mit einem zweiten kam Samsung auf 8,5 GBit/s zwischen den beiden 5G-Endgeräten. Samsung wolle an der Spitze der Weiterentwicklung der 5G-Millimeterwellen-Technologie stehen, sagte Hyunho Park, Senior Vice President Networks Business bei Samsung Electronics. Zum Einsatz kamen 800 MHz im Millimeterwellenspektrum, die mit Carrier Aggregation und MU-MIMO-Technologie (Multi-User, Multiple-Input, Multiple-Output) kombiniert wurden.
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