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Wegen Ukraine-Unterstützung: Russland verbannt die Macher von Stalker 2

GSC Game World wird von Russland als unerwünscht deklariert. Kaufen Kunden Stalker 2 in Russland, drohen ihnen bis zu fünf Jahre Haft.
/ Oliver Nickel
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Stalker 2 ist der neueste Teil der beliebten Reihe, die in Tschernobyl spielt. (Bild: GSC Game World)
Stalker 2 ist der neueste Teil der beliebten Reihe, die in Tschernobyl spielt. Bild: GSC Game World

Der ukrainische Spieleentwickler GSC Game World ist von der russischen Regierung als unerwünscht deklariert worden. Das Studio wurde vor allem durch die Stalker-Reihe und zuletzt Stalker 2 (Test) bekannt. "Die Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation hat die Aktivitäten der ukrainischen Organisation GSC Game World als unerwünscht erklärt" , schreibt die Regierung in einer aus dem Russischen übersetzten Ankündigung(öffnet im neuen Fenster) .

In der Praxis werden häufig Titel und Unternehmen, die als unerwünscht gelten, in Russland gesperrt und deren Produkte verboten. GSC Game World, das 1995 in der ukrainischen Hauptstadt Kyiv gegründet wurde, wird von Russland beschuldigt, die ukrainischen Streitkräfte zu unterstützen und ein Image von Russland als Aggressorstaat zu zeichnen – so zumindest die Worte der Staatsanwaltschaft.

Russland nennt einige Beispiele. 2022 habe das Studio etwa 17 Millionen US-Dollar an Spendengeldern zusammentragen können und damit die ukrainische Armee unterstützt. Im Jahr 2024 wurde Stalker 2 veröffentlicht – ein Spiel, das laut russischen Behörden russophobische Inhalte verbreite.

Bis zu fünf Jahre Gefängnis

Nach russischem Gesetz darf GSC Game World als "unerwünschtes Unternehmen" keine Produkte in Russland mehr verkaufen oder in irgendeiner Weise dort Geschäfte treiben. Auch die russische Bevölkerung selbst ist davon direkt betroffen: Kaufen Kunden ein Spiel wie Stalker 2, droht ihnen in Russland eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren.

Schon seit dem Start des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stoppte GSC selbstständig den Verkauf von Produkten in Russland. Die Spiele sind aber weiterhin über Umwege erhältlich – meist über in Russland weitverbreitete Wege der Produktpiraterie oder über den Kauf aus dem Ausland. Das dürfte jetzt durch drohende Strafen riskanter und unbeliebter werden.


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