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Wegen Ukraine-Support: Prorussische Hacker attackieren vermehrt deutsche Ziele

Die prorussische Cybergang NoName057(16) nimmt Aussagen von Friedrich Merz zur Unterstützung der Ukraine persönlich und wirft wieder mit Datenpaketen um sich .
/ Marc Stöckel
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Prorussische DDoS-Hacker attackieren Deutschland. (Bild: pixabay.com)
Prorussische DDoS-Hacker attackieren Deutschland. Bild: pixabay.com

Seit einigen Tagen startet die prorussische Hackergruppe NoName057(16) wieder vermehrt DDoS-Attacken auf deutsche Behörden und Unternehmen. Daraus macht die Cybergang auch kein Geheimnis: Jeder Angriff wird von den Angreifern auf Telegram dokumentiert(öffnet im neuen Fenster) . Ihre politische Motivation teilt die Gruppe dort ebenfalls mit. Auch die Sicherheitsexperten von Falconfeeds warnen regelmäßig auf X(öffnet im neuen Fenster) vor den Aktivitäten von NoName057(16).

Am Sonntag traf es etwa die Webportale des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Bonn sowie die Verkehrsunternehmen Bremer Straßenbahn, Dresdner Verkehrsbetriebe und Start Niedersachsen Mitte. Einen Tag zuvor standen die Webseiten der Städte Düsseldorf und Stuttgart, des Bundesinnenministeriums sowie der Internetanbieter Pyur und M-net auf der Angriffsliste der Hacker.

Weitere erklärte Angriffsziele der vergangenen Woche waren etwa die Flughäfen von Berlin, Rostock, Dresden, München und Frankfurt am Main, die Stadt Bielefeld, der Verkehrsverbund Rhein-Sieg, der Mitteldeutsche Verkehrsverbund, der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen, der Verkehrsverbund Oberelbe, die Polizei Brandenburg, das Verteidigungsministerium, das Bundesamt für Logistik und Mobilität sowie der Bundesfinanzhof.

Auswirkungen der Angriffe unklar

Welche der genannten Angriffe tatsächlich erfolgreich waren, bleibt fraglich. Es ist anzunehmen, dass zumindest ein Teil der genannten Webportale über einen DDoS-Schutz verfügt. In diesem Fall bleibt eine DDoS-Attacke häufig unbemerkt. In allen anderen Fällen kann ein solcher Angriff aber dazu führen, dass reguläre Besucher die attackierten Dienste und Webseiten vorübergehend nicht nutzen können, weil die Angreifer den jeweiligen Server mit einer Flut von Datenpaketen überlasten.

Politische Motivation

Dies ist nicht das erste Mal, dass NoName057(16) deutsche Ziele ins Visier nimmt. Erst im April hatte die Gruppe zahlreiche Organisationen in Deutschland attackiert, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz die Bereitschaft signalisiert hatte, die Ukraine mit Taurus-Marschflugkörpern zu beliefern. Vergleichbare Attacken gab es aber auch schon früher .

Auch jetzt im Juli haben die Angriffe wieder politische Hintergründe. In einem Telegram-Beitrag vom 7. Juli(öffnet im neuen Fenster) verweisen die prorussischen Hacker auf Bestrebungen der deutschen Regierung, die Ukraine trotz Aussetzung der militärischen Unterstützung der USA weiterhin mit Luftabwehrsystemen ausrüsten zu wollen.

In einem weiteren Beitrag vom 11. Juli(öffnet im neuen Fenster) kritisiert NoName057(16) zudem die Forderung von Bundeskanzler Merz(öffnet im neuen Fenster) , Russland solle für die im Laufe des Ukrainekrieges angerichteten Schäden in Höhe von 500 Milliarden Euro aufkommen. In beiden Telegram-Beiträgen wird Deutschland von den prorussischen Angreifern als "russophob" bezeichnet.


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