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Wegen Speicherkrise: Raspberry Pi 4 wechselt Speicherhersteller und Design

Auf dem Raspberry Pi 4B wird künftig Speicher aus China verbaut, es gibt mehr Varianten. Auch andere Hersteller sollen RAM aus China testen.
/ Johannes Hiltscher
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Der zweite RAM-Chip einiger Raspberry Pi 4B sitzt auf der Rückseite. (Bild: Raspberry Pi Ltd.)
Der zweite RAM-Chip einiger Raspberry Pi 4B sitzt auf der Rückseite. Bild: Raspberry Pi Ltd.

Bislang waren auf den Single Board Computern (SBC) der Raspberry Pi Ltd. stets RAM-Chips von Micron verbaut. Doch die Speicherkrise zwingt den Hersteller offenbar zum Umplanen: In zwei Product Change Notifications (PCNs) werden Änderungen an der Speicherbestückung des Raspberry Pi 4B angekündigt – via CNX Software(öffnet im neuen Fenster) . Künftig werden LPDDR4(X)-Chips des chinesischen Anbieters Rayson(öffnet im neuen Fenster) verbaut, was am aufgelaserten Logo erkennbar ist ( PCN 30, PDF(öffnet im neuen Fenster) ).

Die zweite Änderung ist noch deutlicher erkennbar: Einige Modelle des SBC werden künftig mit einem zweiten RAM-Chip bestückt ( PCN 46, PDF(öffnet im neuen Fenster) ). Erforderlich ist das insbesondere für das 8-GByte-Modell, da der größte von Rayson qualifizierte Chip nur 4 GByte fasst. Allerdings kündigt die zugehörige PCN an, dass auch andere Modelle mit zwei Chips bestückt werden könnten.

Die einzige Ausnahme bildet die 1-GByte-Variante, da die kleinsten neu spezifizierte Chips diese Größe haben. Die neuen Varianten werden ab dem am 9. Januar 2026 veröffentlichten Bootloader unterstützt.

Bei einigen der neuen Chips handelt es sich LPDDR4X-Chips, eine höhere Speicherbandbreite ist allerdings nicht zu erwarten. Das BCM2711 System-on-Chip (SoC) des Raspberry Pi 4B unterstützt maximal LPDDR4 mit 3.200 MT/s, die Rayson-Chips lassen sich entsprechend konfigurieren.

Auch andere Hersteller prüfen wohl RAM aus China

Unklar ist, ob Rayson die verbauten Dies selbst herstellt oder einkauft. Denkbar ist, dass sie vom chinesischen Speicherhersteller CXMT stammen. Der baut aktuell seine Fertigungskapazität aus . Die Finanzzeitung Nikkei Asia berichtete vor kurzem(öffnet im neuen Fenster) , dass PC- und Server-Hersteller wie Asus, HP und Dell aktuell CXMT-Speicher zertifizieren sollen.

Das könnte zwar die Speicherbeschaffung erleichtern, schafft allerdings neue Unsicherheiten: In den vergangenen Jahren gab es mehrere Berichte, die US-Regierung könne den Speicherhersteller auf die Entity List des Handelsministeriums setzen. Dadurch wären Geschäfte mit CXMT verboten. Bislang ist das nicht eingetreten.

Am Beispiel von Apple und YMTC zeigt sich allerdings, wie schnell sich dies ändern kann: Für einige seiner iPhones wollte Apple 2022 NAND-Flash von YMTC kaufen, Handelsbeschränkungen der USA verhinderten das .


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