Wegen Speicherkrise: AMD erwartet sinkenden Umsatz mit Gaming-Hardware
AMD hat seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vorgestellt(öffnet im neuen Fenster). Die lagen mit einem Gesamtumsatz von 10,3 Milliarden US-Dollar über den eigenen Erwartungen. AMD hatte zwischen 9,5 und 10,1 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Dass, wie bei Nvidia, der Absatz von KI-Hardware in der Volksrepublik China weggebrochen zu sein scheint, spielte keine Rolle. Für das laufende zweite Quartal 2026 wird ein Umsatz von 10,9 bis 11,5 Milliarden US-Dollar bei einer Bruttomarge von 56 Prozent erwartet.
Insgesamt verdient AMD weiter hauptsächlich mit Prozessoren. Umsatztreiber waren die Epycs für Rechenzentren, im Jahresvergleich wuchs der Umsatz im Datacenter-Segment um 38 Prozent. Für die kommenden Jahre erwartet AMD hier weiter starkes Wachstum, insbesondere durch den steigenden CPU-Bedarf durch KI-Agenten. 2030 erwartet die Unternehmensführung ein Marktvolumen von 120 Milliarden US-Dollar für Server-CPUs.
Bei Client-Systemen kann AMD mit einem Plus von 37 Prozent einen ähnlichen Zuwachs vorweisen. Für das hierzu zählende Gaming-Segment erwartet das Unternehmen allerdings im zweiten Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang von rund 20 Prozent. Als Grund nannte CFO Jean Hu die gestiegenen Preise für Speicher- und andere Komponenten, die zu sinkender Nachfrage führen.
Dennoch rechnet AMDs Führung auch für das Client- und Gaming-Segment mit weiter steigenden Umsätzen. Insbesondere höherpreisige CPUs und Unternehmenskunden stabilisieren hier.
Schlechtere Marge bei KI-GPUs
Als wichtigen Umsatztreiber sieht AMD die kommende MI450-Generation an Rechen-GPUs sowie das Rack-Scale-System Helios. Hier kann das Unternehmen bereits eine Reihe großer Bestellungen vorweisen, laut CEO Lisa Su sei die Nachfrage größer als erwartet.
Allerdings führen das aufwendige Packaging und die Investitionen in die Software-Umgebung Rocm (g+) dazu, dass die Marge hier niedriger ist als bei anderen Produkten. Hier sei AMDs vorrangiges Ziel, den Umsatz und damit den Marktanteil zu steigern, so CFO Hu auf Nachfrage eines Analysten. Große Hoffnungen liegen auf den Zen6-Epycs alias Venice, doch auch die aktuelle Generation Turin bleibt gefragt.
Custom-Designs gewinnen an Bedeutung
Auch im Embedded-Segment konnte AMD ein leichtes Plus verbuchen. Laut Unternehmensführung ist dieses unter anderem auf den gestiegenen Absatz von Embedded-CPUs zurückzuführen. Bei an Kundenwünsche angepassten Semi-Custom-Lösungen verzeichne man ebenfalls eine steigende Nachfrage. Insgesamt ist der Umsatz in diesem Bereich aber weiter schwach, da die nächste Konsolengeneration auf sich warten lässt.
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