Abo
  • Services:

Wegen Snowden-Folien: Uni wollte Beamer für immer zum Schweigen bringen

Wie säubert man seine Uni von geheimen Snowden-Dokumenten, die der US-Journalist Barton Gellman dort gezeigt hat? Ganz klar: Alles löschen und den benutzten Beamer vernichten! Aber halt ...

Artikel veröffentlicht am ,
Die Purdue-Universität überlegte zwischenzeitlich, den von Gellman genutzten Beamer zu zerstören, weil er damit geheime Dokumente projezierte.
Die Purdue-Universität überlegte zwischenzeitlich, den von Gellman genutzten Beamer zu zerstören, weil er damit geheime Dokumente projezierte. (Bild: Mark Blinch/Reuters)

Die Idee, Hardware zu zerstören, um geheime Snowden-Dokumente ein für alle mal loszuwerden, hatte schon der britische Geheimdienst GCHQ: Er zwang die britische Zeitung The Guardian, einen Laptop mit Unterlagen des Whistleblowers zu vernichten und sah dabei genau zu. Ein ähnliches Vorgehen hat nun offenbar auch die US-Universität Purdue erwogen, nachdem der Journalist Barton Gellman dort bei einem Vortrag als geheim eingestufte Dokumente aus dem Snowden-Fundus gezeigt hatte - und bedauert jetzt ihre Voreiligkeit.

Stellenmarkt
  1. CRM Partners AG, Eschborn, München, Frankfurt am Main
  2. Lidl Digital, Neckarsulm, Berlin

Gellman war von der Universität eingeladen worden, um über die "NSA, Edward Snowden und Nationalen Sicherheitsjournalismus im Zeitalter der Überwachung" zu sprechen. Eigentlich, so Gellman in einem Blogbeitrag, habe die Universität ihm versprochen, den Vortrag aufzuzeichnen und ihm nachher eine Kopie des Videos zukommen zu lassen. Doch dazu kam es nicht.

Als er nach einigen Wochen nichts gehört hatte, fragte Gellman nach eigenen Angaben bei der Universität nach - bekam aber keine Antwort mehr von seiner Kontaktperson. Erst in der vergangenen Woche habe sich die Uni bei ihm gemeldet und mitgeteilt, dass man leider "nicht in der Lage sei, das Video Ihres Vortrages zu veröffentlichen". Der Grund: Nach Recherchen von Gellman hat die Universität das Video gelöscht, weil er geheime Dokumente verwendet hatte.

Reste geheimer Folien im Beamer?

Die Universität habe sogar erwogen, den Beamer zu zerstören, den er während der Präsentation benutzt hatte, um möglicherweise vorhandene forensische Spuren der verwendeten Dokumente in Bauteilen des Beamers endgültig zu vernichten, schreibt Gellman. Sie sei aber letztlich doch davon abgekommen.

Die Universität bestätigte dem Journalisten mittlerweile, dass das Video nach Konsultation mit dem Verteidigungssicherheitsdienst (Defense Security Service, DSS) gelöscht wurde. Das DSS nimmt im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums Sicherheitsüberprüfungen von Personen vor und führt Sicherheitstrainings durch. Eine Purdue-Sprecherin sagte nach Angaben von Gellman, dass man "in einer Überreaktion, um mit Regulierungen übereinzustimmen, das Video sofort gelöscht habe". Man versuche derzeit, es wiederherzustellen, so die Sprecherin weiter.

Sorge um die Facility Security Clearance

Bereits während des Vortrages wurde Gellman von Studenten darauf angesprochen, dass er als geheim eingestufte Dokumente verwendet habe. Er vermutet, dass die Universität um ihre "Facility Security Clearance" fürchte. Diese können Universitäten in den USA beantragen, wenn sie im Auftrag der Regierung an geheimen Forschungsprogrammen mitarbeiten wollen.

Gellman arbeitet für die Washington Post. Im Jahr 2013 berichtete er unter Berufung auf von Snowden geleakte Dokumente über das geheime "Black Budget" der CIA.

Weil die Originalquelle zwischenzeitlich nicht erreichbar ist, verlinken wir hier auch in den Google-Cache. Gellman twitterte selbst mehrfach über den Artikel und die Überlastung der Webseite.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 6,99€
  2. 5,55€
  3. 7,42€
  4. 359,99€ (Vergleichspreis ab 437,83€)

George99 02. Jan 2016

Lichtbewegtbildes! (soviel Zeit muss sein)

Tobias Claren 18. Okt 2015

Gibt es Deutsche als "Geheim" eingestufte Dokumente, die irgendwo herunterladbar sind...

Moe479 11. Okt 2015

es geht eher darum, das die uni noch staatliche forschungs-/rüstungsaufträge erhalten...

hubie 10. Okt 2015

Diese Leute sollen den jungen Leuten doch etwas beibringen... wie soll das gehen, wenn...

Moe479 10. Okt 2015

da hast du mich ja voll erwischt, aber pullern die nicht irgendwie doch auf das recht?


Folgen Sie uns
       


Super Nt - Fazit

Wir ziehen unser Test-Fazit zum Super Nt von Analogue.

Super Nt - Fazit Video aufrufen
Xperia XZ2 Compact im Test: Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos
Xperia XZ2 Compact im Test
Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos

Sony konzentriert sich beim Xperia XZ2 Compact erneut auf die alte Stärke der Serie und steckt ein technisch hervorragendes Smartphone in ein kompaktes Gehäuse. Heraus kommt ein kleines Gerät, das kaum Wünsche offenlässt und in dieser Größenordnung im Grunde ohne Konkurrenz ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Xperia XZ2 Premium Sony stellt Smartphone mit lichtempfindlicher Dualkamera vor
  2. Sony Grundrauschen an Gerüchten über die Playstation 5 nimmt zu
  3. Playstation Sony-Chef Kaz Hirai verabschiedet sich mit starken Zahlen

HTC Vive Pro im Test: Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf
HTC Vive Pro im Test
Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf

Höhere Auflösung, integrierter Kopfhörer und ein sehr bequemer Kopfbügel: Das HTC Vive Pro macht alles besser und gilt für uns als das beste VR-Headset, das wir bisher ausprobiert haben. Allerdings ist der Preis dafür so hoch, dass kaufen meist keine clevere Entscheidung ist.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. SteamVR Tracking 2.0 36 m² Spielfläche kosten 1.400 Euro
  2. VR-Headset HTCs Vive Pro kostet 880 Euro
  3. HTC Vive Pro ausprobiert VR-Headset hat mehr Pixel und Komfort

Digitalfotografie: Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher
Digitalfotografie
Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher

War der Anhänger wirklich so groß wie der Ring? Versucht da gerade einer, die Versicherung zu betuppen? Wenn Omas Erbstück geklaut wurde, muss die Versicherung wohl dem Digitalfoto des Geschädigten glauben. Oder sie engagiert einen Bildforensiker, der das Foto darauf untersucht, ob es bearbeitet wurde.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. iOS und Android Google lanciert drei experimentelle Foto-Apps
  2. Aufstecksucher für TL2 Entwarnung bei Leica

    •  /