Wegen Orca-Slicer-Fork: Bambu Lab geht gegen Open-Source-Entwickler vor
Der Entwickler Jeff Geerling kritisiert den Umgang des 3D-Druckerherstellers Bambu Lab mit der Open-Source-Gemeinschaft. In einem Blogbeitrag führt er aus(öffnet im neuen Fenster), wie das Unternehmen rechtliche Schritte gegen einen Open-Source-Entwickler einleitete, nachdem dieser eine modifizierte Version der 3D-Drucksoftware Orca Slicer erstellt hatte.
Die modifizierte Version mit dem Titel OrcaSlicer-bambulab ermöglicht die Nutzung der 3D-Drucker des Herstellers, ohne dass die Druckdaten über die Cloudserver von Bambu Lab geleitet werden müssen.
Das Unternehmen warf dem Entwickler daraufhin in einem Blogpost(öffnet im neuen Fenster) vor, dass sich dessen Software gegenüber den Servern fälschlicherweise als offizieller Bambu-Studio-Client ausgebe. Dies würde die Gefahr von DDoS-Angriffen erhöhen, wenn sich Tausende Clients als offizielle App ausgeben würden. Zudem forderte es den Entwickler zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung auf.
Missbrauch des Open-Source-Systems
Der Entwickler wies die Vorwürfe zurück und betonte(öffnet im neuen Fenster), dass er lediglich den Originalcode von Bambu Labs eigener Linux-Version von Bambu Studio, die unter der Open-Source-Lizenz AGPLv3 steht, verwendet habe. Er fühle sich außerdem zu Unrecht als Gefahr für die Bambu-Labs-Infrastruktur dargestellt.
Für Geerling stellt das Vorgehen von Bambu Lab einen Missbrauch des Open-Source-Systems dar. Er argumentiert, dass das Unternehmen rechtliche Macht einsetze, um eine sehr kleine Gruppe von Nutzern zu unterdrücken, anstatt eine sichere Plattform zu bauen.
Geerling wirft zudem die Frage auf, wie viel Kontrolle ein Unternehmen über Hardware, die der Kunde gekauft habe und die mit Software auf Basis von quelloffenem Code betrieben werde, behalten darf. Die AGPLv3-Lizenz ermöglicht es ausdrücklich, Abspaltungen (Forks) zu erstellen und Software weiterzuentwickeln. Das treffe in diesem Fall auf die gesamte Softwarekette von Slic3er über Prusa Slicer zu Bambu Studio und Orca Slicer zu, so Geerling.
Die Erosion von Open-Source-Prinzipien (g+) geschieht in Unternehmen häufig aufgrund strategischer Entscheidungen, die auf die Kommerzialisierung und die Sicherung von Wettbewerbsvorteilen abzielen. Geerling rät daher klar dazu, vom Kauf von Bambu-Lab-Geräten abzusehen und sich anderen Herstellern zuzuwenden.
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