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Wegen Nvidias KI-Aufstieg: Apples Status als TSMCs Lieblingskunde bröckelt

Apple war maßgeblicher Treiber von TSMCs Aufstieg zum größten Halbleiterfertiger . Die Zeiten werden schwieriger, aber Apple bleibt für TSMC wichtig.
/ Johannes Hiltscher
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Apple-CEO Tim Cook bei der Zeremonie zum Baubeginn von TSMCs Fab 21 in Arizona (Bild: TSMC)
Apple-CEO Tim Cook bei der Zeremonie zum Baubeginn von TSMCs Fab 21 in Arizona Bild: TSMC

Apple war lange Zeit treibende Kraft hinter TSMCs Entwicklung modernster Prozessknoten – und der größte Einzelkunde. 22 Prozent seines Umsatzes hat TSMC 2024 mit Apple gemacht. Als einer von zwei Kunden mit mehr als zehn Prozent Umsatzanteil ist das Unternehmen als Customer A in TSMCs Jahresbericht(öffnet im neuen Fenster) aufgeführt. Einige TSMC-Werke produzieren nur für Apple. Allerdings taucht in TSMCs Jahresbericht 2024 auch ein zuvor nicht extra gelisteter Customer B neu auf – mutmaßlich Nvidia.

Nvidia, Hauptprofiteur des KI-Booms, könnte TSMC bereits 2025 mehr Umsatz beschert haben als Apple. Zu dem Schluss kommt der Analyst Tim Culpan(öffnet im neuen Fenster) . Auch Semianalysis sieht Apples Anteil an TSMCs Umsatz schwinden(öffnet im neuen Fenster) – nicht, weil der iPhone-Hersteller schwächelt, sondern weil der Umsatz von TSMCs HPC-Sparte regelrecht explodiert .

Nvidias Wachstum stellt alle in den Schatten

Zu dieser zählen zwar auch die M-Chips für Macs, doch Nvidias ebenfalls rasant gewachsener Umsatz macht deutlich, woher die Nachfrage kommt. Während Apple über einen langen Zeitraum problemlos Fertigungskapazität und Vorzugspreise bei TSMC bekam, soll dies mittlerweile nicht mehr der Fall sein. Auch an Apple gibt TSMC seine höheren Wafer-Preise weiter; Nvidias hohe Nachfrage macht es dem Unternehmen schwerer, seinen Bedarf an High-End-Chips zu decken.

In den modernsten Prozessknoten steigt die Nachfrage, während TSMC beim Kapazitätsausbau verhältnismäßig konservativ ist, um teure Überkapazitäten zu vermeiden. Das bringt Kritik von KI-Investoren , für Apple bedeutet es ungekannte Konkurrenz um die modernste Fertigung. Beim Advanced Packaging könnte es künftig zusätzliche Konflikte geben.

Apple kauft im breiten Spektrum

Beim jüngst in die Serienfertigung gestarteten N2-Prozess ist Apple nach Jahren nicht mehr der erste Kunde – das ist AMD mit den Zen-6-Epycs – und wird nach Einschätzung von Semianalysis auch nicht der größte sein.

Das bedeutet allerdings keineswegs, dass Apple für TSMC unbedeutend wird. Das Unternehmen bleibt nicht nur einer der größten Kunden, sondern kauft auch in einem sehr breiten Spektrum. Neben den A- und M-Chips, die in modernsten Knoten gefertigt werden, kauft Apple auch Chips aus älteren, spezialisierten Prozessen, etwa für Funkmodule. Unbedeutend wird Apple für TSMC damit keineswegs, büßt aber seine vormalige Sonderstellung zumindest teilweise ein.

Einen Wechsel zu Intel hält Semianalysis für eher unwahrscheinlich. Der würde für Apple zunächst einmal hohe Kosten bedeuten.


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