Wegen Lieferproblemen: Spekulationen über Aus für Opels Elektroauto Ampera-E

Der Opel Ampera-E ist in Deutschland praktisch nicht lieferbar. Nun wird spekuliert, ob nach der Übernahme des Autoherstellers durch Peugeot das von GM produzierte Elektroauto gar nicht mehr angeboten wird.

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Der Opel Ampera-E ist kaum lieferbar.
Der Opel Ampera-E ist kaum lieferbar. (Bild: Opel)

Es ist eigentlich ein Paradox: Kaum gibt es ein Elektroauto, das in puncto Reichweite und Preis für viele Käufer attraktiv sein könnte, ist es in Deutschland im Grunde nicht lieferbar. Inzwischen führen die Lieferprobleme beim Opel Ampera schon dazu, dass über das endgültige Aus für das Vorzeigeprodukt spekuliert wird. Vorerst erklärt Opel die Lieferschwierigkeiten in Deutschland damit, dass vorrangig der norwegische Markt mit dem Auto bedient werden solle.

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Gründe für ein Aus gäbe es durchaus. So handelt es sich bei dem Ampera um einen modifizierten Chevrolet Bolt, der von der früheren Konzernmutter General Motors im US-Bundesstaat Michigan gebaut wird. Seit dem 1. August 2017 gehört Opel jedoch zum französischen Konzern PSA Peugeot Citroen. Dessen Chef Carlos Tavares wird nachgesagt, nicht viel von verlustbringenden Produkten zu halten. Tavares sagte diese Woche der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Paywall): "Der Ampera ist ein gutes Auto. Aber er macht Verlust. Das könnten wir nur hinnehmen, wenn er auf die Firma abstrahlte und dadurch andere Autos verkauft würden."

Nicht mit "überwältigender Nachfrage gerechnet"

Nach Ansicht der FAZ wird der Ampera daher "vermutlich als erstes Auto in die Geschichte eingehen, das noch vor seinem Verkaufsstart eingestellt wird, obwohl es fertig entwickelt und der potentiellen Kundschaft schon vorgestellt wurde".

Ein Opel-Sprecher wollte auf Anfrage von Golem.de keine Angaben darüber machen, wie viele Fahrzeuge des Typs in diesem Jahr in Deutschland verkauft werden könnten. "Wir haben nicht mit einer solch überwältigenden Nachfrage nach dem Ampera-E gerechnet, wie sie sich in den ersten Ländern, in denen das Fahrzeug verfügbar ist, nun zeigt", hieß es lediglich. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes (Excel-Tabelle) wurden in diesem Jahr hierzulande 91 Ampera zugelassen, davon 97,8 Prozent an Gewerbekunden. Demnach dürften nur zwei Privatpersonen in Deutschland einen Ampera bekommen haben. Derzeit gibt es auf der deutschen Opel-Website keine Möglichkeit, das Fahrzeug zu konfigurieren oder für 1.000 Euro zu reservieren.

Mehr als 4.000 Bestellungen in Norwegen

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Mehr Glück haben dabei norwegische Kunden. "Allein in Norwegen haben wir mehr als 4.000 Bestellungen für den Ampera-E erhalten. Das übertrifft unsere internen Erwartungen", sagte der Sprecher und fügte hinzu: "Wir wollen uns nun darauf konzentrieren, diese Kunden so schnell wie möglich zu bedienen. Mehr als jeder zweite Ampera-E, der in diesem Jahr ausgeliefert wird, geht nach Norwegen." Die norwegischen Kunden können sich ihr Wunschauto zudem im Internet zusammenstellen. Die Basisversion kostet dort umgerechnet 33.750 Euro.

Die Frage, ob zumindest die geplanten 400 Exemplare in diesem Jahr in Deutschland verkauft werden, wollte Opel nicht beantworten. Im vergangenen Mai hatten Opel-Händler spekuliert, dass Privatkunden das Auto möglicherweise erst Ende 2018 erhalten könnten.

Das alles bedeutet jedoch nicht, dass PSA-Chef Tavares der Elektrifizierung skeptisch gegenübersteht. "Wenn Opel irgendwann eine rein elektrische Automarke werden will, ist das für uns auch okay - vorausgesetzt, dass dies profitabel ist", sagte er laut FAZ der Bild am Sonntag. Opel werde schon bald mehr Elektroautos und Plugin-Hybride auf den Markt bringen. PSA werde dazu die Technologie beisteuern. Das klingt allerdings nicht danach, als würde Tavares langfristig ein Elektroauto gut finden, das Verluste macht und von GM produziert wird.

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