Abo
  • IT-Karriere:

Wegen Geheimnisverrat: Chinesischer Kryptologe zum Tode verurteilt

Weil er mehr als 150.000 geheime Dokumente verkauft haben soll, wurde ein chinesischer Kryptologe zum Tode verurteilt. Beobachter werten das als Warnung an potenzielle Whistleblower.

Artikel veröffentlicht am ,
Aktivisten protestieren gegen die Todesstrafe.
Aktivisten protestieren gegen die Todesstrafe. (Bild: AFP)

Der chinesische Kryptologe Huang Yu (黄宇) ist von einem chinesischen Gericht zum Tode verurteilt worden, weil er mehr als 150.000 geheime Dokumente an verschiedene ausländische Geheimdienste weitergegeben haben soll. Huang soll mit dem Verkauf der Dokumente Berichten zufolge mehr als 700.000 US-Dollar verdient haben.

Stellenmarkt
  1. ITEOS, Stuttgart oder andere Standorte
  2. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg vor der Höhe

Darunter sollen sich 90 Dokumente mit der Geheimhaltungsstufe "Top Confidential" befinden, unter anderem "cipher codes für die kommunistische Partei, Regierung, Militär und Finanzkommunikation". Huang arbeitete seit 1997 in einem Forschungszentrum in der chinesischen Provinz Sichuan, an dem chinesische Verschlüsselungstechniken erforscht wurden.

Elektronische Dokumente an militärische Geheimdienste verkauft

Im Jahr 2002 soll er begonnen haben, geheime Dokumente zu verkaufen. In einem "Hotel in Südostasien" hat er nach Angaben der South China Morning Post erstmals drei "elektronische Dokumente mit militärischen Geheimnissen" an einen ungenannten ausländischen Geheimdienst verkauft. Dafür soll er zunächst 10.000 US-Dollar erhalten haben, außerdem das Versprechen auf monatliche Zahlungen über jeweils 5.000 US-Dollar.

In den folgenden Jahren sei er regelmäßig in asiatische Staaten gereist, um dort mehr Dokumente zu verkaufen, so der Bericht weiter. Im Jahr 2004 sei er entlassen worden, habe aber über Freunde und seine Ehefrau weiter geheime Dokumente gesammelt. Insgesamt soll er so in 10 Jahren in 21 Geschäften rund 700.000 US-Dollar verdient haben.

Die Autoritäten seien über den plötzlichen Reichtum und die zahlreichen Auslandsreisen von Huang auf seine Spur gekommen. Neben Huang wurde auch seine Frau für fünf Jahre verurteilt, außerdem wurden 29 seiner ehemaligen Kollegen bestraft. Ob die Todesstrafe bereits vollstreckt wurde, ist nicht bekannt.

China gehört zu den Ländern mit den meisten vollstreckten Todesstrafen. Nach Angaben von Amnesty International wurden in dem Land im vergangenen Jahr mehr als 1.000 Personen hingerichtet. Gerade die Gesetze zur nationalen Sicherheit und zu Staatsgeheimnissen sind sehr weitgehend und können zahlreiche Tatbestände umfassen. Beobachter werten sowohl die Strafe selbst als auch die veröffentlichten, für chinesische Verhältnisse ungewöhnlichen Details durch Staatsmedien als Warnung an potenzielle Whistleblower.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 79,00€
  2. 59,99€
  3. ab 17,99€
  4. 799,90€

Hellstorm 21. Apr 2016

Hm... finde ich auch ok, aber etwas schwierig für den normalen Gebrauch...

Vanger 20. Apr 2016

Den Unterschied sehe ich weniger darin ob man dafür Geld erhält oder nicht - sondern an...

Dedl 20. Apr 2016

Eigentlich heißt ja nur die Insel Taiwan, der Staat heißt Republik China (im Gegensatz...

Gast-Redner 20. Apr 2016

Obwohl, Todesstrafe ist zu viel, viel zu viel. Aber, so werden Whistleblower und...

Moe479 20. Apr 2016

... die sich mit dem staat einlassen sind in der regel keine fachlichen. der systemadmin...


Folgen Sie uns
       


Schneller 3D-Drucker vom Fraunhofer IWU - Bericht

Ein 3D-Drucker für die Industrie: Das Fraunhofer IWU stellte auf der Hannover Messe 2019 einen 3D-Drucker vor, der deutlich schneller ist als herkömmliche Geräte dieser Art.

Schneller 3D-Drucker vom Fraunhofer IWU - Bericht Video aufrufen
Adblock Plus: Adblock-Filterregeln können Code ausführen
Adblock Plus
Adblock-Filterregeln können Code ausführen

Unter bestimmten Voraussetzungen können Filterregeln für Adblocker mit einer neuen Funktion Javascript-Code in Webseiten einfügen. Adblock Plus will reagieren und die entsprechende Funktion wieder entfernen. Ublock Origin ist nicht betroffen.
Von Hanno Böck


    Anno 1800 im Test: Super aufgebaut
    Anno 1800 im Test
    Super aufgebaut

    Ach, ist das schön: In Anno 1800 sind wir endlich wieder in einer heimelig-historischen Welt unterwegs - zumindest anfangs. Das neue Werk von Blue Byte fesselt dank des toll umgesetzten und unverwüstlichen Spielprinzips. Auch neue Elemente wie die Klassengesellschaft funktionieren.
    Von Peter Steinlechner

    1. Ubisoft Blue Byte Anno 1800 erhält Koop-Modus und mehr Statistiken
    2. Ubisoft Blue Byte Preload der offenen Beta von Anno 1800 eröffnet
    3. Systemanforderungen Anno 1800 braucht schnelle CPU

    Passwort-Richtlinien: Schlechte Passwörter vermeiden
    Passwort-Richtlinien
    Schlechte Passwörter vermeiden

    Groß- und Kleinbuchstaben, mindestens ein Sonderzeichen, aber nicht irgendeins? Viele Passwort-Richtlinien führen dazu, dass Nutzer genervt oder verwirrt sind, aber nicht unbedingt zu sichereren Passwörtern. Wir geben Tipps, wie Entwickler es besser machen können.
    Von Hanno Böck

    1. Acutherm Mit Wärmebildkamera und Mikrofon das Passwort erraten
    2. Datenschutz Facebook speicherte Millionen Passwörter im Klartext
    3. Fido-Sticks im Test Endlich schlechte Passwörter

      •  /