Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Wegen Energieeffizienzgesetz: Bitkom fürchtet massive Nachteile für Rechenzentren

Der IT-Branchenverband Bitkom kritisiert den Entwurf des Energieeffizienzgesetzes der Bundesregierung als Standortnachteil für Deutschland.
/ Daniel Ziegener
7 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Bitkom-Präsident Achim Berg übt erneut Kritik. (Bild: Bitkom)
Bitkom-Präsident Achim Berg übt erneut Kritik. Bild: Bitkom

Der Bitkom hat die Energiepolitik der Bundesregierung erneut mit dem Blick auf die Lage von Rechenzentren kritisiert."Bereits heute bieten andere europäische Länder erhebliche Standortvorteile mit deutlich geringeren Stromkosten bei zumeist besserer CO2-Bilanz", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg(öffnet im neuen Fenster).

Der am vergangenen Mittwoch bekanntgewordene Referentenentwurf des Energieeffizienzgesetzes sieht konkrete Einsparziele für den Energieverbrauch in Deutschland vor. Unternehmen mit einem Jahresenergieverbrauch von mehr als zehn Gigawattstunden sollen laut dem Tagespiegel(öffnet im neuen Fenster) verpflichtet werden, Umweltmanagementsysteme einzuführen und Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen.

Neue Rechenzentren sollen zur Einhaltung von Energieeffizienzstandards und zur Abwärmenutzung verpflichtet werden. Die Validierung der Ergebnisse soll in einem Energieeffizienzregister veröffentlicht werden.

Rechenzentren in Deutschland müssten laut Bitkom bereits jetzt die Hälfte der Betriebskosten für Stromkosten veranschlagen."Wenn die Stromkosten in Deutschland nun durch unrealistische Vorgaben weiter in die Höhe getrieben werden, werden deutsche Rechenzentren im Wettbewerb massiv belastet und der Standort insgesamt geschwächt."

Rechenzentren benötigen viel Strom

Zwar begrüße der Verband "ausdrücklich", dass die Bundesregierung die Themen erneuerbare Energien und Energieeffizienz vorantreibe."Dabei ist klar, dass sich Deutschlands Klimaziele nur mit und nicht gegen die Digitalisierung erreichen lassen", so Berg.

Dabei machen Rechenzentren laut einer eigenen Studie des Bitkom(öffnet im neuen Fenster) selbst im Jahr 2020 rund drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland aus. 2020 lag der Energiebedarf von Rechenzentren in Deutschland bei 16 Milliarden Kilowattstunden.

Berg denkt hingegen, dass Rechenzentren dafür sorgen können, "dass an anderer Stelle massiv Energie eingespart werden kann, indem Unternehmen und Verwaltungen zum Beispiel auf eigene Server verzichten können und stattdessen energieeffizientere Cloud-Lösungen nutzen".

Im Oktober 2022 veröffentlichte der Bitkom gemeinsam mit den Branchenverbänden Eco und der German Datacenter Association ein Positionspapier, in dem sie eine stärkere Berücksichtigung von Rechenzentren bei der Energiepolitik fordern.


Relevante Themen